Lunte riechen
Kurz gesagt
Eine drohende Gefahr oder eine heimliche Absicht rechtzeitig wittern, bevor sie einen trifft.
- Auf Englisch
- to smell a rat
- Auch gesagt
- Die Lunte riechen
Was bedeutet „Lunte riechen“?
„Lunte riechen“ heißt: eine drohende Gefahr oder etwas Verborgenes rechtzeitig wittern. Wer Lunte riecht, merkt, dass etwas im Busch ist, und wird misstrauisch oder macht sich davon, bevor es zu spät ist. Typisch ist die Vergangenheit: „Der Betrüger hatte Lunte gerochen und war über alle Berge.“ Man sagt es von Verdächtigen, die der Polizei entwischen, von Kindern, die ahnen, dass beim Arzt eine Spritze wartet, oder von Kunden, die eine Abofalle durchschauen. Die Wendung ist umgangssprachlich und klingt anerkennend oder ärgerlich, je nachdem, auf wessen Seite man steht.
Sinnverwandt ist „den Braten riechen“. „Lunte riechen“ betont aber stärker die Gefahr: Man riecht nicht den Sonntagsbraten, sondern den Vorboten eines Schusses. Viele denken bei „Lunte“ heute an den Fuchs, dessen Schwanz in der Jägersprache ebenfalls so heißt. Mit der Wendung hat diese Bedeutung nichts zu tun, auch wenn ein schlauer Fuchs, der die Jäger wittert, gut ins Bild zu passen scheint.
Woher kommt „Lunte riechen“?
Die Lunte war eine langsam glimmende Zündschnur. Mit ihr wurden seit dem 16. Jahrhundert Geschütze und Musketen gezündet, und die Schützen trugen sie brennend bei sich. Glimmend gab sie einen scharfen Geruch ab. Das Grimm’sche Wörterbuch und der Duden erklären die Wendung damit: Der Geruch verriet die Anwesenheit eines verborgenen Schützen, noch bevor der Schuss fiel. Grimm zitiert Schiller, bei dem sich die Schützen bei einem Hinterhalt weiter hinten aufstellen, „dasz man die brennenden lunten nicht riechen sollte“.
Das Wort „Lunte“ bedeutete zunächst Lappen oder Docht; woher es stammt, ist nach Pfeifers Etymologischem Wörterbuch unklar. Röhrich nennt für die Redensart einen Beleg von 1585, Pfeifer datiert sie ins 17. Jahrhundert. Kaspar Stieler verzeichnet 1691 „er reucht lunte“ und erklärt es lateinisch mit „animadvertit periculum“, er bemerkt die Gefahr. Bei Lessing, Seume und Jean Paul ist die Wendung schon ganz übertragen gebraucht. Das Niederländische kennt die Entsprechung „lont ruiken“.
Beispiele aus dem Alltag
Die Klasse plant einen Abschiedsstreich für Herrn Nowak. „Leise, sonst wird er Lunte riechen“, flüstert Emre, als der Lehrer am Fenster vorbeigeht.
Als der angebliche Enkel am Telefon nach Bargeld fragt, beginnt Oma Hilde Lunte zu riechen und ruft lieber zuerst ihre Tochter an.
„Wenn wir die Überraschungsparty im Gruppenchat planen, wird Lena sofort Lunte riechen“, warnt Jonas. „Wir machen eine neue Gruppe ohne sie.“
Häufige Fragen
Was ist eine Lunte?
Eine Lunte war eine langsam glimmende Zündschnur, mit der man früher Geschütze und Musketen zündete. In der Jägersprache heißt außerdem der Schwanz des Fuchses Lunte; mit „Lunte riechen“ hat diese Bedeutung aber nichts zu tun.
Woher kommt „Lunte riechen“?
„Lunte riechen“ stammt aus dem Kriegswesen: Die glimmende Zündschnur roch scharf und verriet einen Schützen, bevor der Schuss fiel. Belegt ist die Wendung seit dem späten 16. oder dem 17. Jahrhundert, etwa 1691 bei Kaspar Stieler.
Was ist der Unterschied zu „den Braten riechen“?
Beide Wendungen bedeuten, etwas Bevorstehendes zu ahnen. „Lunte riechen“ betont die Gefahr, die einem selbst droht, „den Braten riechen“ meint eher, eine Absicht oder einen Plan zu durchschauen.
Kurzer Test
Ganzes QuizWie geht das Sprichwort weiter?
Trau, …