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Den Braten riechen

Kurz gesagt

Eine Absicht, eine Falle oder etwas Bevorstehendes rechtzeitig ahnen und durchschauen.

Auf Englisch
To smell a rat
Auch gesagt
Den Braten wittern
Den Braten merken

Was bedeutet „Den Braten riechen“?

Wer den Braten riecht, merkt, was im Busch ist, bevor es jemand ausspricht: die geplante Überraschungsparty, den Trick des Verkäufers, die schlechte Nachricht hinter der freundlichen Einladung ins Chefbüro. Die Wendung ist umgangssprachlich und meist anerkennend gemeint, im Sinne von: Der lässt sich nicht so leicht hereinlegen. Typisch ist die Vergangenheit: „Sie hat den Braten gerochen.“

Oft geht es um eine Gefahr oder Täuschung, die man rechtzeitig wittert und der man dann ausweicht. Manchmal ist der Braten aber auch etwas Erfreuliches, etwa eine günstige Gelegenheit, die jemand früh erkennt. Sinnverwandt ist „Lunte riechen“, auf das schon das Deutsche Wörterbuch der Brüder Grimm verweist. Wer dagegen gar nichts merkt, hat „Tomaten auf den Augen“. Die Wendung passt gut zu Krimis, Familienkomplotten und Büropolitik, überall dort, wo jemand einen Plan zu früh durchschaut.

Woher kommt „Den Braten riechen“?

Das Bild ist einfach: Der Duft eines Bratens zieht durch das ganze Haus, und jeder merkt, was in der Küche vorbereitet wird. So erklärt es schon das Grimm’sche Wörterbuch, das „den braten riechen, schmecken, merken“ mit ‚einen Anschlag merken‘ umschreibt. Belege gibt es seit dem 16. Jahrhundert reichlich. Luther fragt: „ei lieber, reuchstu den braten?“ Bei Thomas Murner heißt es in der „Schelmenzunft“: „schmack den praten oder nit“, wobei „schmecken“ im Oberdeutschen auch ‚riechen‘ bedeutet.

Wander kennt daneben die Form „Den Braten schmecken“ für Leute, die herumschnüffeln, um ohne Bezahlung gute Bissen zu essen, also für Schmarotzer, die überall auftauchen, wo es etwas zu holen gibt. Lessing, Schiller und Goethe gebrauchen die Wendung bereits im heutigen Sinn, bei Goethe etwa: „er riecht den braten, / er ahnet fische.“

Beispiele aus dem Alltag

  • Lena plant heimlich eine Party zum Dreißigsten ihres Freundes, doch er entdeckt die Bierkästen im Keller. „Er hat den Braten gerochen“, schreibt sie frustriert in die Gruppe.

  • Der Anrufer verspricht Herrn Demir einen Gewinn, wenn er nur kurz seine Kontodaten nennt. Der legt auf und sagt zu seiner Frau: „Den Braten habe ich sofort gerochen.“

  • Als die Chefin alle zu einem „lockeren Gespräch über die Zukunft“ einlädt, riecht Bernd den Braten: „Da kommt eine Umstrukturierung.“

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zu „Lunte riechen“?

Beide bedeuten, etwas Bevorstehendes zu ahnen. „Lunte riechen“ kommt von der glimmenden Zündschnur, deren Geruch einen Schuss ankündigte, und betont stärker die Gefahr.

Heißt es „den Braten gerochen“ oder „gerocht“?

Richtig ist „gerochen“: riechen, roch, gerochen. Es heißt also „Sie hat den Braten gerochen“.

Wie sagt man „den Braten riechen“ auf Englisch?

Die genaue Entsprechung ist „to smell a rat“: Man riecht eine Ratte und ahnt, dass etwas faul ist.

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