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Ein gebranntes Kind scheut das Feuer

Kurz gesagt

Wer einmal schlechte Erfahrungen gemacht hat, ist danach vorsichtig und meidet ähnliche Situationen.

Auf Englisch
Once bitten, twice shy
A burnt child dreads the fire
Auch gesagt
Gebranntes Kind scheut das Feuer
Ein gebranntes Kind fürchtet das Feuer

Was bedeutet „Ein gebranntes Kind scheut das Feuer“?

Ein Kind, das einmal auf die heiße Herdplatte gefasst hat, hält künftig Abstand. Das Sprichwort überträgt diese Erfahrung auf alles andere: Wer betrogen, verlassen oder über den Tisch gezogen wurde, wird misstrauisch, oft für lange Zeit.

Man benutzt es verständnisvoll, um Vorsicht zu erklären, und gern auch über sich selbst: „Da bin ich ein gebranntes Kind.“ Der Haken liegt in der Übertreibung. Wer nach einer schlechten Erfahrung alles meidet, was entfernt ähnlich aussieht, verpasst auch die guten Gelegenheiten. Die Vorsicht schützt, sie kann aber auch zur Ausrede werden.

Woher kommt „Ein gebranntes Kind scheut das Feuer“?

Das Bild ist so naheliegend, dass es in vielen Sprachen vorkommt. Im Englischen ist „Brend child fuir fordredeth“ schon um 1250 in den „Proverbs of Hendyng“ belegt, einer mittelenglischen Spruchsammlung. Die Franzosen sagen „Chat échaudé craint l’eau froide“: Die verbrühte Katze fürchtet sogar kaltes Wasser.

Im Deutschen findet sich der Satz unter anderem beim Nürnberger Dramatiker Jakob Ayrer (gestorben 1605), bei dem ein „verbrents kind“ die Glut des Feuers fürchtet. Goethe hat ihn weitergedreht: Das gebrannte Kind scheue das Feuer, der oft versengte Greis scheue sich sogar, sich zu wärmen. Daneben ist „ein gebranntes Kind sein“ als eigene Redewendung gebräuchlich.

Quellen

  • Wander: Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Stichwort ‚Kind‘

Stand:

Beispiele aus dem Alltag

  • Seit ihr letzter Vermieter die Kaution einfach behalten hat, fotografiert Selin bei jeder Wohnungsübergabe jede Ecke. „Ein gebranntes Kind scheut das Feuer“, sagt sie zum Makler, der etwas irritiert zuschaut.

  • Nach dem verregneten Sommerfest im letzten Jahr plant der Kleingartenverein diesmal mit Zelt und Ausweichtermin. Der Kassenwart bringt es auf den Punkt: Ein gebranntes Kind scheut das Feuer.

  • „Willst du nicht wieder in Aktien investieren?“, fragt Max. Sein Vater schüttelt den Kopf: „Ich hab beim Börsencrash 2000 genug verloren. Gebranntes Kind scheut das Feuer.“

Häufige Fragen

Was ist ein „gebranntes Kind“?

Jemand, der mit einer Sache schon schlechte Erfahrungen gemacht hat und deshalb vorsichtig ist. Man sagt etwa: „In Sachen Gebrauchtwagen bin ich ein gebranntes Kind.“

Heißt es „scheut“ oder „fürchtet“ das Feuer?

Die übliche Form ist „scheut“, „fürchtet“ kommt aber auch vor und meint dasselbe. „Scheuen“ heißt hier: zurückschrecken vor, meiden.

Wie sagt man das auf Englisch?

Die gängige Entsprechung ist „Once bitten, twice shy“. Daneben gibt es die wörtliche Parallele „A burnt child dreads the fire“, die im Englischen sehr alt ist.

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