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Den Bock zum Gärtner machen

Kurz gesagt

Ausgerechnet jemanden mit einer Aufgabe betrauen, der dafür völlig ungeeignet ist oder dem Anvertrauten selbst schadet.

Auf Englisch
To let the fox guard the henhouse
Auch gesagt
Den Bock zum Gärtner setzen

Was bedeutet „Den Bock zum Gärtner machen“?

Wer den Bock zum Gärtner macht, setzt ausgerechnet den Falschen ein: jemanden, der die Sache, die er schützen soll, selbst gefährdet. Der größte Naschkater der Familie bekommt den Schlüssel zur Süßigkeitenkiste, ein Bauunternehmer sitzt im Ausschuss für Bauaufträge, der notorische Zuspätkommer soll die Pünktlichkeit im Team überwachen. Die Wendung ist umgangssprachlich und meist kritisch oder spöttisch, besonders in politischen Kommentaren, wenn ein Amt an jemanden mit Interessenkonflikt geht.

Sie unterstellt nicht unbedingt böse Absicht. Oft geht es um Leute, die einer Versuchung einfach nicht widerstehen können, so wie ein Ziegenbock im Gemüsebeet. Im Scherz sagt man sie auch über sich selbst: „Mich zum Kuchenwächter zu machen, hieße den Bock zum Gärtner machen.“ Daneben ist die Form „den Bock zum Gärtner setzen“ belegt, die heute seltener ist.

Woher kommt „Den Bock zum Gärtner machen“?

Das Bild ist ländlich und leicht zu verstehen: Ein Ziegenbock frisst Gemüse, Blumen und junge Triebe und zertrampelt die Beete. Ihn mit der Pflege des Gartens zu beauftragen, wäre so ziemlich das Dümmste, was man tun kann. Wander verzeichnet „Man muss den Bock nicht zum Gärtner machen“ und eine ältere Fassung aus Georg Henischs Sammlung von 1616: „Der Bock dienet nicht zum Gärtner.“ Auch „Man muss den Bock nicht zu weit in den Garten lassen“ gehört zum selben Bildkreis.

Bei Hans Sachs im 16. Jahrhundert heißt es dagegen, ein Betrunkener „seh ein bock für ein gärtner an“, er verwechsle also beide. Das ist ein verwandtes Bild, aber noch nicht die heutige Redensart. Goethe benutzt sie in seiner Übersetzung von Benvenuto Cellinis Lebensbeschreibung: „Benvenuto hat den bock zum gärtner gesetzt.“ Im italienischen Original bekommen junge Gänse den Salat zur Bewachung.

Beispiele aus dem Alltag

  • Ausgerechnet Kevin, der jede Party als Letzter verlässt, soll beim Abiball auf den Ausschank achten. „Da hat man den Bock zum Gärtner gemacht“, seufzt seine Klassenlehrerin.

  • Im Gemeinderat wird ein Bauunternehmer in den Vergabeausschuss gewählt. Die Opposition schimpft: „Damit macht ihr den Bock zum Gärtner.“

  • Oma gibt Lukas die Keksdose, damit er sie bis zum Kaffee versteckt. Opa grinst: „Den Bock zum Gärtner gemacht. Die ist in zehn Minuten leer.“

Häufige Fragen

Warum ausgerechnet ein Bock?

Ein Ziegenbock frisst fast alles, was in einem Garten wächst, und zertrampelt die Beete. Als Gärtner wäre er der denkbar ungeeignetste Kandidat, das macht das Bild so deutlich.

Heißt es „zum Gärtner machen“ oder „setzen“?

Beides ist belegt. Wander verzeichnet „machen“, Goethe schreibt „gesetzt“. Das DWDS führt die Wendung heute unter „den Bock zum Gärtner machen“.

Wie sagt man „den Bock zum Gärtner machen“ auf Englisch?

Im Englischen ist es der Fuchs im Hühnerstall: „to let the fox guard the henhouse“. Gemeint ist dasselbe.

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