Da wird der Hund in der Pfanne verrückt
Kurz gesagt
Salopper Ausruf großer Überraschung oder Empörung, ungefähr: Das ist ja nicht zu fassen!
- Auf Englisch
- Well, I never!
- I’ll be damned!
- Auch gesagt
- Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt
Was bedeutet „Da wird der Hund in der Pfanne verrückt“?
„Da wird der Hund in der Pfanne verrückt!“ ist ein Ausruf des Staunens: Das ist ja unglaublich, damit hätte ich nie gerechnet. Laut DWDS drückt er positive wie negative Überraschung aus, Erstaunen ebenso wie Empörung. Man ruft ihn, wenn das Kind, das sonst mit Mathe kämpft, eine Eins nach Hause bringt, wenn die Nebenkostenabrechnung eine Nachzahlung von 1.500 Euro fordert oder wenn ein alter Bekannter nach zwanzig Jahren plötzlich vor der Tür steht. Oft wird er durch ein eingeschobenes „doch“ verstärkt.
Der Ton ist salopp und humorvoll. Der Ausruf passt in die Küche, an den Stammtisch und in den Familienchat, nicht in einen Geschäftsbrief. Das Bild ist absichtlich absurd: Ein Hund in der Bratpfanne ist schon seltsam genug, und dass er dort auch noch verrückt wird, treibt die Übertreibung auf die Spitze. In dieser Freude am Unsinn gleicht er anderen tierischen Ausrufen des Staunens wie „Ich glaub, mich tritt ein Pferd“ oder „Mich laust der Affe“. An einen echten Hund denkt dabei niemand.
Woher kommt „Da wird der Hund in der Pfanne verrückt“?
Woher der Ausruf stammt, ist nicht geklärt. Duden und DWDS verzeichnen ihn als salopp oder umgangssprachlich, nennen aber weder einen Erstbeleg noch eine Herkunft.
Häufig wird er mit einer Geschichte aus dem Volksbuch von Till Eulenspiegel verbunden, dessen älteste vollständige Ausgabe 1515 erschien. Darin verdingt sich Eulenspiegel in Einbeck bei einem Bierbrauer, der ihm aufträgt, den Hopfen gut zu sieden. Eulenspiegel nimmt stattdessen den Hund des Brauers, der „Hopf“ heißt, wirft ihn ins heiße Wasser und kocht ihn, bis ihm Haut und Haar abgehen. Der Redensarten-Index nennt diesen Streich als Ursprung, schreibt aber selbst nur, der Ausruf „soll“ sich darauf beziehen. In der Geschichte kommen weder eine Pfanne noch ein verrückt gewordener Hund vor, und einen frühen Beleg der Redensart, der die Verbindung stützen würde, nennen die Wörterbücher nicht. Die Eulenspiegel-Erklärung ist deshalb eine mögliche Deutung, kein Nachweis.
Beispiele aus dem Alltag
Mia, die sonst mit Mathe kämpft, legt ihrer Mutter eine Eins auf den Küchentisch. Die Mutter reißt die Augen auf: „Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt!“
Herr Nowak öffnet die Nebenkostenabrechnung und liest: 1.500 Euro Nachzahlung. „Da wird der Hund in der Pfanne verrückt“, ruft er durch die ganze Wohnung.
Nach zwanzig Jahren steht Aylins Schulfreundin plötzlich vor der Tür. „Da wird der Hund in der Pfanne verrückt! Was machst du denn hier?“
Häufige Fragen
Hat „Da wird der Hund in der Pfanne verrückt“ etwas mit Till Eulenspiegel zu tun?
Das wird oft behauptet, ist aber nicht belegt. Im Eulenspiegel-Buch von 1515 kocht Eulenspiegel einen Hund namens Hopf, weil er den Hopfen sieden soll. Von einer Pfanne oder einem verrückten Hund ist dort keine Rede, und ein früher Beleg für „Da wird der Hund in der Pfanne verrückt“ fehlt.
Heißt es „Da wird ja der Hund in der Pfanne verrückt“?
Im Gespräch hört man den Ausruf auch mit „ja“. Duden und DWDS führen die Grundform „Da wird der Hund in der Pfanne verrückt“, das DWDS außerdem die Form mit „doch“.
Wie sagt man „Da wird der Hund in der Pfanne verrückt“ auf Englisch?
Eine wörtliche Entsprechung gibt es nicht. Je nach Stimmung passen „Well, I never!“ für freudiges Staunen oder „I’ll be damned!“ für fassungslose Überraschung.
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