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Ich glaub, mein Schwein pfeift

Kurz gesagt

Umgangssprachlicher Ausruf großer Überraschung oder Empörung über etwas, das man eigentlich für unmöglich hält.

Auf Englisch
Well, I’ll be damned!
You’ve got to be kidding me!
Auch gesagt
Ich dachte, mein Schwein pfeift
Ich denk, mein Schwein pfeift

Was bedeutet „Ich glaub, mein Schwein pfeift“?

„Ich glaub, mein Schwein pfeift!“ sagt man, wenn etwas so unerwartet oder unverschämt ist, dass man seinen Ohren kaum traut. Das DWDS beschreibt den Ausruf als Ausdruck positiver oder negativer Überraschung, des Erstaunens oder der Empörung und kennzeichnet ihn als umgangssprachlich und veraltend. Typische Anlässe: Jemand drängelt sich frech vor, der Vermieter verlangt plötzlich Geld für den Fahrradkeller, oder der Bruder hat tatsächlich einmal freiwillig gespült.

Der Ausruf ist salopp und eher laut. In der empörten Verwendung klingt er wie ein Protest: „Ich glaub, mein Schwein pfeift, was soll das denn?“ Statt „glauben“ hört man auch „denken“: „Ich dachte, mein Schwein pfeift.“ Er gehört zu einer Gruppe witziger Unmöglichkeitsformeln wie „Ich glaub, mich tritt ein Pferd“ oder „Mich knutscht ein Elch“, die alle mit einem absurden Bild ausdrücken, dass man etwas nicht fassen kann. Jüngere benutzen ihn heute seltener, verstanden wird er aber überall.

Woher kommt „Ich glaub, mein Schwein pfeift“?

Belegt ist die Herkunft nicht. Das Bild erklärt sich aus seiner Unmöglichkeit: Schweine können nicht pfeifen. Wer glaubt, sein Schwein pfeifen zu hören, erlebt also etwas, das es eigentlich nicht gibt. Ein Beleg aus der „Thüringer Allgemeinen“ von 2009, den das DWDS zitiert, stellt das pfeifende Schwein in eine Reihe mit bohnernden Hamstern und knutschenden Elchen.

Im Netz wird oft erzählt, die Wendung stamme aus dem Berliner Jargon der 1920er-Jahre und beziehe sich auf bauchige Pfeifkessel, die wie ein Sparschwein aussahen. Für diese Geschichte gibt es keinen Beleg. Auch ein genaues Alter lässt sich nicht angeben: Die Wörterbücher nennen keine Herkunft, und die Beispiele im DWDS reichen nur bis 1999 zurück.

Quellen

Stand:

Beispiele aus dem Alltag

  • An der Supermarktkasse schiebt sich ein Mann mit vollem Wagen einfach vor. Frau Becker stemmt die Hände in die Hüften: „Ich glaub, mein Schwein pfeift! Hinten anstellen, bitte.“

  • Lukas liest im Klassenchat, dass die Mathearbeit auf morgen vorverlegt wurde. „Ich glaub, mein Schwein pfeift“, schreibt er nur.

  • Als Herr Novak sieht, dass sein 16-jähriger Sohn freiwillig den Rasen gemäht hat, bleibt er im Gartentor stehen. „Ich dachte, mein Schwein pfeift.“

Häufige Fragen

Können Schweine pfeifen?

Nein. Genau darauf beruht der Witz: Ein pfeifendes Schwein ist etwas Unmögliches, und so unmöglich erscheint dem Sprecher das, was er gerade erlebt.

Stimmt die Geschichte mit dem Pfeifkessel?

Dafür gibt es keinen Beleg. Die Erklärung, Berliner hätten in den 1920er-Jahren einen schweinchenförmigen Pfeifkessel gemeint, wird oft wiederholt, stützt sich aber auf keine Quelle.

Ist „Ich glaub, mein Schwein pfeift“ unhöflich?

Der Ausruf ist salopp, aber nicht beleidigend. In einer Beschwerde kann er allerdings recht scharf klingen, weil er Empörung ausdrückt.

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