Holla, die Waldfee
Kurz gesagt
Umgangssprachlicher Ausruf des Erstaunens, der Verblüffung oder der Anerkennung, etwa im Sinne von „Nicht schlecht!“.
- Auf Englisch
- Whoa!
- Well, well, well!
- Auch gesagt
- Na holla, die Waldfee
- Aber holla, die Waldfee
Was bedeutet „Holla, die Waldfee“?
„Holla, die Waldfee!“ ruft man, wenn man verblüfft ist oder etwas anerkennend kommentieren will. Das DWDS beschreibt die Wendung als Ausruf des Erstaunens, der Verblüffung oder der Anerkennung und verweist auf „Nicht schlecht, Herr Specht“. Anlass kann ein beeindruckendes Ergebnis sein, ein überraschend schickes Outfit, aber auch eine dreiste Preiserhöhung.
Der Ausruf ist umgangssprachlich und verspielt. Oft wirkt er ironisch, besonders wenn man etwas kommentiert, das gar nicht so bemerkenswert ist. Häufig wird er eingeleitet: „Na holla, die Waldfee“ oder „Aber holla, die Waldfee“. Korrekt steht ein Komma hinter „holla“, in lockeren Texten fehlt es oft. Unter Freunden und in Chats ist der Ausruf beliebt, in förmlichen Zusammenhängen klingt er albern. Mit „Husch, husch, die Waldfee!“, das zur Eile auffordert oder jemanden begleitet, der vorbeihuscht, ist er nicht gleichbedeutend.
Woher kommt „Holla, die Waldfee“?
Woher der Ausruf stammt, ist nicht belegt. Klar sind nur seine Bestandteile. „Holla“ ist eine alte Interjektion, die der Duden als ursprünglichen Zuruf an den Fährmann zum Übersetzen erklärt. Heute drückt sie Überraschung aus.
Die „Waldfee“ stammt vermutlich aus der älteren Wendung „Husch, husch, die Waldfee!“. Sie wird auf Oskar von Redwitz’ Schauspiel „Philippine Welser“ zurückgeführt, das 1859 gedruckt erschien; die Titelheldin soll dort beim Versteckspiel mit diesem Ruf hervortreten. Wie aus dem flüchtigen „Husch, husch“ das staunende „Holla“ wurde, ist nicht dokumentiert. Die im Netz verbreiteten Deutungen über Frau Holle, den Holunder oder die Unterweltgöttin Hel haben keine Quelle. Die Beispiele, die das DWDS für „Holla, die Waldfee“ anführt, stammen alle aus der Zeit ab 2011.
Beispiele aus dem Alltag
Jonas kommt zum ersten Mal im Anzug ins Büro. Seine Kollegin pfeift: „Holla, die Waldfee! Hast du heute ein Vorstellungsgespräch?“
Svenja liest den Betrag auf der Stromrechnung zweimal. „Na holla, die Waldfee. Haben wir eine Sauna im Keller, von der ich nichts weiß?“
Im Handballverein erzählt Karl, dass die A-Jugend 41:12 gewonnen hat. „Holla, die Waldfee“, sagt die Vorsitzende, „das gab’s ja noch nie.“
Häufige Fragen
Wer ist die Waldfee?
Keine bestimmte Figur. Die Waldfee stammt vermutlich aus der älteren Wendung „Husch, husch, die Waldfee“, die auf ein Schauspiel von Oskar von Redwitz aus dem 19. Jahrhundert zurückgeführt wird. Eine Verbindung zu Frau Holle ist nicht belegt.
Schreibt man „Holla, die Waldfee“ mit Komma?
Ja. Die Interjektion „holla“ wird durch ein Komma abgetrennt: „Holla, die Waldfee!“. Ohne Komma sieht man den Ausruf oft, das DWDS wertet diese Schreibung aber als falsch.
Ist „Holla, die Waldfee“ positiv oder negativ gemeint?
Meist anerkennend oder verblüfft, also eher positiv. Ironisch kann der Ausruf aber auch eine unangenehme Überraschung kommentieren, etwa eine hohe Rechnung.
Kurzer Test
Ganzes QuizWie geht das Sprichwort weiter?
Der Ton macht …