Dabei sein ist alles
Kurz gesagt
Die Teilnahme an einem Wettbewerb zählt mehr als der Sieg; oft als Trost gesagt, wenn ein gutes Ergebnis nicht drin war.
- Auf Englisch
- It’s not the winning but the taking part that counts
- Auch gesagt
- Dabeisein ist alles
- Gegenteil
- Den Letzten beißen die Hunde
Was bedeutet „Dabei sein ist alles“?
„Dabei sein ist alles“ heißt: Schon die Teilnahme hat ihren Wert, auch wenn man nicht gewinnt. Der Satz stammt aus dem Sport, besonders aus dem Umfeld der Olympischen Spiele, und wird von dort auf jede Art von Wettbewerb übertragen: auf den Firmenlauf, den Vorlesewettbewerb in der Grundschule, die Teilnahme am Eurovision Song Contest. Oft dient er als Trost oder als vorsorgliche Entschuldigung, wenn klar ist, dass es für einen vorderen Platz nicht reicht. Manche meinen ihn auch ernst, als Bekenntnis zu Fairness und Gemeinschaft.
Ebenso oft klingt er ironisch. Wer als Letzter ins Ziel humpelt oder beim Kneipenquiz null Punkte holt, sagt „Dabei sein ist alles“ mit einem schiefen Lächeln. Manchen ist der Satz zu bequem: Spitzensportler und Trainer halten gern dagegen, dass niemand zum Spaß zu einer Weltmeisterschaft fährt. Geschrieben wird er auch „Dabeisein ist alles“. Das DWDS führt diese Form als Hauptform, beide Schreibungen sind korrekt.
Woher kommt „Dabei sein ist alles“?
Der Gedanke gilt als olympisches Credo und wird meist Pierre de Coubertin zugeschrieben, dem Gründer der modernen Olympischen Spiele. Die Anregung kam aber wohl von jemand anderem. Während der Spiele in London predigte der amerikanische Bischof Ethelbert Talbot am 19. Juli 1908 in der St Paul’s Cathedral vor Athleten und Funktionären. Die Spiele selbst, sagte er, seien besser als Rennen und Preis; nur einer trage den Lorbeerkranz, die Freude am Wettkampf könnten alle teilen. Coubertin griff das am 24. Juli 1908 bei einem Bankett auf: Das Wichtige an diesen Olympiaden sei weniger zu siegen als teilzunehmen. Er weitete den Gedanken auf das Leben aus: Nicht der Triumph zähle, sondern der Kampf.
Bekannt wurde das Credo erst später. 1932 in Los Angeles stand es bei der Eröffnungsfeier auf der Anzeigetafel, 1936 in Berlin wurde es mit Coubertins Stimme vom Band abgespielt. Die deutsche Kurzform „Dabei sein ist alles“ spitzt den Gedanken zu und ist kein wörtliches Zitat. Wann sie aufkam, ist nicht belegt.
Beispiele aus dem Alltag
Beim Firmenlauf landet die Buchhaltung auf dem vorletzten Platz. Frau Albers verteilt trotzdem Brezeln an alle: „Dabei sein ist alles!“
Jonas kommt vom Schachturnier mit einem halben Punkt aus sieben Partien zurück. Sein Opa klopft ihm auf die Schulter: „Dabei sein ist alles. Nächstes Jahr wird’s besser.“
Das Team ‚Die Ahnungslosen‘ wird beim Kneipenquiz Letzter von zwölf. Murat hebt sein Glas: „Dabeisein ist alles, Leute.“
Häufige Fragen
Hat Coubertin „Dabei sein ist alles“ gesagt?
Nicht in diesen Worten. Pierre de Coubertin sagte am 24. Juli 1908 in London, das Wichtige an den Olympiaden sei weniger zu siegen als teilzunehmen, und griff damit eine Predigt von Bischof Ethelbert Talbot auf. „Dabei sein ist alles“ ist eine deutsche Zuspitzung dieses Gedankens.
Wie lautet das olympische Credo?
Das olympische Credo beginnt sinngemäß: „Das Wichtigste bei den Olympischen Spielen ist nicht der Sieg, sondern die Teilnahme.“ Im Deutschen wird es meist zu „Dabei sein ist alles“ verkürzt.
Schreibt man „Dabei sein ist alles“ oder „Dabeisein ist alles“?
Beide Schreibungen sind richtig. „Dabeisein ist alles“ behandelt die Teilnahme als Hauptwort, „Dabei sein ist alles“ als Wortgruppe. Das DWDS führt „Dabeisein ist alles“ als Hauptform.
Kurzer Test
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