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Dagegen ist kein Kraut gewachsen

Kurz gesagt

Dagegen hilft kein Mittel: Ein Übel, eine Eigenart oder ein Gegner lässt sich nicht ändern, aufhalten oder bezwingen.

Auch gesagt
Für den Tod ist kein Kraut gewachsen
Wider den Tod ist kein Kraut gewachsen

Was bedeutet „Dagegen ist kein Kraut gewachsen“?

„Dagegen ist kein Kraut gewachsen“ heißt: Dagegen hilft nichts, daran lässt sich nichts ändern. Man sagt es halb seufzend, halb amüsiert über Dinge, die man hinnehmen muss: das Älterwerden, den Heuschnupfen im Mai, die Neugier der Nachbarin oder die Begeisterung eines Kindes für ein Lied, das es zum zwanzigsten Mal hören will. Das DWDS umschreibt die Wendung mit „dagegen hilft nichts, das ist nicht zu ändern“.

Häufig richtet sie sich auf Menschen: „Gegen diese Mannschaft ist kein Kraut gewachsen“ heißt, dass sie nicht zu schlagen ist. Dann klingt sie anerkennend, besonders in Sportberichten. Die Form passt sich dem Bezug an: „dagegen“ steht für eine eben genannte Sache, „gegen ihn“ oder „gegen sie“ für Personen. Das „Kraut“ ist ursprünglich eine Heilpflanze, die Wendung meint also ein Heilmittel. Mit Kohl oder Unkraut hat sie nichts zu tun, auch wenn das Wort heute vor allem an Sauerkraut denken lässt.

Woher kommt „Dagegen ist kein Kraut gewachsen“?

Die Wendung ist eine Verallgemeinerung des alten Sprichworts vom Tod, gegen den kein Heilkraut gewachsen ist. „Kraut“ bedeutete im Frühneuhochdeutschen auch Heilpflanze; das DWDS datiert die übertragene Wendung ins 16. Jahrhundert. Johannes Agricola nahm das Sprichwort in dieser Zeit in seine Sammlung auf: „Fur den tode ist kein kraut gewachsen.“ Bei Sebastian Franck heißt es „Für den todt wechst kein kraut im garten“. Wander verzeichnet zahlreiche weitere Fassungen, darunter „Wider den Tod ist kein Kraut gewachsen“ und Mundartformen aus der Schweiz und dem Rheinland.

Der Gedanke ist älter als die deutsche Form. Wander nennt den lateinischen Merkvers „Contra vim mortis non est medicamen in hortis“: Gegen die Gewalt des Todes wächst kein Heilmittel in den Gärten. Später löste sich die Wendung vom Tod und wurde auf alles übertragen, was sich nicht verhindern, heilen oder besiegen lässt.

Beispiele aus dem Alltag

  • Der kleine Ben will das Dinosaurierlied zum zwanzigsten Mal hören. „Dagegen ist kein Kraut gewachsen“, sagt sein Vater und drückt auf Wiederholen.

  • Nach dem 5:0 gegen den Tabellenletzten schreibt der Lokalreporter: „Gegen diese Offensive ist in der Liga kein Kraut gewachsen.“

  • „Graue Haare? Dagegen ist kein Kraut gewachsen“, lacht Frau Albers beim Friseur, „also lassen wir sie einfach.“

Lustige Abwandlungen

  • Für den Tod kein Kraut gewachsen ist, süng de Aptheker, da mâkt’ he Lûs’salw.

    Hamburger Sagwort, von Wander verzeichnet: Der Apotheker singt den Spruch, während er Läusesalbe anrührt.

Mehr verdrehte Sprichwörter

Häufige Fragen

Woher kommt „Dagegen ist kein Kraut gewachsen“?

„Dagegen ist kein Kraut gewachsen“ geht auf das Sprichwort „Für den Tod ist kein Kraut gewachsen“ zurück, das schon Johannes Agricola im 16. Jahrhundert sammelte. Gemeint war: Gegen den Tod hilft kein Heilkraut. Später wurde die Wendung auf alles übertragen, was sich nicht ändern lässt.

Was ist mit „Kraut“ in „kein Kraut gewachsen“ gemeint?

Das „Kraut“ ist eine Heilpflanze, also ein Heilmittel. Das DWDS belegt „Kraut“ in der Bedeutung Heilpflanze schon im 15. Jahrhundert. Mit Kohl oder Sauerkraut hat die Wendung nichts zu tun.

Was bedeutet „Gegen ihn ist kein Kraut gewachsen“?

Auf Menschen bezogen heißt die Wendung, dass niemand gegen diese Person ankommt. Man sagt das etwa von einer Mannschaft oder Spielerin, die nicht zu schlagen ist, und meint es meist anerkennend.

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