Auf den Hund kommen
Kurz gesagt
Herunterkommen und in einen elenden Zustand geraten, ob wirtschaftlich, gesundheitlich oder moralisch.
- Auf Englisch
- to go to the dogs
- Auch gesagt
- Auf den Hund gekommen sein
- Jemanden auf den Hund bringen
Was bedeutet „Auf den Hund kommen“?
Wer oder was auf den Hund kommt, gerät in einen jämmerlichen Zustand: Ein Geschäft verliert seine Kundschaft, ein Haus verfällt, ein Mensch verarmt oder lässt sich gehen. Meist steht die Wendung im Perfekt, „auf den Hund gekommen“, als Urteil über das Ergebnis eines langen Niedergangs. Sie ist umgangssprachlich und kann bedauernd, spöttisch oder empört klingen, etwa wenn ältere Menschen klagen, die Sitten oder die Sprache seien auf den Hund gekommen.
Gern bezieht man sie auf Orte und Einrichtungen: das Viertel, das Fernsehprogramm, die Bahn. Das DWDS verzeichnet daneben eine junge, scherzhafte Bedeutung: Wer „auf den Hund gekommen“ ist, hat sich einen Hund angeschafft. Das Wortspiel setzt voraus, dass jeder die eigentliche, negative Bedeutung kennt. Verwandt sind „jemanden auf den Hund bringen“, also ihn ruinieren, und „auf dem Hund sein“ für völlig heruntergekommen sein.
Woher kommt „Auf den Hund kommen“?
Die Herkunft ist nicht sicher geklärt, und kaum eine Redensart hat so viele Erklärungsversuche angezogen. Pfeifers Etymologisches Wörterbuch datiert „auf den Hund kommen“ im Sinn von „herunterkommen“ ins 18. Jahrhundert. Den Hintergrund bildet die lange verbreitete Geringschätzung des Hundes als Bild für das Elende und Niederträchtige, weshalb viele Hundewendungen negativ sind.
Die Brüder Grimm hielten einen Zusammenhang mit der alten Ehrenstrafe des Hundetragens für am wahrscheinlichsten, bei der ein Verurteilter öffentlich einen Hund tragen musste. Nachweisen lässt sich diese Verbindung nicht. Andere sehen eine Fortsetzung von „vom Pferd auf den Esel kommen“: erst Pferd, dann Esel, zuletzt der Hund vor dem Karren. Genannt wird auch der Grubenwagen im Bergbau, der „Hunt“, den schieben musste, wer als Hauer zu schwach geworden war. Populär ist schließlich die Geschichte von Geldtruhen, auf deren Boden ein Hund gemalt gewesen sei, der erst zum Vorschein kam, wenn das Geld zur Neige ging. Für sie fehlt ein historischer Beleg.
Quellen
- DWDS: auf den Hund kommen
- Wikipedia: Auf den Hund kommen
- Grimm: Deutsches Wörterbuch, Stichwort ‚Hund‘
Stand:
Beispiele aus dem Alltag
Die Kneipe an der Ecke war früher immer voll. „Seit dem Pächterwechsel ist der Laden völlig auf den Hund gekommen“, sagt Stammgast Werner.
Opa Kurt liest die Kommentare unter einem Zeitungsartikel und schüttelt den Kopf: „Diese Rechtschreibung! Die Sprache kommt wirklich auf den Hund.“
Seit Jana und Ben den Labrador aus dem Tierheim geholt haben, gehen sie jeden Morgen um sechs spazieren. „Wir sind auf den Hund gekommen“, sagen sie lachend.
Häufige Fragen
Heißt es „auf den Hund kommen“ oder „auf den Hund gekommen“?
Die Grundform im Wörterbuch ist „auf den Hund kommen“. Im Alltag hört man fast immer das Perfekt: „Das Viertel ist auf den Hund gekommen.“
Was hat der Hund mit dem Niedergang zu tun?
Der Hund galt lange als verachtetes, geprügeltes Tier und stand für Elend und Niedrigkeit. Welche konkrete Vorstellung hinter der Wendung steht, ist aber nicht geklärt.
Wie sagt man „auf den Hund gekommen“ auf Englisch?
Die englische Entsprechung lautet „to go to the dogs“. Auch dort steht der Hund für den Niedergang.
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