Auf den Busch klopfen
Kurz gesagt
Vorsichtig und geschickt nachfragen, um etwas herauszufinden, das der andere nicht von sich aus erzählt.
- Auf Englisch
- To sound someone out
- To put out feelers
- To fish for information
- Auch gesagt
- Bei jemandem auf den Busch klopfen
Was bedeutet „Auf den Busch klopfen“?
„Auf den Busch klopfen“ heißt: durch geschickte, oft scheinbar beiläufige Fragen etwas herausfinden wollen, das der andere nicht von sich aus erzählt. Man lässt eine Andeutung fallen, tut so, als wisse man schon Bescheid, und wartet ab, was herauskommt. Typisch sind die Kollegin, die vor dem Jahresgespräch bei der Chefin auf den Busch klopft, ob eine Gehaltserhöhung drin ist, Eltern, die wissen wollen, warum die Tochter so oft bei einer bestimmten Freundin übernachtet, oder Journalisten, die einem Minister eine Rücktrittsabsicht entlocken wollen.
Die Wendung ist umgangssprachlich und steht meist mit „bei jemandem“. Sie beschreibt ein taktisches, aber kein unredliches Vorgehen: Man sondiert die Lage, bevor man sich festlegt oder eine Bitte vorträgt. Wer auf den Busch klopft, verhört niemanden und spioniert nicht, er tastet sich heran. Nicht verwechseln sollte man sie mit dem englischen „to beat about the bush“, das trotz des ähnlichen Bildes „um den heißen Brei herumreden“ bedeutet.
Woher kommt „Auf den Busch klopfen“?
Die Wendung stammt aus der Jagd. Duden ordnet sie der Jägersprache zu: Man klopfte auf das Gebüsch, um festzustellen, ob sich darin Wild verbirgt; nach Pfeifers Etymologischem Wörterbuch sollte das verborgene Wild aufgescheucht werden. Auch Vogelsteller schlugen in die Büsche, damit die Vögel herausflogen. Dazu gehört ein altes Sprichwort, das Wander aus der Sammlung des Tunnicius (1514) zitiert: „Ein ander kloppet up den busch, mer du krichst den vogel.“ Der eine macht die Arbeit, der andere hat den Gewinn.
Grimms Wörterbuch (Band 2, 1860) erklärt „an den busch schlagen oder klopfen“ übertragen als „nach etwas forschen, es erkundigen“ und gibt das Beispiel: „ich habe zwar bei ihm auf den busch geklopft, aber nichts herausbringen können.“ Wander verzeichnet die Redensart 1867 und beschreibt sie genau: auf etwas so raten, „als wisse man es schon“, oder jemanden vorsichtig aushorchen, „ehe man ihm ein Gesuch vorträgt“. Er hält sie für „wol vom Jäger entlehnt, der auf den Busch klopft, um ein Wild aufzujagen“.
Beispiele aus dem Alltag
Vor dem Jahresgespräch will Svenja wissen, ob überhaupt Geld für Gehaltserhöhungen da ist. Beim Mittagessen klopft sie bei der Teamleiterin vorsichtig auf den Busch.
„Fährt Paul eigentlich auch mit auf die Klassenfahrt?“, fragt Frau Albers beiläufig. Ihre Tochter verdreht die Augen: „Mama, du brauchst gar nicht auf den Busch zu klopfen.“
Die Reporterin hat beim Ministerpräsidenten auf den Busch geklopft, doch zu einer Kandidatur sagt er nur: „Darüber reden wir im Frühjahr.“
Häufige Fragen
Woher kommt „auf den Busch klopfen“?
„Auf den Busch klopfen“ stammt aus der Jagd: Jäger und Vogelsteller schlugen auf Büsche, um verborgenes Wild oder Vögel aufzuscheuchen. Grimm und Wander verzeichnen im 19. Jahrhundert die übertragene Bedeutung, durch Fragen etwas Verborgenes herauszulocken.
Bedeutet „auf den Busch klopfen“ dasselbe wie „to beat about the bush“?
Nein. Das englische „to beat about the bush“ heißt „um den heißen Brei herumreden“, also einem Thema ausweichen. „Auf den Busch klopfen“ meint dagegen, gezielt nachzufragen, um etwas herauszufinden.
Wie sagt man „auf den Busch klopfen“ auf Englisch?
Am nächsten kommen „to sound someone out“ und „to put out feelers“. Geht es darum, jemandem eine Information zu entlocken, passt auch „to fish for information“.
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