Wat mutt, dat mutt
Kurz gesagt
Plattdeutsch für „Was sein muss, muss sein“: Eine unangenehme, aber nötige Sache wird ohne Jammern erledigt.
- Auf Englisch
- Needs must
- What must be, must be
- Auch gesagt
- Was sein muss, muss sein
Was bedeutet „Wat mutt, dat mutt“?
Hochdeutsch: „Was sein muss, muss sein.“ Mit dem plattdeutschen Satz nimmt man eine lästige Pflicht an, ohne lange zu klagen: den Zahnarzttermin, die Steuererklärung, den Umzug im Regen, die Entscheidung, die keiner treffen will. „Mutt“ ist die niederdeutsche Form von „muss“, „wat“ und „dat“ entsprechen „was“ und „das“. Der Spruch ist in Norddeutschland verbreitet und wird auch von Menschen benutzt, die sonst kein Platt sprechen.
Der Ton ist nüchtern und ein wenig trotzig: Man erkennt einen Sachzwang an und packt an. Darin liegt norddeutsche Gelassenheit, aber auch ein leichtes Achselzucken, denn der Satz begründet nichts, er stellt nur fest. Politiker greifen gern darauf zurück, wenn sie eine unbeliebte Entscheidung als unvermeidlich darstellen wollen. Björn Engholm benutzte ihn 1990, als er sich bereit erklärte, SPD-Vorsitzender zu werden, und der „Spiegel“ überschrieb 2018 einen Artikel über Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Daniel Günther damit.
Woher kommt „Wat mutt, dat mutt“?
Der Gedanke ist alt, die knappe plattdeutsche Form lässt sich nicht genau datieren. Wanders Deutsches Sprichwörter-Lexikon aus dem 19. Jahrhundert kennt das hochdeutsche „Was sein muss, muss sein“ und mehrere niederdeutsche Verwandte. Aus der Altmark verzeichnet es nach Danneil das Sagwort „Wat wesen mutt, mutt wesen, seggt de Jung, un har sick ’n Mûltrummel köft“, aus Holstein nach Schütze „Wenn ick mutt, so mutt ick“ mit dem Hinweis, das sei eine „Redensart, wenn man etwas ungern thut“. Schon im 17. Jahrhundert sammelten Friedrich Petri und Christoph Lehmann „Was muss seyn, da schick dich drein“.
Ähnliche Formeln gibt es in den Nachbarsprachen, etwa das niederländische „Wat moet, dat moet“ und das französische „Il faut ce qu’il faut“. Eine einzelne Quelle, aus der „Wat mutt, dat mutt“ stammt, ist nicht bekannt.
Beispiele aus dem Alltag
Um sechs Uhr früh klingelt bei Hauke der Wecker, draußen stürmt es, und die Kühe warten. „Wat mutt, dat mutt“, brummt er und zieht die Gummistiefel an.
Die Wurzelbehandlung ist für Donnerstag angesetzt. „Wat mutt, dat mutt“, schreibt Insa ihrer Schwester, „danach gibt’s Eis.“
Der Verein muss den Beitrag erhöhen, sonst ist das Vereinsheim nicht zu halten. „Wat mutt, dat mutt“, sagt der Vorsitzende auf der Jahreshauptversammlung, und die Hände gehen hoch.
Häufige Fragen
Was heißt „Wat mutt, dat mutt“ auf Hochdeutsch?
Der plattdeutsche Satz bedeutet „Was sein muss, muss sein“. „Mutt“ ist die niederdeutsche Form von „muss“, „wat“ und „dat“ entsprechen „was“ und „das“.
Aus welcher Gegend kommt „Wat mutt, dat mutt“?
Der Spruch ist plattdeutsch und in Norddeutschland verbreitet. Verwandte Formen verzeichnet Wanders Sprichwörter-Lexikon unter anderem aus der Altmark und aus Holstein.
Wie sagt man „Wat mutt, dat mutt“ auf Englisch?
Im britischen Englisch passt „Needs must“, kurz für „Needs must when the devil drives“. Wörtlicher ist „What must be, must be“.
Kurzer Test
Ganzes QuizWie geht das Sprichwort weiter?
Schaffe, schaffe, …