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Ich glaub, mich tritt ein Pferd

Kurz gesagt

Salopper Ausruf, mit dem man ausdrückt, dass einen etwas völlig überrascht oder empört.

Auf Englisch
Well, I’ll be damned!
You could have knocked me down with a feather
Auch gesagt
Ich dachte, mich tritt ein Pferd
Ich denk, mich tritt ein Pferd

Was bedeutet „Ich glaub, mich tritt ein Pferd“?

„Ich glaub, mich tritt ein Pferd!“ sagt man, wenn einen etwas so trifft, als hätte man einen Huftritt abbekommen. Der Duden umschreibt die saloppe Wendung knapp mit „das überrascht mich sehr“, das DWDS nennt Überraschung, Erstaunen und Empörung. Die Anlässe reichen vom Preisschild im Laden bis zum unerwarteten Brief, und häufig klingt Ärger mit: über eine Gebührenerhöhung, eine Dreistigkeit, eine endlose Warteschlange.

Wie bei vielen dieser Formeln steckt die Wirkung im absurden Bild. Man kann den Satz zornig, belustigt oder ungläubig sagen, der Tonfall entscheidet. Oft erzählt man damit im Nachhinein von einem Schreck: „Ich dachte, mich tritt ein Pferd, als ich die Schlange sah.“ Die Wendung ist umgangssprachlich und passt in Gespräche, Leserbriefe und Glossen, kaum aber in sachliche Texte. Neben „glauben“ ist „denken“ üblich, und das DWDS stellt sie als Synonym neben „Ich glaub, mein Schwein pfeift“, „Ich glaub, mich laust der Affe“ und „Ich glaub, mich knutscht ein Elch“.

Woher kommt „Ich glaub, mich tritt ein Pferd“?

Eine belegte Herkunft gibt es nicht. Duden und DWDS führen die Wendung, nennen aber weder Alter noch Ursprung. Das Bild ist trotzdem leicht zu lesen: Ein Pferdetritt kommt plötzlich und haut einen um, so wie die Nachricht, die man gerade gehört hat. Nach einem ähnlichen Muster sagt man „Mich trifft der Schlag“.

Im Kino stand der Spruch als Titel: Die US-Komödie „Animal House“ von John Landis aus dem Jahr 1978 lief in Deutschland unter dem Titel „Ich glaub’, mich tritt ein Pferd“. Mit dem Originaltitel hat er nichts zu tun. Ob der Verleih eine schon geläufige Redensart aufnahm oder sie erst verbreitete, lässt sich aus den Wörterbüchern nicht klären. Die Beispiele, die das DWDS anführt, stammen aus den Jahren 2009 bis 2021.

Beispiele aus dem Alltag

  • Frau Brandt steht am Kiosk und liest den neuen Preis ihrer Fernsehzeitschrift. „Ich glaub, mich tritt ein Pferd! Schon wieder 30 Cent mehr?“

  • Als Tim nach den Ferien seinen Spind öffnet, hat jemand ihn bis oben mit Luftballons gefüllt. „Ich glaub, mich tritt ein Pferd“, lacht er.

  • „Ich dachte, mich tritt ein Pferd, als der Trainer mich in die erste Mannschaft geholt hat“, erzählt Svenja beim Vereinsfest.

Häufige Fragen

Ist „Ich glaub, mich tritt ein Pferd“ ein Filmtitel?

„Ich glaub’, mich tritt ein Pferd“ ist der deutsche Titel der US-Komödie „Animal House“ von John Landis aus dem Jahr 1978. Mit dem Originaltitel hat der Spruch nichts zu tun.

Was ist der Unterschied zu „Ich glaub, mich knutscht ein Elch“?

Bedeutung und Gebrauch sind gleich, das DWDS führt beide Wendungen als Synonyme. Der Pferdetritt klingt etwas handfester, der knutschende Elch etwas alberner.

Wie sagt man das auf Englisch?

Gebräuchlich sind „Well, I’ll be damned!“ oder, bildhafter, „You could have knocked me down with a feather“, also: Man hätte mich mit einer Feder umstoßen können.

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