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Des Pudels Kern

Kurz gesagt

Der eigentliche Kern einer Sache, das, was wirklich dahintersteckt. Das Zitat stammt aus Goethes „Faust“: „Das also war des Pudels Kern!“

Auf Englisch
the heart of the matter
the crux of the matter
Auch gesagt
Das also war des Pudels Kern!
Da liegt des Pudels Kern

Was bedeutet „Des Pudels Kern“?

„Des Pudels Kern“ ist das, was hinter einer Sache eigentlich steckt: der wahre Grund, die verborgene Absicht, der entscheidende Punkt. Wer sagt „Das also ist des Pudels Kern!“, hat nach längerem Rätseln durchschaut, worum es wirklich geht. Der Kollege, der plötzlich so hilfsbereit ist, will in Wahrheit die Urlaubsplanung beeinflussen. Die Gemeinde, die eine Straße „verschönern“ will, plant in Wahrheit Parkgebühren. Typisch sind Formen wie „Da liegt des Pudels Kern“ oder „Das ist des Pudels Kern“.

Der Ausdruck ist bildungssprachlich, wird aber oft mit einem Augenzwinkern verwendet, gerade weil er nach Klassikerzitat klingt. Anders als bei „Da liegt der Hund begraben“ schwingt bei Goethes Pudel häufig mit, dass hinter einem harmlosen Anschein etwas Unerwartetes zum Vorschein kommt, so wie im Drama hinter dem Hund der Teufel steckt. Viele kennen die Wendung, ohne das Stück gelesen zu haben, und verstehen sie einfach als gehobenes Wort für den Kern der Sache. Auch das ist ein korrekter Gebrauch.

Woher kommt „Des Pudels Kern“?

Die Wendung stammt aus Goethes „Faust. Der Tragödie erster Teil“ (1808). Faust hat bei einem Osterspaziergang vor dem Stadttor einen schwarzen Pudel aufgelesen, der ihm nach Hause folgt. Im Studierzimmer wird das Tier immer unruhiger und schwillt an, während Faust das Johannesevangelium übersetzt. Faust erkennt, dass ein Geist darin steckt, und beschwört ihn. Darauf tritt Mephistopheles, gekleidet wie ein fahrender Scholastikus, hinter dem Ofen hervor, und Faust ruft: „Das also war des Pudels Kern!“ (Vers 1323). Der „Kern“ des Pudels ist also der Teufel selbst, der sich in der Hundegestalt verborgen hatte.

Der Vers wurde rasch zum geflügelten Wort. Wander nimmt 1873 die Redensarten „Da liegt des Pudels Kern“ und „Er geht auf des Pudels Kern“ in sein „Deutsches Sprichwörter-Lexikon“ auf und vermerkt ausdrücklich, sie seien aus Goethes Faust entlehnt. Als Gewährsmann nennt er Georg Büchmanns Sammlung „Geflügelte Worte“.

Beispiele aus dem Alltag

  • Der Vermieter bietet allen Mietparteien plötzlich eine kostenlose Renovierung an. Erst im Kleingedruckten steht die Mieterhöhung. „Das also war des Pudels Kern“, sagt Frau Yilmaz.

  • Im Deutsch-Leistungskurs fragt Herr Brandt, warum die Figur so großzügig handelt. Nach einer halben Stunde Diskussion meldet sich Sophie: „Sie will das Erbe. Da liegt des Pudels Kern.“

  • Die Stadt will den Marktplatz „beleben“ und schafft dafür die Parkplätze ab. Im Leserbrief schreibt Herr Kuhn: „Des Pudels Kern ist doch, dass das Einkaufszentrum mehr Kunden will.“

Häufige Fragen

Wer hat „des Pudels Kern“ gesagt?

„Das also war des Pudels Kern!“ sagt Faust in Goethes „Faust. Der Tragödie erster Teil“ (1808), als sich der schwarze Pudel, der ihm gefolgt ist, als Mephistopheles entpuppt.

In welcher Szene steht „des Pudels Kern“?

Der Vers steht in der ersten Szene „Studierzimmer“ von „Faust. Der Tragödie erster Teil“, Vers 1323. Kurz davor hat Faust den Pudel beschworen.

Ist „des Pudels Kern“ dasselbe wie „da liegt der Hund begraben“?

Beide Wendungen benennen den entscheidenden Punkt einer Sache. „Des Pudels Kern“ betont eher, dass hinter einem harmlosen Anschein etwas Unerwartetes steckt. „Da liegt der Hund begraben“ meint vor allem die eigentliche Ursache eines Problems.

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