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Die Achillesferse

Kurz gesagt

Die eine empfindliche, verwundbare Stelle eines Menschen oder einer Sache, die sonst stark ist.

Auf Englisch
Achilles’ heel

Was bedeutet „Die Achillesferse“?

„Die Achillesferse“ ist die verwundbare Stelle eines Menschen, einer Organisation oder eines Systems, der wunde Punkt bei sonst großer Stärke. Man sagt etwa „Das ist seine Achillesferse“ über einen brillanten Redner, der bei Zahlen ins Schwimmen gerät, über eine Mannschaft, die stark angreift und bei jeder Ecke ein Gegentor fängt, oder über eine Branche, die an einem einzigen Zulieferer hängt. In der IT ist es die eine Sicherheitslücke, über die ein ganzes Netzwerk angreifbar wird. Der Duden ordnet das Wort der Bildungssprache zu, es ist aber in Sport, Wirtschaft und Politik sehr gebräuchlich.

Zum Bild gehören zwei Dinge: Es gibt nur diese eine Schwachstelle, und der Rest ist stark. Für jemanden, der überall Schwächen hat, passt das Wort nicht, und für eine allgemeine Ungeschicklichkeit auch nicht. Den Plural „Achillesfersen“ verwendet man selten. Nicht verwechseln sollte man das Bild mit der Achillessehne, der kräftigen Sehne über der Ferse. Sie ist nach derselben Sage benannt, doch ein Achillessehnenriss ist eine echte Verletzung und keine Redensart.

Woher kommt „Die Achillesferse“?

Das Wort spielt auf den griechischen Helden Achilleus an, der nur an einer Stelle seines Körpers verwundbar war. Bei Homer steht davon noch nichts. In der „Ilias“ wird Achilleus im Kampf mit Asteropaios sogar am Arm verletzt (21. Gesang), und sterbend sagt Hektor ihm nur voraus, Paris und Apollon würden ihn am Skäischen Tor töten (22. Gesang).

Die Unverwundbarkeit ist erst später überliefert. Der römische Dichter Statius lässt in seiner „Achilleis“ (Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr.) die Mutter Thetis sagen, sie habe den Sohn im Fluss Styx gefeit, und wünschen, sie hätte es ganz getan („totumque utinam!“, 1,269). Eine bestimmte Stelle nennt er nicht. Ausdrücklich ist sie in den unter dem Namen Hyginus überlieferten „Fabulae“ (107): Apollon in Gestalt des Paris traf Achilleus mit einem Pfeil an der Ferse, die sterblich gewesen sein soll („talum, quem mortalem habuisse dicitur“). Das lateinische „talus“ meint eigentlich den Knöchel, und auch Apollodor spricht vom Knöchel (Epitome 5,3). Die bekannte Ausmalung, Thetis habe den Säugling dabei an der Ferse gehalten, die deshalb trocken blieb, steht weder bei Statius noch bei Hyginus.

Beispiele aus dem Alltag

  • Der Tabellenführer schießt Tore am Fließband, kassiert aber nach fast jeder Ecke eins. „Die Standards sind ihre Achillesferse“, sagt der Kommentator zur Halbzeit.

  • Murat programmiert schneller als alle anderen, vergisst aber ständig Termine. Im Mitarbeitergespräch sagt seine Teamleiterin: „Deine Achillesferse ist die Planung, nicht der Code.“

  • Frau Albers liest beim Frühstück, dass ein Autozulieferer an einem einzigen Chiphersteller hängt. „Das ist die Achillesferse der ganzen Branche“, sagt sie zu ihrem Mann.

Häufige Fragen

Warum war die Ferse des Achilles verwundbar?

Nach späterer Überlieferung tauchte Thetis ihren Sohn Achilleus in den Unterweltfluss Styx, um ihn unverwundbar zu machen. Statius deutet an, dass dabei eine Stelle ungeschützt blieb, die „Fabulae“ des Hyginus nennen die Ferse. Dort traf ihn der tödliche Pfeil.

Steht die Achillesferse bei Homer?

Nein, bei Homer kommt die Achillesferse nicht vor. In der „Ilias“ ist Achilleus nicht unverwundbar und wird sogar am Arm verletzt. Die Geschichte von der einen verwundbaren Stelle ist erst in späteren, vor allem römischen Quellen belegt.

Was hat die Achillessehne mit der Achillesferse zu tun?

Die Achillessehne ist wie die Achillesferse nach dem Helden Achilleus benannt, weil er der Sage nach an der Ferse tödlich getroffen wurde. Die Achillessehne ist aber ein anatomischer Fachbegriff, die Achillesferse eine Redewendung für eine Schwachstelle.

Wie sagt man „Achillesferse“ auf Englisch?

Die Achillesferse heißt auf Englisch „Achilles’ heel“. Gebraucht wird sie genauso wie im Deutschen.

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