Das ist nicht mein Bier
Kurz gesagt
Damit sagt man, dass einen eine Sache nichts angeht oder dass man dafür nicht zuständig ist.
- Auf Englisch
- Not my circus, not my monkeys
- That’s not my problem
- Auch gesagt
- Das ist mein Bier
- Nicht jemandes Bier sein
- Gegenteil
- Seinen Senf dazugeben
Was bedeutet „Das ist nicht mein Bier“?
Wer sagt „Das ist nicht mein Bier“, erklärt, dass ihn eine Angelegenheit nichts angeht und er sich nicht darum kümmern wird. Der Duden umschreibt die Wendung mit „das ist nicht meine Angelegenheit, nicht mein Geschäft“. Sie ist umgangssprachlich und kann sachlich klingen, etwa wenn es um Zuständigkeiten im Job geht, oder schnippisch, wenn jemand sich ein Problem vom Hals halten will. Typisch ist die Kollegin, die den Drucker reparieren soll, obwohl dafür die IT zuständig ist.
Es gibt auch die bejahende Form: „Das ist mein Bier“ heißt, das ist meine Sache, misch dich nicht ein. Mit dem Getränk hat die Wendung trotz des Bildes wohl nichts zu tun, auch wenn viele Witze genau damit spielen. In formellen Schreiben oder gegenüber Vorgesetzten wirkt sie salopp, im Team oder unter Freunden ist sie ganz normal. Wer sie benutzt, zieht eine klare Grenze, und je nach Ton klingt das entlastend oder gleichgültig.
Woher kommt „Das ist nicht mein Bier“?
Wie das Bier in die Wendung kam, ist nicht sicher geklärt. Der Duden hält es für wahrscheinlich, dass „Bier“ hier ursprünglich eine gleich klingende westmitteldeutsche Mundartform von „Birne“ ist. Das Redewendungswörterbuch im Universal-Lexikon nennt als mögliches Vorbild die kölnische Wendung „dat sönd ding Beäre net“, also „das sind nicht deine Birnen“ im Sinne von „das geht dich nichts an“. Aus der mundartlichen Birne wäre dann durch Umdeutung das vertraute Bier geworden.
Seit wann die Wendung im Umlauf ist, lässt sich nicht genau sagen. In Wanders Sprichwörter-Lexikon des 19. Jahrhunderts fehlt sie unter dem Stichwort „Bier“. Naheliegende Deutungen über das Getränk selbst, etwa dass man das eigene Glas nicht mit Fremden teilt, sind nicht belegt.
Beispiele aus dem Alltag
Die Praktikantin fragt, wer den verstopften Kaffeeautomaten reinigt. Herr Brandt zuckt mit den Schultern: „Das ist nicht mein Bier, da musst du den Hausmeister anrufen.“
Jonas bittet seine Schwester, den Streit um den Putzplan in seiner WG zu schlichten. „Sorry, das ist nicht mein Bier“, schreibt sie zurück, „das müsst ihr unter euch klären.“
Im Vereinsvorstand streiten zwei Mitglieder über die Hallenzeiten. Die Kassiererin klappt ihren Laptop zu: „Das ist nicht mein Bier. Ich kümmere mich ums Geld.“
Häufige Fragen
Hat „Das ist nicht mein Bier“ etwas mit Bier zu tun?
Wahrscheinlich nicht. Der Duden führt das Wort auf eine westmitteldeutsche Mundartform von „Birne“ zurück, die wie „Bier“ klang und in solchen Wendungen für „Sache“ stand.
Ist „Das ist nicht mein Bier“ unhöflich?
Die Wendung ist salopp, aber nicht beleidigend. Im Kollegenkreis ist sie üblich, gegenüber Kunden oder Vorgesetzten wirkt sie leicht abweisend.
Wie sagt man „Das ist nicht mein Bier“ auf Englisch?
Schlicht „That’s not my problem“. Umgangssprachlich und ähnlich bildhaft ist „Not my circus, not my monkeys“, das ursprünglich aus dem Polnischen stammt.
Kurzer Test
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