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Seinen Senf dazugeben

Kurz gesagt

Ungefragt seine Meinung zu etwas äußern, auch wenn niemand danach verlangt hat.

Auf Englisch
To put in one’s two cents
To add one’s two cents’ worth
Auch gesagt
Überall seinen Senf dazugeben

Was bedeutet „Seinen Senf dazugeben“?

Wer seinen Senf dazugibt, äußert seine Meinung zu etwas, meist ungefragt und oft zu Dingen, von denen er wenig versteht. Duden umschreibt die Wendung mit „[ungefragt zu allem] seine Meinung sagen, seinen Kommentar geben“. Typisch sind der Nachbar, der jede Gartenarbeit kommentiert, der Onkel, der beim Familienessen zu Politik, Fußball und Kindererziehung gleichermaßen Ratschläge hat, oder die Kommentarspalte unter jedem Onlineartikel. Die Wendung ist umgangssprachlich und leicht spöttisch.

Über andere gesagt, ist sie eine Kritik: Der Beitrag war unnötig oder unerwünscht. Über sich selbst gesagt, wird sie zur bescheidenen Einleitung. „Wenn ich auch mal meinen Senf dazugeben darf …“ kündigt eine Meinung an und nimmt ihr gleich etwas Gewicht. Wer zu allem etwas zu sagen hat, „muss überall seinen Senf dazugeben“. Verwandt ist „einen langen Senf machen“, also unnötig viele Worte machen. Diese Wendung führt Duden ebenfalls, im Alltag hört man sie aber deutlich seltener.

Woher kommt „Seinen Senf dazugeben“?

Die Wendung stammt aus der Küche: Senf ist eine scharfe Würze, die man zum Essen dazugibt. Grimms Wörterbuch erklärt, dass „Senf“ übertragen zunächst für beißende, scharfe, witzige Beiträge in einer Unterhaltung stand und sich später auf jede Wortmeldung ausweitete. Belege finden sich bei Gottfried August Bürger („auch Thom’s gab seinen senf dazu“) und bei Gottfried Keller („es ist besser, dasz ihr auch euren senf dazu gebt“). Jeremias Gotthelf spricht davon, „den senf an alles streichen“, also zu allem etwas sagen zu müssen. Die Wörterbücher von Steinbach und Frisch verzeichnen im 18. Jahrhundert außerdem „einen langen Senf machen“ für weitschweifiges, lästiges Reden.

Oft liest man, im 17. Jahrhundert hätten Wirte zu jedem Gericht Senf gereicht, ob er passte oder nicht. Als Ursprung der Wendung ist diese Geschichte nicht belegt.

Beispiele aus dem Alltag

  • Kaum hat Familie Schulz den neuen Zaun gestrichen, steht der Nachbar daneben: „Das Grün hätte ich ja nicht genommen.“ Frau Schulz murmelt: „Muss der eigentlich überall seinen Senf dazugeben?“

  • In der Elterngruppe geht es um die Abholzeiten der Kita. Tobias schreibt: „Wenn ich auch mal meinen Senf dazugeben darf: Halb fünf ist für Berufstätige zu früh.“

  • Beim Training erklärt die Trainerin eine neue Taktik. Ein Vater ruft vom Spielfeldrand ständig dazwischen, bis sie sich umdreht: „Danke, aber Ihren Senf brauchen wir heute nicht.“

Häufige Fragen

Wie sagt man „seinen Senf dazugeben“ auf Englisch?

Die übliche Entsprechung ist „to put in one’s two cents“ oder „to add one’s two cents’ worth“. Wie im Deutschen kündigt man damit oft bescheiden die eigene Meinung an.

Schreibt man „dazugeben“ zusammen?

Im Infinitiv wird „seinen Senf dazugeben“ zusammengeschrieben, so steht es auch im Duden. Im gebeugten Satz trennt sich das Verb: „Er gibt seinen Senf dazu.“

Ist „seinen Senf dazugeben“ unhöflich?

Über andere gesagt ist die Wendung eine spöttische Kritik an ungefragten Kommentaren. Über sich selbst gesagt („wenn ich meinen Senf dazugeben darf“) wirkt sie dagegen bescheiden und höflich.

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