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Für jemanden die Hand ins Feuer legen

Kurz gesagt

Sich ohne jeden Vorbehalt für jemanden oder etwas verbürgen, weil man von seiner Ehrlichkeit oder Richtigkeit fest überzeugt ist.

Auf Englisch
To vouch for someone
I’d stake my life on it
Auch gesagt
Für jemanden seine Hand ins Feuer legen
Für etwas die Hand ins Feuer legen

Was bedeutet „Für jemanden die Hand ins Feuer legen“?

„Für jemanden die Hand ins Feuer legen“ heißt: sich vorbehaltlos für jemanden oder etwas verbürgen. Wer das sagt, ist sich seiner Sache so sicher, dass er mit seinem eigenen Ruf dafür einstehen würde. Man legt die Hand ins Feuer für eine Kollegin, die zu Unrecht verdächtigt wird, für den Sohn, der angeblich die Schule geschwänzt hat, oder für eine Zahl in der Präsentation, die man dreimal geprüft hat. Duden umschreibt es mit „sich vorbehaltlos und uneingeschränkt für jemanden, etwas verbürgen“.

Häufig steht die Wendung verneint oder im Konjunktiv. „Dafür würde ich nicht die Hand ins Feuer legen“ drückt höflich Zweifel aus, ohne jemanden direkt zu beschuldigen. „Für den hätte ich meine Hand ins Feuer gelegt“ sagt man, wenn sich ein Vertrauen als falsch erwiesen hat; das DWDS hebt diese Form eigens hervor. Die Wendung hat keine Stilmarkierung und kommt im Gespräch ebenso vor wie vor Gericht, in Interviews oder in der Politik.

Woher kommt „Für jemanden die Hand ins Feuer legen“?

Duden bezieht die Wendung auf die mittelalterlichen Feuerurteile, bei denen ein Angeklagter seine Hand ins Feuer halten musste, um seine Unschuld zu beweisen; blieb er unverletzt, galt er als unschuldig. Solche Gottesurteile kannte das Mittelalter in mehreren Formen, bei der Eisenprobe etwa musste der Beschuldigte ein glühendes Eisen einige Schritte weit tragen. 1215 verbot das Vierte Laterankonzil Geistlichen, an Gottesurteilen mitzuwirken.

Grimms Wörterbuch (Band 3, 1862) verzeichnet die ältere Form „die hand ins feuer stecken, für die wahrheit einer sache“ und belegt sie aus den Briefen der Liselotte von der Pfalz: „da wollte meine hand wol vor ins feuer stecken.“ Gelegentlich wird die Wendung mit dem Römer Mucius Scaevola verbunden, der nach Livius seine rechte Hand vor dem König Porsenna im Feuer verbrennen ließ. Dort geht es aber um Standhaftigkeit, nicht um eine Bürgschaft, und die Wörterbücher stellen keinen Zusammenhang her.

Beispiele aus dem Alltag

  • Im Büro fehlt Geld aus der Kaffeekasse, und einige verdächtigen die neue Kollegin. Herr Nowak schüttelt den Kopf: „Für Elif würde ich die Hand ins Feuer legen.“

  • „Bist du sicher, dass die Zahlen stimmen?“, fragt die Chefin vor der Vorstandssitzung. Jonas nickt: „Dafür kann ich die Hand ins Feuer legen, ich habe sie dreimal geprüft.“

  • Der Gebrauchtwagenhändler schwört, der Wagen sei unfallfrei. Auf dem Heimweg sagt Aylins Vater: „Für den würde ich nicht die Hand ins Feuer legen.“

Häufige Fragen

Woher kommt „die Hand ins Feuer legen“?

„Für jemanden die Hand ins Feuer legen“ bezieht sich nach Duden auf die mittelalterlichen Feuerurteile: Ein Angeklagter musste seine Hand ins Feuer halten und galt als unschuldig, wenn er sich nicht verbrannte. Wer heute die Hand ins Feuer legt, ist sich der Unschuld oder Zuverlässigkeit eines anderen ebenso sicher.

Stammt „die Hand ins Feuer legen“ von Mucius Scaevola?

Dafür gibt es keinen Beleg. Der Römer Mucius Scaevola hielt nach Livius seine Hand ins Feuer, um seine Standhaftigkeit zu zeigen, nicht um sich für jemanden zu verbürgen. Duden führt „die Hand ins Feuer legen“ auf die mittelalterlichen Feuerurteile zurück.

Wie sagt man „für jemanden die Hand ins Feuer legen“ auf Englisch?

Meist sagt man „to vouch for someone“. Geht es um eine Sache, deren man sich sicher ist, heißt es „I’d stake my life on it“.

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