Für einen Apfel und ein Ei
Kurz gesagt
Sehr billig, für einen lächerlich kleinen Betrag, der meist weit unter dem eigentlichen Wert der Sache liegt.
- Auf Englisch
- for a song
- for peanuts
- dirt cheap
- Auch gesagt
- Für ’n Appel und ’n Ei
Was bedeutet „Für einen Apfel und ein Ei“?
„Für einen Apfel und ein Ei“ heißt: sehr billig, für fast nichts. Man sagt es beim Kaufen, Verkaufen oder Bekommen: ein Designerstuhl vom Flohmarkt, ein Grundstück, das vor fünfzig Jahren noch für einen Apfel und ein Ei zu haben war, ein Gemälde, das jemand bei einer Haushaltsauflösung ahnungslos verschleudert. Der Duden erklärt es mit „sehr billig, für einen unbedeutenden Betrag“. Gesprochen heißt es oft „für ’n Appel und ’n Ei“, und das DWDS stellt fest, dass diese umgangssprachliche Form sogar häufiger vorkommt als die hochdeutsche.
Der Ton ist umgangssprachlich, oft mit einem Unterton: Freude über ein Schnäppchen, Neid auf andere oder Reue, weil man selbst zu billig verkauft hat. Häufig steht die Wendung auch verneint, um zu sagen, dass gute Arbeit ihren Preis hat: „Das gibt es nicht für einen Apfel und ein Ei.“ Gemeint ist ein kleiner Betrag, nicht gar keiner; wer etwas umsonst bekommt, bekommt es „für lau“. Bedeutungsnah sind „für ein Butterbrot“ und „für einen Pappenstiel“.
Woher kommt „Für einen Apfel und ein Ei“?
Wann und wo die Wendung entstand, ist nicht belegt. Vermutlich stehen Apfel und Ei als Erzeugnisse aus Garten und Hühnerstall, die fast jeder hatte, für einen geringen Wert. Dass das Ei für Wertloses steht, ist alt. Das Grimmsche Wörterbuch nennt mittelhochdeutsch „daʒ enwas im niht ein ei“, also „das war ihm nicht ein Ei wert“, und „er gäbe kein ei darum“.
Wander verzeichnet 1867 „Alles für einen Apfel und ein Ei haben wollen“ und aus Krefeld die Mundartform „Jât för enen Apel on en Ei krêje“, also etwas für einen Apfel und ein Ei bekommen. Aus Luxemburg führt er die Variante „Fir en Apel an e Steck Brot“ an, für einen Apfel und ein Stück Brot. Auch das Niederländische kennt das Bild; Wander zitiert „Men kan dat vor een ei of een’ appel krijgen“. Die mundartliche Form „Appel“, wie sie im Norden und am Rhein gesprochen wird, lebt im umgangssprachlichen „für ’n Appel und ’n Ei“ weiter.
Beispiele aus dem Alltag
Mia hat auf dem Flohmarkt einen alten Designerstuhl für einen Apfel und ein Ei bekommen. Zu Hause sieht sie, dass er online 400 Euro kostet.
„Mein Opa hat den Acker in den Sechzigern für ’n Appel und ’n Ei verkauft“, erzählt Herr Petersen. „Heute steht da ein Gewerbegebiet.“
Der Kunde will die Dachsanierung zum halben Preis. Dachdecker Kowalski bleibt freundlich: „Gute Arbeit gibt es nun mal nicht für einen Apfel und ein Ei.“
Häufige Fragen
Woher kommt „für einen Apfel und ein Ei“?
Die genaue Herkunft von „für einen Apfel und ein Ei“ ist nicht belegt. Vermutlich stehen Äpfel und Eier als billige Alltagsware für einen geringen Wert, und schon im Mittelhochdeutschen stand das Ei für etwas Wertloses; Wander verzeichnet die Wendung 1867, auch in rheinischer Mundart.
Heißt es „für einen Apfel und ein Ei“ oder „für ’n Appel und ’n Ei“?
Beides ist richtig. „Für einen Apfel und ein Ei“ ist die hochdeutsche Form, gesprochen hört man laut DWDS sogar häufiger die regional gefärbte Variante „für ’n Appel und ’n Ei“.
Wie sagt man „für einen Apfel und ein Ei“ auf Englisch?
Üblich sind „for a song“, etwa „to buy something for a song“, und umgangssprachlich „for peanuts“. Als Adjektiv passt „dirt cheap“.
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