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Was nichts kostet, ist nichts wert

Kurz gesagt

Was man umsonst bekommt, schätzt man gering, und was nichts kostet, taugt oft auch nicht viel.

Auf Englisch
You get what you pay for
Auch gesagt
Was nichts kostet, taugt nichts

Was bedeutet „Was nichts kostet, ist nichts wert“?

„Was nichts kostet, ist nichts wert“ heißt: Dinge, die man umsonst bekommt, werden gering geschätzt oder sind tatsächlich von schlechter Qualität. Man hört den Satz, wenn ein Gratisangebot enttäuscht, wenn zu einem kostenlosen Kurs nach zwei Wochen niemand mehr kommt oder wenn jemand begründet, warum er für seine Arbeit lieber einen Preis verlangt. Der Ton ist meist nüchtern, manchmal belehrend, im Verkaufsgespräch auch berechnend.

Im Satz stecken zwei Gedanken, die oft vermischt werden. Der eine betrifft die Qualität: Billiges hält nicht. Der andere betrifft die Wertschätzung: Was weder Geld noch Mühe gekostet hat, behandelt man achtlos. Ehrenamt, Freundschaft oder ein guter Rat unter Kollegen zeigen täglich, dass der Satz nicht allgemein gilt, und wer ihn wörtlich nimmt, hält am Ende einfach das Teuerste für das Beste. Deshalb wird er oft mit einem Augenzwinkern zitiert oder durch einen Nachsatz relativiert.

Woher kommt „Was nichts kostet, ist nichts wert“?

Das Sprichwort wird im Internet häufig Albert Einstein zugeschrieben. Tatsächlich hat Einstein den Satz 1927 notiert; die Notiz liegt im Einstein-Archiv und ist in Alice Calaprices Sammlung „Einstein sagt“ abgedruckt. Erfunden hat er ihn nicht. Der Zitatforscher Gerald Krieghofer fand das Sprichwort bereits in einem Druck von 1815, und im Dezember 1848 wurde es im württembergischen Landtag als bekannte Maxime angeführt. Wer es zuerst gebraucht hat, ist nicht bekannt.

Der Gedanke ist älter als die heutige Form. Wanders „Deutsches Sprichwörter-Lexikon“ verzeichnet unter ‚Wohlfeil‘ Sätze wie „Was wohlfeil ist, das achtet man nicht“ und „Sehr wohlfeil ist sehr theuer“. „Wohlfeil“ war das ältere Wort für preiswert, das erst im 18. Jahrhundert von „billig“ verdrängt wurde.

Quellen

Stand:

Beispiele aus dem Alltag

  • Der Sportverein bietet das Probetraining gratis an, doch nach drei Wochen kommt keiner mehr. „Was nichts kostet, ist nichts wert“, seufzt Trainerin Aylin und führt einen kleinen Monatsbeitrag ein.

  • Lena hat eine kostenlose Foto-App installiert, die nach einer Woche jedes Bild mit Werbung zukleistert. Ihr Bruder grinst: „Was nichts kostet, ist nichts wert.“

  • Onkel Herbert bietet an, Pauls Steuererklärung umsonst zu machen. Paul zögert: „Danke, aber was nichts kostet, ist nichts wert. Ich gehe lieber zur Beratungsstelle.“

Häufige Fragen

Hat Einstein „Was nichts kostet, ist nichts wert“ gesagt?

Einstein hat sich den Satz 1927 notiert, er stammt aber nicht von ihm. Das Sprichwort ist schon 1815 gedruckt nachweisbar, also Jahrzehnte vor Einsteins Geburt im Jahr 1879.

Wie sagt man „Was nichts kostet, ist nichts wert“ auf Englisch?

Die gängigste Entsprechung ist „You get what you pay for“, also: Du bekommst, wofür du bezahlst. Sie zielt vor allem auf die Qualität, weniger auf die Wertschätzung.

Was ist das Gegenteil von „Was nichts kostet, ist nichts wert“?

Am ehesten „Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul“. Dieses Sprichwort rät, ein Geschenk nicht kleinlich zu prüfen, statt es wegen des fehlenden Preises abzuwerten.

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