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Was nicht ist, kann ja noch werden

Kurz gesagt

Was bisher fehlt oder nicht geklappt hat, kann sich mit der Zeit noch einstellen, deshalb besteht kein Grund aufzugeben.

Auch gesagt
Was nicht ist, kann noch werden
Was einer nicht ist, kann er noch werden

Was bedeutet „Was nicht ist, kann ja noch werden“?

„Was nicht ist, kann ja noch werden“ heißt: Etwas, das bisher fehlt, kann sich noch ergeben. Der Satz macht Mut, wenn ein Wunsch noch nicht erfüllt ist, und hält die Tür für die Zukunft offen. Man sagt ihn der Freundin, die noch keine Stelle gefunden hat, dem Verein, der seit Jahren auf den Aufstieg wartet, oder der Organisatorin, zu deren erstem Nachbarschaftsfest nur zwanzig Leute gekommen sind. Die Sprichwort-Plattform beobachtet in Zeitungstexten, dass der Satz meist mit „aber“ oder „doch“ eingeleitet wird: Die Lage ist nicht ideal, doch man hofft auf ein gutes Ende.

Der Ton ist zuversichtlich und umgangssprachlich, das kleine „ja“ macht ihn freundlicher und ein wenig beiläufig. Oft schwingt Augenzwinkern mit, etwa wenn zwei Kollegen sich auffällig gut verstehen und jemand bemerkt, ein Paar seien sie zwar nicht, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Bei ernsten Verlusten wirkt der Satz dagegen schnell billig, er passt zu offenen Möglichkeiten, nicht zu endgültigen Enttäuschungen.

Woher kommt „Was nicht ist, kann ja noch werden“?

Woher die Wendung stammt, ist nicht geklärt. Belegt ist sie seit dem 19. Jahrhundert: Wander verzeichnet 1876 unter „Sein“ die Form „Was nicht ist, kann noch werden (geschehen)“ nach Josua Eiseleins Sammlung von 1840 und Karl Simrocks von 1846 und erklärt sie mit „Was der Mensch noch nicht hat, das kann er erwerben.“ Dazu kommen Mundartformen wie „Wat nich is, kan würen“ aus Hannover und eine siebenbürgisch-sächsische Fassung. Simrock kennt außerdem eine auf Personen bezogene Form, „Was einer nicht ist, kann er noch werden“. Verwandt ist ein Spruch, den Wander schon aus Friedrich Petris Sammlung von 1605 anführt: „Was einer ist, das ist der andere ehe gewesen oder kanns noch werden.“

„Werden“ steht hier im Sinn von „entstehen, sich entwickeln“, unter dieser Bedeutung führt das DWDS die Wendung als umgangssprachlich. Die alten Belege kommen ohne „ja“ aus. Heute ist die Form mit der Abtönungspartikel so verbreitet, dass die Sprichwort-Plattform sie als Grundform ansetzt und die ohne „ja“ als Variante.

Beispiele aus dem Alltag

  • Leonie hat ihre zwanzigste Bewerbung verschickt und noch keine Einladung bekommen. Ihre Oma schreibt per Sprachnachricht: „Kopf hoch, Kind. Was nicht ist, kann ja noch werden.“

  • Zum ersten Repair-Café im Stadtteil kommen nur fünf Leute. Organisator Murat räumt die Werkzeugkisten zusammen und lächelt: „Aber was nicht ist, kann ja noch werden.“

  • Herr Nowak spielt seit einem Jahr Gitarre und beherrscht drei Akkorde. Als seine Tochter fragt, wann er auf Tournee geht, stimmt er grinsend die Saiten: „Was nicht ist, kann ja noch werden.“

Häufige Fragen

Heißt es „Was nicht ist, kann ja noch werden“ oder „Was nicht ist, kann noch werden“?

Beide Formen sind richtig. Wander, Simrock und das DWDS verzeichnen „Was nicht ist, kann noch werden“, die Sprichwort-Plattform setzt „Was nicht ist, kann ja noch werden“ als Grundform an. Das „ja“ macht den Satz weicher und beiläufiger.

Woher kommt „Was nicht ist, kann ja noch werden“?

Woher „Was nicht ist, kann ja noch werden“ stammt, ist nicht geklärt. Belegt ist das Sprichwort seit dem 19. Jahrhundert, zuerst bei Josua Eiselein 1840 und Karl Simrock 1846, dort noch ohne „ja“. Wander verzeichnet 1876 auch Mundartformen.

Wie sagt man „Was nicht ist, kann ja noch werden“ auf Englisch?

Ein festes englisches Sprichwort mit genau dieser Aussage gibt es nicht. Je nach Lage sagt man „There’s still time“ oder „Give it time“, wenn man jemanden ermutigen will.

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