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Borgen macht Sorgen

Kurz gesagt

Wer sich Geld leiht, lädt sich Schulden und Sorgen auf. Besser kommt man mit dem aus, was man hat.

Auf Englisch
He that goes a-borrowing goes a-sorrowing
Auch gesagt
Borgen macht Sorgen, Wiedergeben macht Sauersehen

Was bedeutet „Borgen macht Sorgen“?

„Borgen macht Sorgen“ warnt davor, sich Geld zu leihen: Wer Schulden hat, muss zurückzahlen, Zinsen tragen und sich vor dem Gläubiger rechtfertigen, und das drückt aufs Gemüt. Der kurze Reim fällt bei Ratenkäufen, beim Dispokredit, bei der dritten Kreditkarte oder wenn jemand den Urlaub mit einem Kleinkredit bezahlen will. Oft sagen ihn Eltern oder Großeltern, die selbst sparsam gewirtschaftet haben.

„Borgen“ kann im Deutschen beides heißen, sich etwas leihen und jemandem etwas leihen, und das Sprichwort passt auf beide Seiten. Auch wer anderen Geld borgt, hat Sorgen: ob es zurückkommt und ob die Freundschaft hält. Als starre Regel taugt der Satz allerdings nicht. Ohne Kredit kaufen nur wenige ein Haus, und manches Darlehen ist eine vernünftige Investition. Gemeint ist vor allem das leichtfertige Schuldenmachen für Dinge, die man sich eigentlich nicht leisten kann.

Woher kommt „Borgen macht Sorgen“?

Der Reim ist alt. Wander verzeichnet ihn 1867 mit einer langen Quellenliste, die bis zu Georg Henischs Sprachschatz „Teütsche Sprach vnd Weißheit“ von 1616 zurückreicht, und mit zahlreichen Erweiterungen wie „Borgen macht Sorgen, Wiedergeben macht Sauersehen“ oder „Borgen macht Sorgen; drum muss man nicht mehr verzehren, als der Pflug kann ernähren“. Im Dänischen lautet das Gegenstück fast gleich: „Borgen giør sorgen.“

Der Gedanke selbst ist noch älter. Im Buch der Sprüche heißt es: „Der Reiche herrscht über die Armen; und wer borgt, ist des Gläubigers Knecht“ (Sprüche 22,7). Im Englischen ist „He that goes a-borrowing goes a-sorrowing“ verbreitet. Benjamin Franklin legt den Satz in „The Way to Wealth“ (1758) seinem Poor Richard in den Mund.

Quellen

Stand:

Beispiele aus dem Alltag

  • Lukas will das neue Smartphone in 24 Raten abzahlen. Sein Opa brummt: „Borgen macht Sorgen. Spar lieber drei Monate.“

  • Seit Jana ihrer Mitbewohnerin 500 Euro geliehen hat, wird die Stimmung in der WG jede Woche frostiger. „Borgen macht Sorgen“, schreibt sie ihrer Schwester.

  • Im Finanzkurs der Volkshochschule rechnet die Kursleiterin die Zinsen eines Dispokredits vor. „Borgen macht Sorgen“, sagt sie, „und hier seht ihr, warum.“

Häufige Fragen

Bedeutet „borgen“ leihen oder verleihen?

„Borgen“ kann beides heißen: sich etwas leihen und jemandem etwas leihen. Das Sprichwort passt auf beide Seiten, denn auch wer verleiht, macht sich Sorgen um sein Geld.

Steht „Borgen macht Sorgen“ in der Bibel?

Nicht wörtlich. Der Gedanke findet sich aber in Sprüche 22,7: „Der Reiche herrscht über die Armen; und wer borgt, ist des Gläubigers Knecht.“

Wie sagt man „Borgen macht Sorgen“ auf Englisch?

„He that goes a-borrowing goes a-sorrowing“. Benjamin Franklin verwendet die Wendung 1758 in „The Way to Wealth“.

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