Bock haben
Kurz gesagt
Umgangssprachlich für: Lust auf etwas haben. Verneint heißt „keinen Bock haben“ keine Lust haben.
- Auf Englisch
- to be up for something
- to feel like doing something
- Auch gesagt
- Keinen Bock haben
- Null Bock haben
- Bock auf etwas haben
Was bedeutet „Bock haben“?
Wer Bock hat, hat Lust auf etwas: auf Pizza, auf einen Kinoabend, auf ein neues Projekt. Häufig steht die Wendung mit „auf“ („Ich hab Bock auf Pommes“) oder mit Infinitiv („Hast du Bock, heute Abend zu zocken?“). Noch geläufiger ist die Verneinung: „Ich hab keinen Bock“ oder, ganz entschieden, „null Bock“. Verstärkt wird mit „richtig“ oder „voll“. Die Wendung ist umgangssprachlich und locker, unter Jugendlichen, Freunden und Kollegen ganz normal, im Vorstellungsgespräch oder gegenüber der Chefin aber zu salopp.
Ursprünglich gehörte „Bock haben“ zur Jugendsprache, inzwischen ist es nach dem DWDS allgemein umgangssprachlich. Ein Rest von Derbheit bleibt: In einer zweiten Bedeutung meint „Bock haben“ sexuelles Verlangen, und OpenThesaurus markiert die Wendung als derb. Das Kompositum „Null-Bock-Generation“ wurde zum Schlagwort für eine Jugend, der man Lustlosigkeit nachsagte. Nicht verwechseln sollte man die Wendung mit der älteren Fügung „den Bock haben“ für störrisch sein oder mit „einen Bock schießen“ für einen dummen Fehler.
Woher kommt „Bock haben“?
„Bock“ im Sinn von Lust kommt aus der Jugendsprache der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das DWDS setzt den Beginn etwa in den 1970er-Jahren an. Woher die Bedeutung stammt, ist umstritten. Das DWDS und der Kluge denken an den Bock als Sinnbild der Lüsternheit, wie in „geil wie ein Bock“ oder „geiler Bock“. Der Duden verweist auf die sprichwörtlichen Eigenschaften des Bocks, störrisch und geil. Das Etymologische Wörterbuch von Pfeifer verbindet das Bild mit rotwelsch „Bock“ für Hunger.
Diese rotwelsche Spur führt weiter ins Romani, wo „bokh“ Hunger bedeutet. Das Wörterbuch des Rotwelschen leitet das Gaunerwort davon ab. Dann wäre „Bock haben“ ursprünglich „Hunger haben“, und der Ziegenbock wäre erst durch den gleichen Klang ins Spiel gekommen. Belegen lässt sich keine der Erklärungen sicher. Fest steht nur, dass die Wendung über die Jugendsprache in die allgemeine Umgangssprache gelangt ist.
Beispiele aus dem Alltag
„Hat jemand Bock auf Freibad?“, fragt Lina in der Gruppe. Drei Daumen kommen sofort zurück.
Montagmorgen, Inventur im Lager. „Ehrlich, ich hab null Bock“, stöhnt Azubi Kevin und greift trotzdem zum Scanner.
Nach dem Umzug in die neue Stadt meldet sich Frau Hartmann im Kirchenchor an. „Ich hatte einfach Bock, mal wieder zu singen“, erzählt sie bei der ersten Probe.
Häufige Fragen
Ist „Bock haben“ unhöflich?
„Bock haben“ ist salopp, aber nicht beleidigend. Unter Freunden ist es ganz normal, im Beruf oder in formellen Situationen sagt man besser „Lust haben“.
Was bedeutet „null Bock“?
„Null Bock“ heißt überhaupt keine Lust. Der Ausdruck wurde so bekannt, dass man von der „Null-Bock-Generation“ sprach, wenn man Jugendlichen Lustlosigkeit vorwarf.
Hat „Bock haben“ etwas mit dem Ziegenbock zu tun?
Vielleicht. Eine Erklärung verweist auf den Ziegenbock, der als lüstern galt, eine andere auf rotwelsch „Bock“ für Hunger, das aus dem Romani stammt. Welche stimmt, ist nicht geklärt.
Was ist der Unterschied zu „einen Bock schießen“?
„Einen Bock schießen“ heißt, einen dummen Fehler zu machen, und hat mit Lust nichts zu tun. „Bock haben“ bedeutet dagegen, Lust auf etwas zu haben.
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