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Das letzte Hemd hat keine Taschen

Kurz gesagt

Ins Grab kann man nichts mitnehmen, deshalb ist es sinnlos, Geld und Besitz um jeden Preis anzuhäufen.

Auf Englisch
Shrouds have no pockets
You can’t take it with you
Auch gesagt
Das letzte Hemd hat leider keine Taschen

Was bedeutet „Das letzte Hemd hat keine Taschen“?

„Das letzte Hemd hat keine Taschen“ erinnert daran, dass man im Tod nichts von seinem Besitz mitnehmen kann. Mit dem letzten Hemd ist das Totenhemd gemeint, in dem man begraben wird. Wer es zitiert, will meist zum Genießen oder zur Großzügigkeit ermuntern, etwa wenn jemand zögert, sich eine Reise zu gönnen, oder wenn ein wohlhabender Verwandter jeden Cent zweimal umdreht.

Gesprochen wird der Satz gelassen und ein wenig spöttisch, manchmal auch tröstend, wenn jemand Geld verloren hat. Ein Aufruf zur Verschwendung ist der Satz nicht, eher eine Frage nach dem Maß: Wofür spart man eigentlich? Gern wird er auch als Begründung für Spenden oder für Schenkungen zu Lebzeiten angeführt. Wer ihn Sparsamen entgegenhält, sollte wissen, dass der Volksmund auch das Gegenteil kennt, nämlich „Spare in der Zeit, so hast du in der Not“.

Woher kommt „Das letzte Hemd hat keine Taschen“?

Seit wann das Sprichwort im Deutschen umläuft, ist nicht belegt. Wander führt es in seinem Sprichwörter-Lexikon unter „Hemd“ nicht auf, erklärt dort aber die Wendung „Er hat das letzte Hemd erhalten“ mit „Das Todtenhemd“. Den Gedanken kennt schon die Bibel: „Denn wir haben nichts in die Welt gebracht; darum können wir auch nichts hinausbringen“ (1. Timotheus 6,7), und vom Reichen heißt es: „Denn er wird nichts bei seinem Sterben mitnehmen“ (Psalm 49,18).

Ein sehr ähnliches Bild gibt es in anderen Sprachen. Im Englischen sagt man „Shrouds have no pockets“, Totenhemden haben keine Taschen. Der anglikanische Geistliche Richard Chenevix Trench führte 1854 eine italienische Fassung an, nach der das letzte Gewand ohne Taschen gemacht werde. Zusätzlich bekannt wurde der deutsche Satz durch das Lied „Das letzte Hemd hat leider keine Taschen“ von Michael Jary mit einem Text von Hans Stani, das Hans Albers 1957 im Film „Das Herz von St. Pauli“ sang.

Quellen

Stand:

Beispiele aus dem Alltag

  • Opa Werner zögert, ob er sich zum 80. Geburtstag eine Kreuzfahrt leisten soll. Seine Tochter sagt: „Gönn dir das, Papa. Das letzte Hemd hat keine Taschen.“

  • Am Stammtisch erzählt Heinz vom Nachbarn, der ein Vermögen auf dem Konto hat und im Winter trotzdem nicht heizt. „Das letzte Hemd hat keine Taschen“, meint Gerda kopfschüttelnd.

  • Nach ihrem Lottogewinn spendet Selin einen Teil an das Tierheim im Ort. Auf die Frage, warum, antwortet sie: „Das letzte Hemd hat keine Taschen.“

Häufige Fragen

Was ist mit dem „letzten Hemd“ gemeint?

Das Totenhemd, also das schlichte Gewand, in dem Verstorbene früher begraben wurden. Es hat keine Taschen, und so kann man auch nichts mit ins Grab nehmen.

Steht „Das letzte Hemd hat keine Taschen“ in der Bibel?

Nicht wörtlich, aber der Gedanke. In 1. Timotheus 6,7 heißt es: „Denn wir haben nichts in die Welt gebracht; darum können wir auch nichts hinausbringen.“

Wer sang „Das letzte Hemd hat leider keine Taschen“?

Hans Albers, 1957 im Film „Das Herz von St. Pauli“. Die Musik stammt von Michael Jary, der Text von Hans Stani.

Wie sagt man das auf Englisch?

„Shrouds have no pockets“, wörtlich: Totenhemden haben keine Taschen. Im Alltag geläufiger ist „You can’t take it with you“.

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