Ein Fass ohne Boden
Kurz gesagt
Eine Sache, die immer mehr Geld oder Mühe verschlingt, ohne dass ein Ende oder ein Erfolg absehbar ist.
- Auf Englisch
- a money pit
- a bottomless pit
- Auch gesagt
- Danaidenfass
Was bedeutet „Ein Fass ohne Boden“?
Ein Fass ohne Boden ist ein Vorhaben, in das man ständig Geld, Zeit oder Kraft steckt, ohne dass es je genug wäre. Typisch ist der Ausdruck für teure Bauprojekte, marode Altbauten, verlustreiche Firmen oder Förderprogramme, deren Kosten immer weiter steigen. Man sagt etwa „Das alte Haus ist ein Fass ohne Boden“ oder „Die Sanierung wird zum Fass ohne Boden“. Der Ton ist kritisch, oft resigniert, in politischen Debatten auch polemisch.
Früher bezeichnete die Wendung vor allem Menschen: Wander erklärt „Es ist ein Fass ohne Boden“ knapp mit „Verschwender“, also jemand, dem kein Geld reicht. Heute zielt sie meist auf Projekte und Einrichtungen. Wer so urteilt, legt in der Regel nahe, die Zahlungen einzustellen. Ob das berechtigt ist, steht auf einem anderen Blatt, denn manche Ausgaben sind schlicht hoch, ohne sinnlos zu sein.
Woher kommt „Ein Fass ohne Boden“?
Das Bild ist einfach: In ein Fass ohne Boden kann man schütten, so viel man will, es läuft unten wieder heraus. Es erinnert an die griechische Sage von den Danaiden. Die Töchter des Danaos hatten bis auf eine ihre Ehemänner in der Hochzeitsnacht ermordet und mussten zur Strafe in der Unterwelt ewig Wasser in ein durchlöchertes Gefäß schöpfen, das nie voll wurde. Ovid erwähnt diese Strafe in den „Metamorphosen“. Daher spricht man auch von „Danaidenarbeit“ oder vom „Fass der Danaiden“, wie DWDS verzeichnet. Ob die deutsche Redensart unmittelbar aus der Sage stammt oder ein naheliegendes Alltagsbild ist, lässt sich nicht belegen.
Wander führt im ersten Band seines Sprichwörter-Lexikons (1867) „Es ist ein Fass ohne Boden“ und „Es ist ein Fass, das nie voll wird“ an, beide über Verschwender, dazu die lateinische Wendung „inexplebile dolium“, das unersättliche Fass.
Beispiele aus dem Alltag
Nach dem dritten Wasserschaden in einem Jahr sagt Familie Krüger über ihr Fachwerkhaus nur noch: „Das ist ein Fass ohne Boden.“
Im Gemeinderat kritisiert die Opposition das neue Hallenbad: „Erst zwölf Millionen, jetzt achtzehn. Dieses Projekt ist ein Fass ohne Boden.“
Malte hat in seinen alten Golf schon Kupplung, Auspuff und Bremsen gesteckt. „Hör auf, der Wagen ist ein Fass ohne Boden“, rät ihm seine Freundin.
Häufige Fragen
Was ist ein Danaidenfass?
Ein Danaidenfass ist das durchlöcherte Gefäß aus der griechischen Sage, das die Danaiden in der Unterwelt ewig mit Wasser füllen mussten. Das Wort steht für eine endlose, vergebliche Arbeit, ähnlich wie ein Fass ohne Boden.
Wie sagt man „ein Fass ohne Boden“ auf Englisch?
Für ein Haus oder Projekt, das immer neues Geld verschlingt, sagt man „a money pit“. Allgemeiner passt „a bottomless pit“.
Was ist der Unterschied zu „Das bringt das Fass zum Überlaufen“?
Beide Wendungen nutzen das Fass, meinen aber Gegensätzliches. Ein Fass ohne Boden wird nie voll, beim überlaufenden Fass ist das Maß endgültig voll, etwa die Geduld.
Kurzer Test
Ganzes QuizWie geht das Sprichwort weiter?
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