Den Gürtel enger schnallen
Kurz gesagt
Sparen und sich einschränken, weil weniger Geld da ist als bisher.
- Auf Englisch
- To tighten one’s belt
- Auch gesagt
- Den Riemen enger schnallen
- Den Schmachtriemen enger schnallen
Was bedeutet „Den Gürtel enger schnallen“?
„Den Gürtel enger schnallen“ heißt: sparen, sich einschränken und mit weniger auskommen, weil das Geld knapp geworden ist. Ein Haushalt schnallt den Gürtel enger, wenn ein Gehalt wegfällt oder die Heizkosten steigen, eine Firma in der Flaute, eine Stadt mit einem Loch im Haushalt. Typische Opfer sind der Urlaub, das Auto oder der Restaurantbesuch. Der Duden nennt als Beispiel: „die Bevölkerung musste den Gürtel enger schnallen“.
Duden und DWDS führen die Wendung als umgangssprachlich, sie gehört aber ebenso zum festen Wortschatz von Politik und Wirtschaftsnachrichten. Der Ton ist meist nüchtern oder resigniert. Kritisch wird es, wenn Gutverdienende von anderen verlangen, den Gürtel enger zu schnallen. Gemeint ist ein Sparen aus Not, nicht Geiz und nicht freiwilliger Verzicht aus Überzeugung. Oft schwingt mit, dass die Lage vorübergehend ist und man sich wieder etwas gönnt, sobald es besser läuft. Daneben hört man „den Riemen enger schnallen“ und, etwas altertümlich, „den Schmachtriemen enger schnallen“.
Woher kommt „Den Gürtel enger schnallen“?
Die Wörterbücher erklären die Wendung nicht eigens, das Bild ist aber leicht zu lesen: Wer hungert, wird schmal, und der Gürtel muss enger. Eine nahe Verwandte belegt Pfeifers Etymologisches Wörterbuch. Der „Schmachtriemen“ war im 18. Jahrhundert ein breiter lederner Leibriemen von Fuhrleuten und Reitern, „dessen Druck die Empfindung von Hunger in einem leeren Magen dämpfen soll“. „Den Schmachtriemen enger schnallen“ hieß um 1800 „Hunger leiden müssen“. Das Verb „schmachten“ bedeutete, Entbehrung zu leiden, besonders Hunger und Durst.
Das Gegenbild ist viel älter. Schon mittelalterliche Tischzuchten tadeln, wer bei Tisch „die gürtel witer lat“, also weiter lässt. Eine deutsche Terenz-Übersetzung von 1499 kennt die Redensart „tue den gürtel uff“ für jemanden, der viel essen muss. Wann aus dem Hungerbild die heutige Bedeutung „sparen, sich einschränken“ wurde und seit wann der gewöhnliche Gürtel den Schmachtriemen ersetzt, geben die Wörterbücher nicht an.
Beispiele aus dem Alltag
Seit Herr Nowak in Kurzarbeit ist, fällt der Sommerurlaub aus. „Dieses Jahr müssen wir den Gürtel enger schnallen“, erklärt er den Kindern beim Abendessen.
Die Stadt hat ein Loch von zwölf Millionen Euro im Haushalt. Der Kämmerer kündigt an, dass alle Ämter den Gürtel enger schnallen müssen. Die Stadtbücherei öffnet künftig nur noch an drei Tagen.
Aylin zahlt in München 780 Euro für ihr WG-Zimmer. „Ab dem Zwanzigsten schnall ich den Gürtel enger“, schreibt sie ihrer Mutter, „dann gibt’s Nudeln mit Ketchup.“
Häufige Fragen
Woher kommt „den Gürtel enger schnallen“?
„Den Gürtel enger schnallen“ greift ein Bild des Hungers auf: Wer wenig isst, wird schmal und muss den Gürtel enger stellen. Schon im 18. Jahrhundert trugen Fuhrleute und Reiter einen festen „Schmachtriemen“, der nach Pfeifers Etymologischem Wörterbuch das Hungergefühl dämpfen sollte.
Was ist ein Schmachtriemen?
Ein Schmachtriemen war ein breiter Ledergürtel, dessen Druck den Hunger in einem leeren Magen dämpfen sollte. Das Wort gehört zu „schmachten“, also Hunger und Durst leiden. „Den Schmachtriemen enger schnallen“ hieß um 1800 „Hunger leiden müssen“.
Wie sagt man „den Gürtel enger schnallen“ auf Englisch?
Im Englischen sagt man mit demselben Bild „to tighten one’s belt“. Sparmaßnahmen eines Staates oder einer Firma heißen dort entsprechend „belt-tightening“.
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