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Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen

Kurz gesagt

Wer schon viel Geld oder Glück hat, bekommt immer noch mehr dazu, während andere leer ausgehen.

Auf Englisch
The rich get richer
Money begets money
Auch gesagt
Der Teufel scheißt nur auf den größten Haufen
Der Teufel hofiert immer auf den größten Haufen

Was bedeutet „Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen“?

„Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen“ heißt: Reichtum zieht weiteren Reichtum an. Wer schon viel besitzt, gewinnt im Lotto, erbt zusätzlich oder kassiert die nächste Prämie, während die anderen leer ausgehen. Das DWDS umschreibt es so: Eine Person, die bereits viel besitzt, bekommt immer noch mehr dazu. Man sagt den Satz mit einem Schulterzucken, wenn der ohnehin reichste Verein auch noch den teuersten Sponsor findet oder wenn bei einer Gewinnaktion ausgerechnet der Kollege mit dem Ferienhaus die Reise gewinnt.

Der Ausdruck ist derb, das DWDS markiert ihn als vulgär. Gerade deshalb ist er beliebt: Zeitungen zitieren ihn trotzdem gern, wenn es um Vermögen geht, etwa mit dem Hinweis, der Volksmund sage es „ebenso drastisch wie zutreffend“ (Welt am Sonntag, 2008). In der Familie oder unter Freunden fällt er meist resigniert oder spöttisch, als Kommentar zur Ungerechtigkeit des Schicksals. In gepflegter Runde weicht man auf „Wer hat, dem wird gegeben“ aus.

Woher kommt „Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen“?

Das Sprichwort ist seit dem 16. Jahrhundert belegt. Wander verzeichnet 1876 unter „Teufel“ die Fassung „Der teuffel scheisst nur auff den grösten hauffen“ aus Sebastian Francks Sprichwortsammlung von 1541. Daneben steht die gezierte Form „Der Teufel hofirt immer nur auf den grössten Haufen“, unter anderem nach Friedrich Petri (1605); so nimmt sie 1846 auch Karl Simrock auf. „Hofieren“ war nach dem Grimmschen Wörterbuch seit dem 15. Jahrhundert ein verhüllendes Wort für die Notdurft, abgeleitet vom Hof, auf dem der Mist lag.

Das Bild stammt aus der bäuerlichen Welt: Dazu kommt, wo schon etwas liegt. Eine Pfälzer Mundartform bei Wander macht das deutlich: Der Teufel scheiße nirgends lieber hin als dorthin, wo schon gedüngt ist, erklärt mit „Wo Vermögen ist, kommt Vermögen zu.“ Zur Hauptform merkt Wander an, der Teufel sei „ein Freund der Majorität“, und erinnert an manchen Krösus, der auch noch das große Los gewonnen hat. Der Gedanke deckt sich mit Matthäus 25,29, „Denn wer da hat, dem wird gegeben“, nach dem die Soziologie vom Matthäus-Effekt spricht. Ein Bibelzitat ist das derbe Sprichwort aber nicht.

Beispiele aus dem Alltag

  • Der ohnehin reichste Verein der Liga holt auch noch den teuersten Neuzugang. Murat schaut auf sein Handy und seufzt: „Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen.“

  • Ausgerechnet Herr Albers, der gerade geerbt hat, gewinnt bei der Firmentombola die Reise nach Mallorca. In der Kaffeeküche heißt es nur: „Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen.“

  • In der Gruppe „Familie“ teilt Onkel Rolf einen Artikel über die zehn reichsten Deutschen. Darunter schreibt Tante Gisela: „Tja, der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen.“

Häufige Fragen

Woher kommt „Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen“?

„Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen“ ist seit dem 16. Jahrhundert belegt, zuerst bei Sebastian Franck 1541 als „Der teuffel scheisst nur auff den grösten hauffen“. Das Bild stammt aus der bäuerlichen Welt: Wo schon ein großer Haufen liegt, kommt noch mehr dazu.

Ist „Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen“ vulgär?

Ja, das DWDS markiert „Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen“ als vulgär. Ältere Sammlungen kennen eine gezierte Fassung mit „hofieren“, einem alten verhüllenden Wort für die Notdurft. Wer es feiner sagen will, greift zu „Wer hat, dem wird gegeben“.

Was hat „Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen“ mit der Bibel zu tun?

Ein Bibelzitat ist „Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen“ nicht. Der Gedanke entspricht aber Matthäus 25,29: „Denn wer da hat, dem wird gegeben“. Nach dieser Stelle nennt die Soziologie das Phänomen Matthäus-Effekt.

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