Einen Kater haben
Kurz gesagt
Sich nach zu viel Alkohol am nächsten Tag elend fühlen, mit Kopfschmerzen, flauem Magen und schlechter Laune.
- Auf Englisch
- To have a hangover
- To be hungover
- Auch gesagt
- Verkatert sein
- Einen moralischen Kater haben
Was bedeutet „Einen Kater haben“?
Wer einen Kater hat, leidet unter den Nachwirkungen eines Rausches: Kopfschmerzen, Übelkeit, Durst, Müdigkeit und eine gedrückte Stimmung. Die Wendung ist umgangssprachlich, aber nicht derb. Man kann sie im Büro genauso sagen wie am Familientisch, und sie gehört zum festen Wortschatz rund um Hochzeiten, Abifeiern, Firmenfeste und Silvester. Oft wird sie gesteigert: Man hat „einen Riesenkater“ oder „einen ordentlichen Kater“, und wer ihn hat, ist „verkatert“.
Übertragen spricht man vom „moralischen Kater“, also der Reue nach einem Abend, an dem man zu viel geredet, gekauft oder versprochen hat. Auch für die Ernüchterung nach einer Phase der Begeisterung wird das Bild gebraucht, etwa nach einem Wahlsieg oder einem großen Turnier. Nicht verwechseln sollte man den Kater mit dem Muskelkater. Der hat mit Alkohol nichts zu tun und meint Muskelschmerzen nach ungewohnter Anstrengung. Ein Tier steckt in beiden Wörtern nur dem Anschein nach.
Woher kommt „Einen Kater haben“?
Mit dem männlichen Tier hat dieser Kater nur scheinbar zu tun. Das Etymologische Wörterbuch von Wolfgang Pfeifer, das im DWDS steht, erklärt das Wort als Umformung von „Katarrh“, also der Erkältung mit gereizten Schleimhäuten, begünstigt durch die ostmitteldeutsche Aussprache. Aufgekommen ist es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts unter Studenten in Leipzig oder Jena. Dass man den Katarrh schon früher übertragen gebrauchte, zeigt ein Beleg, auf den Pfeifer verweist: die Gegenüberstellung „physischer Catarrh und moralischer Catarrh“ bei Hippel 1793.
Die Angleichung an den Kater, das Tier, wurde nach Pfeifer wohl durch das ältere, gleichbedeutende Wort „Katzenjammer“ gefördert. Tiernamen für Rauschzustände sind im Deutschen auch sonst geläufig, etwa „Affe“ für den Rausch. Den „Muskelkater“ bildete man nach demselben Muster erst Anfang des 20. Jahrhunderts, vermutlich in der Wandervogelbewegung.
Beispiele aus dem Alltag
Am Morgen nach Mias Hochzeit sitzt Jan mit Sonnenbrille am Frühstückstisch. „Kein Kaffee hilft“, stöhnt er. „Ich hab einen Riesenkater.“
Daniel geht am Sonntag erst mittags ans Telefon. „Weihnachtsfeier vom Fußballverein“, murmelt er. „Ich hab einen ordentlichen Kater.“
Nach dem Black-Friday-Sale liegen sechs Pakete im Flur. „Jetzt habe ich einen moralischen Kater“, schreibt Lea ihrer Schwester.
Häufige Fragen
Warum heißt es Kater?
Das Wort ist wahrscheinlich eine Umformung von „Katarrh“, die Studenten im 19. Jahrhundert aufbrachten. Die Ähnlichkeit mit dem Tiernamen und das ältere Wort „Katzenjammer“ haben die Form „Kater“ begünstigt.
Was ist ein moralischer Kater?
Ein moralischer Kater ist das schlechte Gewissen nach etwas, das man im Überschwang getan hat, etwa nach einem peinlichen Auftritt oder einem teuren Spontankauf. Das Bild ist alt: Schon 1793 stellt Hippel dem physischen einen moralischen „Catarrh“ gegenüber.
Was hat Muskelkater mit einem Kater zu tun?
Nur das Wort. Muskelkater bezeichnet Schmerzen nach ungewohnter Anstrengung und wurde Anfang des 20. Jahrhunderts nach dem Vorbild des Alkoholkaters gebildet.
Wie sagt man „einen Kater haben“ auf Englisch?
Auf Englisch sagt man „to have a hangover“ oder kurz „to be hungover“.
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