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Einen Korb bekommen

Kurz gesagt

Abgewiesen werden, besonders bei einer Einladung, einem Annäherungsversuch oder einem Heiratsantrag.

Auf Englisch
To be turned down
To get the brush-off
Auch gesagt
Einen Korb kriegen
Sich einen Korb holen
Jemandem einen Korb geben

Was bedeutet „Einen Korb bekommen“?

Wer einen Korb bekommt, wird abgewiesen: bei der Einladung zum Essen, bei der Frage nach einem Tanz oder schlimmstenfalls beim Heiratsantrag. Die Wendung ist umgangssprachlich und stammt aus dem Werben um einen Partner, wird heute aber auch für berufliche und politische Absagen gebraucht. Sie kommt in mehreren Formen vor: Man „bekommt“, „kriegt“ oder „kassiert“ einen Korb, man „holt sich“ einen, und wer ablehnt, „gibt“ jemandem einen Korb.

Der Ausdruck mildert die Niederlage ein wenig. Statt „Sie wollte nichts von mir wissen“ klingt „Ich hab einen Korb bekommen“ sachlicher und lässt Raum für Selbstironie. Im Sport und in der Politik ist er ebenfalls verbreitet, etwa wenn ein Wunschspieler einem Verein absagt oder eine Partei Koalitionsgespräche ablehnt. Wer bei einer Prüfung „durchfällt“, hat mit der Wendung auf den ersten Blick nichts zu tun, doch nach der gängigen Erklärung sind die beiden Ausdrücke verwandt.

Woher kommt „Einen Korb bekommen“?

Die gängige Erklärung führt auf einen Brauch zurück, der in mittelalterlicher Literatur beschrieben wird: Eine Frau ließ ihren Liebhaber in einem Korb zu ihrem Fenster hinaufziehen. War ihr der Verehrer unwillkommen, bekam er einen Korb mit schwachem Boden, der unter ihm nachgab, sodass er zurück auf die Erde fiel. So erklären es Pfeifers etymologisches Wörterbuch und der Duden; Pfeifer verweist dabei ausdrücklich auf das Wort „durchfallen“. Später soll man abgewiesenen Freiern als Zeichen der Absage einen kleinen Korb ohne Boden überreicht haben.

Das Motiv war in Literatur und Kunst bekannt. Die mittelalterliche Legende vom „Vergil im Korb“ erzählt, wie eine umworbene Frau den Dichter im Korb auf halber Höhe hängen ließ und so dem Spott der Leute preisgab. Lucas van Leyden hat die Szene 1525 in einem Kupferstich dargestellt.

Beispiele aus dem Alltag

  • Jonas hat seine Kollegin endlich zum Konzert eingeladen und einen Korb bekommen. „Sie hat ‚Eher nicht‘ geschrieben. Mit Smiley. Das macht es nicht besser.“

  • Auf dem Abiball fordert Leon drei Mädchen zum Tanzen auf. „Drei Körbe in zehn Minuten“, seufzt er an der Bar, „neuer Schulrekord.“

  • Der Verein wollte den Torjäger aus der Nachbarstadt verpflichten, hat aber einen Korb bekommen: Der Spieler verlängert lieber bei seinem alten Club.

Häufige Fragen

Warum sagt man „einen Korb bekommen“?

Nach der gängigen Erklärung ließen Frauen früher Verehrer in einem Korb zu ihrem Fenster hochziehen. Einem unerwünschten Freier gab man einen Korb mit schwachem Boden, durch den er zurück auf die Erde fiel.

Was ist das Gegenteil von „einen Korb bekommen“?

Wer selbst ablehnt, „gibt jemandem einen Korb“. Für eine Zusage gibt es keine feste Gegenwendung; man sagt einfach, jemand habe Ja gesagt.

Hängt „durchfallen“ mit dem Korb zusammen?

Pfeifers etymologisches Wörterbuch verweist bei der Korb-Erklärung ausdrücklich auf „durchfallen“: Der abgewiesene Freier fiel durch den Boden des Korbs zurück auf die Erde.

Wie sagt man „einen Korb bekommen“ auf Englisch?

„To be turned down“ ist neutral, „to get the brush-off“ etwas umgangssprachlicher. Beide beschreiben eine Abfuhr ohne das Bild vom Korb.

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