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Übermut tut selten gut

Kurz gesagt

Wer leichtsinnig und überdreht handelt, weil gerade alles gut läuft, richtet meist Schaden an.

Was bedeutet „Übermut tut selten gut“?

Übermut ist die Stimmung, in der man sich zu sicher fühlt: nach einem Erfolg, in ausgelassener Runde, mit zu viel Schwung. Dann fährt man zu schnell, wettet zu hoch oder klettert noch auf den nächsten Baum. Das Sprichwort warnt davor, dass genau in solchen Momenten Unfälle und peinliche Fehler passieren.

Gesagt wird es oft von Eltern, Trainern oder Freunden, halb mahnend, halb schmunzelnd, und häufig erst hinterher, wenn das Knie schon aufgeschlagen ist. Der Reim macht es leicht zu merken. Mit „selten“ lässt es eine Hintertür offen: Manchmal geht Übermut eben doch gut.

Woher kommt „Übermut tut selten gut“?

Das Wort hatte früher einen schärferen Klang. Mittelhochdeutsch „übermuot“ bedeutete vor allem Hochmut und Überheblichkeit, also eine Sünde. Schon die Kaiserchronik aus dem 12. Jahrhundert reimt „Lugene unde übermuot ne ist niemanne guot“, Lüge und Hochmut sind für niemanden gut. Ulrich Boner schrieb im 14. Jahrhundert „Übermuot wirt niemer guot“, und Johannes Agricola notierte im 16. Jahrhundert „Vbermut strafft Gott, vbermut thet nie kain gut“.

Die heutige Form „Uebermuth thut selten gut“ verzeichnet Friedrich Petri Anfang des 17. Jahrhunderts. Karl Friedrich Wander sammelte im 19. Jahrhundert zahlreiche Belege dafür. Inzwischen denkt man bei „Übermut“ eher an ausgelassenen Leichtsinn, die alte Bedeutung Hochmut ist in den Hintergrund getreten.

Quellen

  • Wander: Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Stichwort ‚Uebermuth‘

Stand:

Beispiele aus dem Alltag

  • Nach dem 5:0 gegen den Tabellenführer will Tim im Training nur noch Fallrückzieher schießen. Beim dritten Versuch landet er unsanft auf der Schulter. „Übermut tut selten gut“, sagt die Trainerin trocken.

  • „Komm, wir springen vom Garagendach in den Pool!“, ruft Ben auf der Abiparty. Seine Freundin hält ihn am Arm fest: „Übermut tut selten gut. Nimm die Leiter.“

  • Weil seine Aktie dreimal hintereinander gestiegen ist, will Herr Kaya sein ganzes Erspartes nachlegen. Die Bankberaterin rät: „Übermut tut selten gut. Schlafen Sie eine Nacht darüber.“

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Übermut und Hochmut?

Hochmut ist Überheblichkeit gegenüber anderen, Übermut meint heute eher Leichtsinn aus zu guter Laune. Früher bedeutete „Übermut“ ebenfalls Hochmut, deshalb liegen „Übermut tut selten gut“ und „Hochmut kommt vor dem Fall“ so nah beieinander.

Steht „Übermut tut selten gut“ in der Bibel?

Nein. Die Bibel warnt an vielen Stellen vor Hochmut, der Reim selbst ist aber ein deutsches Sprichwort, das Sammler seit dem frühen 17. Jahrhundert verzeichnen.

Wie sagt man „Übermut tut selten gut“ auf Englisch?

Eine feste Entsprechung gibt es nicht. Für die alte Bedeutung passt „Pride goes before a fall“, für den heutigen Leichtsinn sagt man eher „Don’t get carried away“.

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