Perlen vor die Säue werfen
Kurz gesagt
Etwas Kostbares oder Gutes an Menschen verschwenden, die es nicht zu schätzen wissen oder nicht verstehen.
- Ursprung
- Aus der Bibel
- Auf Englisch
- to cast pearls before swine
Was bedeutet „Perlen vor die Säue werfen“?
Wer Perlen vor die Säue wirft, verschwendet etwas Kostbares an Menschen, die damit nichts anfangen können. Der Hobbykoch, der für seine Clique ein aufwendiges Menü zaubert, obwohl alle nur Pommes wollen, oder die Musiklehrerin, die einer gelangweilten Klasse ihre Lieblingssonate vorspielt: Beide werfen Perlen vor die Säue. Die Wendung ist umgangssprachlich und ziemlich derb, denn sie vergleicht die Empfänger mit Schweinen. Oft wird sie resigniert und kurz gesagt: „Perlen vor die Säue.“
Darin liegt ihre Schärfe. Wer sie über ein Publikum oder Kollegen sagt, stellt sich über die anderen und kann damit leicht überheblich wirken. Selbstironisch klingt sie harmloser, etwa wenn der Gastgeber zusehen muss, wie sein bester Rotwein mit Cola gemischt wird. Mit bloßer Vergeblichkeit hat die Wendung wenig zu tun. Es geht immer um den Gegensatz zwischen dem Wert der Gabe und der Unfähigkeit der Empfänger, ihn zu erkennen.
Woher kommt „Perlen vor die Säue werfen“?
Die Wendung stammt aus der Bergpredigt. In Matthäus 7,6 heißt es: „Ihr sollt das Heilige nicht den Hunden geben, und eure Perlen sollt ihr nicht vor die Säue werfen“ (Lutherbibel 2017). Der Vers warnt weiter, die Tiere könnten die Perlen zertreten und sich gegen den Geber wenden. Hunde und Schweine galten im Judentum als unreine Tiere. Gemeint sind Menschen, die für das Heilige keinen Sinn haben. Die Perle steht im Neuen Testament für etwas besonders Kostbares, etwa im Gleichnis von der kostbaren Perle (Matthäus 13,45–46).
Im Deutschen wurde die Mahnung früh sprichwörtlich. Wander führt „Man soll die Perlen nicht vor die Säue werfen“ mit Verweis auf Matthäus 7,6 an, dazu eine mittelhochdeutsche Reimfassung: „Swer berlîn schüttet für die swîn, diu mugen niht lange reine sîn.“ Johann Fischart schreibt 1584: „Man spreit die Berlin für die Schwein.“
Beispiele aus dem Alltag
Jakob hat für die WG-Party ein aufwendiges Curry gekocht, doch alle greifen zur Tiefkühlpizza. „Perlen vor die Säue“, murmelt er und packt die Reste ein.
„Ich habe dem Team eine durchdachte Strategie vorgestellt, und keiner hat zugehört“, klagt die Projektleiterin. „Da hast du Perlen vor die Säue geworfen“, sagt ihre Kollegin.
Onkel Bernd schenkt seinem Neffen eine signierte Schallplatte von 1972. Der fragt, ob man die auch streamen kann. „Perlen vor die Säue“, seufzt Bernd.
Häufige Fragen
Steht „Perlen vor die Säue werfen“ in der Bibel?
Die Wendung stammt aus der Bergpredigt, Matthäus 7,6. In der Lutherbibel 2017 heißt es: „eure Perlen sollt ihr nicht vor die Säue werfen“.
Ist „Perlen vor die Säue werfen“ beleidigend?
Für die Gemeinten schon, denn die Wendung vergleicht sie mit Schweinen, die nichts Gutes erkennen. Über ein Publikum gesagt, wirkt sie deshalb leicht überheblich.
Wie sagt man „Perlen vor die Säue werfen“ auf Englisch?
Die englische Bibel kennt dasselbe Bild, daher sagt man „to cast pearls before swine“.
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