Petri Heil
Kurz gesagt
Gruß und Glückwunsch unter Anglern: Man wünscht einander einen guten Fang. Wer schon etwas gefangen hat, antwortet mit „Petri Dank“.
- Auf Englisch
- Tight lines!
- Auch gesagt
- Petri!
Was bedeutet „Petri Heil“?
„Petri Heil“ ist der Gruß der Angler und Fischer und bedeutet „Viel Glück beim Fischen“. Man ruft ihn jemandem zu, der am Ufer sitzt, mit der Rute zum See aufbricht oder gerade einen Fisch an der Schnur hat. In Angelvereinen eröffnet der Gruß Versammlungen und Wettfischen, und auch Spaziergänger grüßen so, wenn sie an einem Angler vorbeikommen. Der Ton ist freundlich und ein wenig zünftig, wie bei anderen Standesgrüßen, etwa „Glück auf“ im Bergbau.
Zum Gruß gehört eine feste Antwort. Wer gegrüßt wird, gibt meist ebenfalls „Petri Heil“ zurück. „Petri Dank“ sagt, wer schon einen Fang gemacht hat und sich für den Glückwunsch bedankt. Unter Anglern hört man auch die Kurzform „Petri!“. Außerhalb des Angelns wird der Gruß gern scherzhaft übertragen: als Glückwunsch für jemanden, der auf Schnäppchenjagd geht, im Lotto sein Glück versucht oder auf einer Party „auf Fang“ ist. Am Wasser selbst ist er dagegen ernst gemeint, und wer ihn hört, erwidert ihn.
Woher kommt „Petri Heil“?
Der Gruß beruft sich auf den Apostel Petrus. „Petri“ ist der lateinische Genitiv von „Petrus“, „Petri Heil“ heißt also wörtlich „des Petrus Heil“: Man wünscht dem anderen ein Fangglück wie das des Petrus. Nach den Evangelien war Simon Petrus Fischer am See Genezareth. Lukas 5,1–11 erzählt, wie er nach einer Nacht ohne Fang auf Jesu Wort hin noch einmal die Netze auswirft und so viele Fische fängt, dass die Netze zu reißen beginnen. Johannes 21 berichtet von einem zweiten wundersamen Fischzug. Petrus gilt deshalb als Schutzpatron der Fischer.
Wann und wo der Gruß aufkam, ist nicht belegt. Er folgt dem Muster älterer Standes- und Sportgrüße mit „Heil“, etwa „Waidmannsheil“ der Jäger, das Grimms Wörterbuch seit 1746 nachweist, oder „Gut Heil“ der Turner. Das DWDS führt „Petri Heil“ als Gruß im Angelsport und belegt die Antwort „Petri Dank“ unter anderem in Uwe Johnsons Roman „Ingrid Babendererde“.
Beispiele aus dem Alltag
Am Baggersee kommt Familie Öztürk an einem Mann mit drei Ruten vorbei. „Petri Heil!“, ruft der kleine Can. Der Angler hebt den Eimer hoch: „Petri Dank, zwei Barsche hab ich schon.“
In der Gruppe des Angelvereins postet Jörg um fünf Uhr morgens ein Foto vom nebligen Kanal. Die ersten Antworten: „Petri Heil!“ und „Bring was Ordentliches mit.“
Lena erzählt beim Mittagessen, dass sie am Samstag auf dem Flohmarkt nach alten Schallplatten suchen will. Ihr Kollege grinst: „Na dann, Petri Heil!“
Häufige Fragen
Was antwortet man auf „Petri Heil“?
Auf „Petri Heil“ antwortet man üblicherweise ebenfalls mit „Petri Heil“. Wer schon etwas gefangen hat oder zu einem Fang beglückwünscht wird, sagt „Petri Dank“.
Was bedeutet „Petri“?
„Petri“ ist der lateinische Genitiv von „Petrus“. Gemeint ist der Apostel Petrus, der nach den Evangelien Fischer am See Genezareth war. „Petri Heil“ wünscht also ein Fangglück wie das des Petrus.
Hat „Petri Heil“ etwas mit dem Hitlergruß zu tun?
Nein. „Heil“ ist ein altes Wort für Glück und Wohlergehen, und Grüße nach dem Muster „… Heil“ gab es lange vor der NS-Zeit, etwa „Gut Heil“ bei den Turnern oder „Waidmannsheil“ bei den Jägern. Seit wann die Angler „Petri Heil“ sagen, ist allerdings nicht genau belegt.
Wie grüßen sich Angler auf Englisch?
Englischsprachige Angler wünschen sich „Tight lines!“, also straffe Schnüre, denn eine gespannte Schnur bedeutet, dass ein Fisch angebissen hat.
Kurzer Test
Ganzes QuizWie geht das Sprichwort weiter?
Aller guten Dinge …