Zum Inhalt springen

Hals- und Beinbruch

Kurz gesagt

Scherzhafter Glückwunsch vor einer Prüfung, einem Auftritt oder einem Wagnis: Viel Glück, es wird schon gut gehen.

Auf Englisch
Break a leg

Was bedeutet „Hals- und Beinbruch“?

„Hals- und Beinbruch!“ ist ein Glückwunsch, obwohl er wörtlich das Gegenteil ausdrückt. Man ruft ihn jemandem zu, der vor einer schwierigen Aufgabe steht: vor der Führerscheinprüfung, dem Vorstellungsgespräch, dem Skirennen, dem ersten Auftritt auf der Bühne. Gemeint ist schlicht „Viel Glück!“. Der Ton ist locker und freundschaftlich, im formellen Rahmen sagt man es selten.

Der Reiz liegt im Widerspruch: Man wünscht ausgerechnet ein Unglück, damit es nicht eintritt. Wer Deutsch lernt, stolpert oft darüber, und auch Muttersprachler finden den Wunsch bei einer echten Gefahr, etwa vor einer Bergtour oder einer Operation, mitunter unpassend. Ähnlich funktionieren „Toi, toi, toi“ und das Klopfen auf Holz: kleine Rituale, die Unglück fernhalten sollen. Der Wunsch ist so fest eingebürgert, dass kaum jemand dabei noch an gebrochene Knochen denkt.

Woher kommt „Hals- und Beinbruch“?

Woher der Wunsch kommt, ist umstritten. Eine verbreitete Erklärung sieht in ihm eine Verballhornung des jiddischen Segenswunschs „hazlóche un bróche“, „Erfolg und Segen“, der aus dem Hebräischen stammt. Deutschsprachige hätten die fremden Wörter als „Hals- und Beinbruch“ verstanden. Der Duden nennt diese Deutung, schreibt sie aber nur „manchen“ Sprachforschern zu.

Die zweite Erklärung ordnet die Wendung in eine Reihe abergläubischer Glückwünsche ein: Wer ausdrücklich Glück wünscht, könnte das Schicksal herausfordern, also wünscht man das Gegenteil. Dafür spricht, dass es ähnliche Formeln gibt, beim Segeln „Mast- und Schotbruch“, in der Luftfahrt „Holm- und Rippenbruch“, im Italienischen „In bocca al lupo“. Ein Bericht in der „Zeitschrift für Ethnologie“ aus dem späten 19. Jahrhundert schildert, dass man Jägern in der Umgebung Berlins so Glück wünschte, während „viel Glück“ als unheilvoll galt. Welche Erklärung stimmt, lässt sich nicht sicher entscheiden.

Beispiele aus dem Alltag

  • Vor der mündlichen Abiprüfung steht Emre zitternd auf dem Flur. Seine Freundin drückt ihm die Hand: „Hals- und Beinbruch! Du kannst das.“

  • Vor dem Riesenslalom bei der Vereinsmeisterschaft klopft der Trainer Lea auf den Helm: „Hals- und Beinbruch!“ Lea grinst: „Hoffentlich nur im übertragenen Sinn.“

  • „Morgen ist mein erster Tag als Chefin“, schreibt Katrin in die Gruppe. Die Antworten kommen sofort: „Hals- und Beinbruch!“, „Toi, toi, toi!“, „Zeig’s ihnen!“

Häufige Fragen

Warum wünscht man „Hals- und Beinbruch“?

Der Ausdruck ist ein Glückwunsch in verkehrter Form. Nach einer Erklärung soll das gewünschte Unglück das Schicksal täuschen, nach einer anderen ist er eine Verballhornung des jiddischen „hazlóche un bróche“, „Erfolg und Segen“.

Kommt „Hals- und Beinbruch“ aus dem Jiddischen?

Möglich, aber nicht bewiesen. Die jiddische Herleitung wird oft zitiert, der Duden nennt sie aber nur als Ansicht mancher Sprachforscher. Die Parallelen „Mast- und Schotbruch“ und „Holm- und Rippenbruch“ sprechen eher für einen abergläubischen Glückwunsch.

Ist „Hals- und Beinbruch“ unhöflich?

Nein, „Hals- und Beinbruch“ ist ein freundlicher, umgangssprachlicher Glückwunsch. Unpassend wirkt er nur, wenn tatsächlich Verletzungsgefahr besteht oder jemand krank ist, etwa vor einer Operation.

Wie sagt man „Hals- und Beinbruch“ auf Englisch?

Die übliche Entsprechung ist „Break a leg“, vor allem im Theater. Ob die englische Wendung mit der deutschen zusammenhängt, ist ungeklärt.

Kurzer Test

Ganzes Quiz

Wie geht das Sprichwort weiter?

Aller guten Dinge …

Ähnliche Sprichwörter

Alle zu Glück und Pech
↑↓auswählen↵öffnen