Jemandem die Daumen drücken
Kurz gesagt
Jemandem Glück und Erfolg für ein bestimmtes Vorhaben wünschen und in Gedanken bei ihm sein.
- Auf Englisch
- To keep one’s fingers crossed
- Fingers crossed
- Auch gesagt
- Jemandem die Daumen halten
- Für jemanden die Daumen drücken
Was bedeutet „Jemandem die Daumen drücken“?
Wer jemandem die Daumen drückt, wünscht ihm Glück für etwas, dessen Ausgang ungewiss ist: eine Prüfung, ein Bewerbungsgespräch, ein Spiel, eine Operation. Oft begleitet eine Geste die Worte, dabei schließt man den Daumen in die Faust ein und drückt ihn fest. Die Wendung ist alltäglich, freundlich und passt in fast jede Lage, vom Chat unter Freunden bis zur E-Mail an Kollegen („Ich drücke Ihnen die Daumen für morgen“).
Man kann die Daumen auch „für jemanden“ oder „für etwas“ drücken, etwa für die Lieblingsmannschaft oder für gutes Wetter beim Hochzeitsfest. Gleichbedeutend ist „jemandem die Daumen halten“. Im englischsprachigen Raum und in einigen anderen Ländern kreuzt man stattdessen Zeige- und Mittelfinger. Ironisch klingt der Satz, wenn man jemandem bei einem aussichtslosen Plan „viel Glück“ wünscht: „Na dann, ich drück dir die Daumen.“
Woher kommt „Jemandem die Daumen drücken“?
Die Geste ist alt. Schon der römische Gelehrte Plinius der Ältere schreibt im 1. Jahrhundert nach Christus in seiner „Naturalis historia“ (28,25): „pollices, cum faveamus, premere etiam proverbio iubemur“, sinngemäß: Schon ein Sprichwort fordert uns auf, die Daumen zu drücken, wenn wir jemandem gewogen sind. Er nennt das in einer Reihe alltäglicher Glücks- und Abwehrbräuche.
Oft wird die Wendung mit den Gladiatorenspielen erklärt, bei denen das Publikum mit dem Daumen über Leben und Tod eines Kämpfers entschieden habe. Das ist unsicher, denn wie die Daumengesten in der Arena genau aussahen, ist unter Historikern umstritten. Wander erwähnt 1867 unter „Daumen“ die Redensart „Einem den Daumen halten“ im Sinne von „Ihm mit Rath und That beistehen“ und verweist auf das lateinische „premere pollicem“. Im deutschen Volksglauben galt der eingeschlossene Daumen außerdem als Bindezauber, der einen bösen Geist festhält, wie das Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens beschreibt.
Quellen
- DWDS: Daumen
- Plinius der Ältere: Naturalis historia 28,25 (Splash Latino)
- Wander: Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Stichwort ‚Daumen‘
- Wikipedia: Daumen drücken
Stand:
Beispiele aus dem Alltag
„Morgen ist die Führerscheinprüfung“, schreibt Lina in die Familiengruppe. Ihre Oma antwortet sofort: „Ich drücke dir ganz fest die Daumen!“
Kurz vor dem Elfmeter springt der ganze Fanblock auf. Herr Schulz drückt beide Daumen so fest, dass seine Knöchel weiß werden.
Am Ende des Bewerbungsgesprächs sagt die Personalerin: „Wir melden uns nächste Woche.“ Draußen ruft Yusuf seinen Bruder an: „Drück mir die Daumen, ich glaub, es lief gut.“
Häufige Fragen
Heißt es „die Daumen drücken“ oder „die Daumen halten“?
Beides ist richtig und bedeutet dasselbe. Das DWDS verzeichnet „jemandem die Daumen drücken“ und „jemandem die Daumen halten“ nebeneinander, auch mit „für jemanden“.
Wie sagt man „jemandem die Daumen drücken“ auf Englisch?
Man sagt „to keep one’s fingers crossed“, oft kurz „Fingers crossed!“. Dazu passt die englische Geste mit gekreuztem Zeige- und Mittelfinger.
Kommt das Daumendrücken von den Gladiatoren?
Das wird oft behauptet, ist aber nicht gesichert. Der älteste Beleg für das Daumendrücken als Zeichen der Gunst steht bei Plinius dem Älteren, und zwar in einem Abschnitt über Alltagsaberglauben, nicht über die Arena.
Kurzer Test
Ganzes QuizWie geht das Sprichwort weiter?
Aller guten Dinge …