Scherben bringen Glück
Kurz gesagt
Zerbrochenes Geschirr gilt als gutes Zeichen, deshalb muss sich über das Missgeschick niemand ärgern.
Was bedeutet „Scherben bringen Glück“?
Der Satz ist zuerst einmal Trost. Fällt die Tasse herunter, sagt garantiert jemand „Scherben bringen Glück“, damit sich keiner schämt oder ärgert. Mit echtem Glauben hat das meist wenig zu tun, eher mit Höflichkeit.
Ernster genommen wird der Spruch beim Polterabend. Dort werfen Gäste vor der Hochzeit absichtlich Porzellan und Steingut auf den Boden, und das Brautpaar kehrt die Scherben gemeinsam zusammen, als Probe für den gemeinsamen Alltag. Glas und Spiegel gehören nicht dazu: Zerbrochenes Glas gilt im Aberglauben als Unglück, ein zerbrochener Spiegel sogar für sieben Jahre.
Woher kommt „Scherben bringen Glück“?
Woher der Glaube kommt, ist nicht geklärt. Die verbreitetste Erklärung verbindet ihn mit altem Abwehrzauber: Lärm sollte böse Geister vertreiben, und kaum etwas kracht so schön wie zerschellendes Steingut. Daraus soll der Brauch des Polterabends entstanden sein.
Eine zweite Erklärung setzt beim Wort an. „Scherben“ bezeichnete früher auch ein ganzes irdenes Gefäß, im Süddeutschen und Österreichischen ist „der Scherben“ noch heute ein Blumentopf. Volle Vorratstöpfe bedeuteten Wohlstand, und so hätte der Satz ursprünglich die Töpfe gemeint, nicht ihre Bruchstücke. Sicher belegen lässt sich keine der beiden Deutungen. Klar ist dagegen, warum Glas nicht zählt: Es steht selbst für das zerbrechliche Glück, wie das Sprichwort „Glück und Glas, wie leicht bricht das“ sagt.
Beispiele aus dem Alltag
Beim Abräumen rutscht Finn ein Teller aus der Hand. Die Gastgeberin winkt ab: „Lass nur, Scherben bringen Glück. Der hatte eh einen Sprung.“
Am Polterabend von Anna und Malik fliegen alte Blumentöpfe, ein ausrangiertes Waschbecken und Omas angeschlagenes Kaffeeservice in den Hof. Scherben bringen Glück, kehren müssen die beiden trotzdem selbst.
Als im Restaurant ein Tablett mit Weingläsern zu Boden geht, ruft ein Gast: „Scherben bringen Glück!“ Der Kellner seufzt: „Bei Glas leider nicht.“
Häufige Fragen
Warum bringen Scherben Glück?
Sicher weiß das niemand. Die gängigsten Erklärungen sind alter Abwehrzauber, bei dem Lärm böse Geister vertreiben sollte, und die frühere Bedeutung von „Scherben“ als ganzes Tongefäß.
Bringen auch Glasscherben Glück?
Nach dem Aberglauben nicht. Glas steht für das zerbrechliche Glück selbst, ein zerbrochener Spiegel soll sogar sieben Jahre Pech bringen. Beim Polterabend ist Glas deshalb tabu, auch wegen der Verletzungsgefahr.
Was wirft man beim Polterabend?
Traditionell Porzellan, Steingut und Keramik, also Geschirr, Blumentöpfe oder alte Fliesen. Glas und Spiegel bleiben zu Hause.
Kurzer Test
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Den Letzten …