Das Glück ist mit den Tüchtigen
Kurz gesagt
Wer fähig ist und sich anstrengt, hat auf Dauer auch mehr Glück; scheinbarer Zufall ist oft verdienter Erfolg.
- Auf Englisch
- Fortune favours the brave
- The harder you work, the luckier you get
- Auch gesagt
- Das Glück ist mit dem Tüchtigen
- Glück des Tüchtigen
Was bedeutet „Das Glück ist mit den Tüchtigen“?
„Das Glück ist mit den Tüchtigen“ besagt, dass Glück meist denen zufällt, die gut vorbereitet sind und hart arbeiten. Wer viel trainiert, steht öfter am richtigen Fleck, wenn der Ball abprallt. Wer zwanzig Bewerbungen schreibt, hat eher das Glück, zur richtigen Zeit beim richtigen Unternehmen zu landen. Man sagt das Sprichwort anerkennend über andere oder, augenzwinkernd, über sich selbst, wenn ein Erfolg knapper war, als er aussieht.
Besonders beliebt ist es im Sport. Gewinnt eine Mannschaft durch ein Tor in der Nachspielzeit, spricht man gern vom „Glück des Tüchtigen“: Der glückliche Moment wird als Lohn für den Einsatz gedeutet. Darin liegt auch die Schwäche des Satzes. Er kann Zufall nachträglich zur Leistung umdeuten und Pech als selbst verschuldet erscheinen lassen. Wer Erfolg hat, zitiert ihn gern. Wer trotz aller Mühe scheitert, empfindet ihn leicht als Hohn. Grammatisch hört man auch den Singular „mit dem Tüchtigen“.
Woher kommt „Das Glück ist mit den Tüchtigen“?
Der Grundgedanke ist antik, nur galt dort das Glück den Mutigen. Beim römischen Komödiendichter Terenz heißt es „fortis fortuna adiuvat“, das Glück hilft den Tapferen (Phormio, Vers 203). Wander verzeichnet im „Deutschen Sprichwörter-Lexikon“ unter „Glück“ viele deutsche Fassungen dieses Gedankens wie „Das Glück hilft den Kühnen“ oder „Das Glück ist dem Kühnen hold“, die Form mit dem „Tüchtigen“ führt er dort nicht.
Oft zitiert wird ein Satz, der Glück und Tüchtigkeit verbindet. Er stammt vom preußischen Generalstabschef Helmuth von Moltke, aus seinem Aufsatz „Über Strategie“ (1871): „Glück hat auf die Dauer doch zumeist wohl nur der Tüchtige.“ Ob das kürzere Sprichwort direkt davon abstammt, ist nicht belegt. Das DWDS verzeichnet „das Glück ist mit den Tüchtigen“ und „Glück des Tüchtigen“ als feste Wendungen unter dem Stichwort „tüchtig“.
Quellen
- DWDS: tüchtig
- Wander: Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Stichwort ‚Glück‘
- Terenz: Phormio, Vers 203 (The Latin Library)
- Wikiquote: Helmuth Karl Bernhard von Moltke
Stand:
Beispiele aus dem Alltag
Nach dem Siegtor in der 94. Minute grinst Trainerin Kerstin in die Kamera: „Das Glück ist mit den Tüchtigen. Wir haben bis zum Schluss gepresst.“
Malik hat die Stelle bekommen, weil er als Einziger das Portfolio schon fertig hatte, als die Ausschreibung kam. Sein Freund schreibt ihm: „Das Glück ist mit den Tüchtigen, Glückwunsch!“
Beim Vereinsquiz rät Ute die letzte Frage richtig. „Geraten? Von wegen“, sagt sie lachend. „Das Glück ist mit den Tüchtigen.“
Lustige Abwandlungen
Das Glück ist mit den Doofen
Spöttisches Gegenstück, oft in der saloppen Form „mit die Doofen“.
Häufige Fragen
Wer hat gesagt „Das Glück ist mit den Tüchtigen“?
Ein einzelner Urheber ist nicht belegt. Häufig zitiert wird Helmuth von Moltke mit dem Satz „Glück hat auf die Dauer doch zumeist wohl nur der Tüchtige“ aus seinem Aufsatz „Über Strategie“ von 1871.
Heißt es „mit den Tüchtigen“ oder „mit dem Tüchtigen“?
Beide Formen sind üblich, das DWDS verzeichnet „das Glück ist mit den Tüchtigen“ und „das Glück ist mit dem Tüchtigen“ nebeneinander. Die Bedeutung ist dieselbe.
Was bedeutet „Glück des Tüchtigen“?
Mit „Glück des Tüchtigen“ beschreibt man einen glücklichen Ausgang, den sich jemand durch Einsatz und Können verdient hat. Besonders im Sport bezeichnet es einen knappen Sieg, der mehr als bloßer Zufall war.
Was ist das lateinische Vorbild?
Am nächsten kommt „Fortes fortuna adiuvat“, das Glück hilft den Tapferen. Der Satz stammt aus der Komödie „Phormio“ von Terenz und betont Mut, nicht Fleiß.
Kurzer Test
Ganzes QuizWie geht das Sprichwort weiter?
Den Seinen gibt’s …