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Jeder ist seines Glückes Schmied

Kurz gesagt

Wie das eigene Leben verläuft, hängt vor allem vom eigenen Handeln ab.

Auf Englisch
Every man is the architect of his own fortune
Life is what you make it
You make your own luck
Auch gesagt
Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied
Jeder ist seines Glücks Schmied

Was bedeutet „Jeder ist seines Glückes Schmied“?

Glück fällt einem nicht in den Schoß, man muss es sich erarbeiten, so wie ein Schmied das glühende Eisen mit vielen Hammerschlägen in Form bringt. Das Sprichwort fordert dazu auf, selbst aktiv zu werden, statt auf günstige Umstände zu warten. „Glück“ heißt hier weniger Zufall als Lebenserfolg und gutes Schicksal.

Als Ansporn ist das sympathisch. Der Satz hat aber eine Kehrseite: Wer arm, krank oder arbeitslos ist, scheint nach dieser Logik selbst schuld zu sein. Herkunft, Gesundheit und Zufall kommen darin nicht vor. Deshalb wird er heute oft kritisch zitiert, etwa in Debatten über Chancengleichheit.

Woher kommt „Jeder ist seines Glückes Schmied“?

Das Sprichwort geht auf das antike Rom zurück. In einem Brief an Caesar, der unter dem Namen des Historikers Sallust überliefert ist, heißt es, die Erfahrung habe bestätigt, was Appius in seinen Versen sage: Jeder sei der Schmied seines eigenen Glücks („fabrum esse suae quemque fortunae“). Gemeint ist Appius Claudius Caecus, ein Staatsmann um 300 v. Chr., auf den auch die Via Appia zurückgeht. Ob der Brief wirklich von Sallust stammt, ist umstritten, man spricht deshalb oft von Pseudo-Sallust.

Als lateinischer Merksatz „Faber est suae quisque fortunae“ wurde der Gedanke in ganz Europa bekannt. Im Deutschen hat sich mit „Glückes“ eine ältere Genitivform erhalten, die heute fast nur noch in festen Wendungen vorkommt.

Beispiele aus dem Alltag

  • „Ich warte nicht länger darauf, dass mich jemand befördert“, sagt Nora und meldet sich für die Weiterbildung an. „Jeder ist seines Glückes Schmied.“

  • Im Ethikunterricht diskutiert die Klasse den Satz „Jeder ist seines Glückes Schmied“. Emre meldet sich: „Und was ist mit denen, die keinen Hammer haben?“

  • In der Talkshow erklärt der Lottomillionär ernsthaft, jeder sei seines Glückes Schmied. Das Studiopublikum lacht.

Häufige Fragen

Von wem stammt „Jeder ist seines Glückes Schmied“?

Der Gedanke wird dem römischen Staatsmann Appius Claudius Caecus zugeschrieben. Überliefert ist sein Satz nur indirekt, in einem Brief an Caesar, der Sallust zugeschrieben wird.

Warum heißt es „Glückes“ und nicht „Glücks“?

„Glückes“ ist die ältere, längere Genitivform. Sie hat sich in dem Sprichwort gehalten; „seines Glücks Schmied“ ist ebenfalls korrekt, klingt aber ungewohnt.

Wie heißt das Sprichwort auf Englisch?

Die klassische Entsprechung ist „Every man is the architect of his own fortune“. Im Alltag sagt man eher „Life is what you make it“ oder „You make your own luck“.

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