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Das fünfte Rad am Wagen sein

Kurz gesagt

In einer Gruppe überflüssig sein, nicht gebraucht und allenfalls geduldet werden, oder sich so fühlen.

Auf Englisch
A fifth wheel
A third wheel
Auch gesagt
Wie das fünfte Rad am Wagen
Gegenteil
Das A und O

Was bedeutet „Das fünfte Rad am Wagen sein“?

„Das fünfte Rad am Wagen sein“ heißt: überflüssig sein, in einer Gruppe nicht gebraucht werden oder sich so fühlen. Ein Wagen fährt mit vier Rädern; ein fünftes hat weder Platz noch Aufgabe. Man sagt es von der Freundin, die mit einem frisch verliebten Paar ins Kino geht, vom Praktikanten, dem niemand etwas zu tun gibt, oder von einer Stellvertreterin, über deren Kopf hinweg entschieden wird.

Meist beschreibt jemand damit das eigene Gefühl, und dann klingt es gekränkt oder selbstironisch: „Ich komm mir vor wie das fünfte Rad am Wagen.“ Über andere gesagt, ist die Wendung abschätzig. Sie ist umgangssprachlich, aber nicht derb. Gemeint ist kein Reserverad, das ja für den Notfall gebraucht wird, sondern ein Rad, das am Wagen nichts zu tun hat. Im Unterschied zum „Außenseiter“ geht es nicht darum, dass jemand ausgegrenzt wird, sondern dass er schlicht keine Funktion hat.

Woher kommt „Das fünfte Rad am Wagen sein“?

Das Bild ist alt. Freidank, der Spruchdichter des frühen 13. Jahrhunderts, schreibt: „Der wagen hât deheine stat, dâ wol stê daz fünfte rat“, der Wagen hat keine Stelle, an der ein fünftes Rad gut stünde. Bei Herbort von Fritzlar heißt es im „Liet von Troye“, entstanden um 1200: „so zele man mich zo dem fünften rade“, man zähle mich zum fünften Rad. Beide Belege führt Wander auf.

Im 16. Jahrhundert diente das Bild auch der konfessionellen Polemik: In katholischen Spottliedern, die Wander zitiert, ist Luther der Christenheit „so nütte“ wie „dat vofte Rad dem wagen“. Johann Fischart gebraucht den Vergleich „wie das fünfte rad am wagen“, und bei Abraham a Sancta Clara heißt es: „Wenn der Teufel nichts nutz ist, so ist er doch so viel nutz als das fünfte Rad am Wagen.“ Andere Sprachen kennen dasselbe Bild, Wander nennt etwa französisch „la cinquième roue à un chariot“ und lateinisch „rota quinta plaustro“.

Beispiele aus dem Alltag

  • Lea und Tim sind frisch verliebt und nehmen Jule überallhin mit. „Ehrlich, ich bin da nur das fünfte Rad am Wagen“, schreibt Jule ihrer Schwester.

  • Seit die neue Software die Tourenplanung übernimmt, fühlt sich Herr Krüger in der Disposition wie das fünfte Rad am Wagen.

  • Im Gruppenprojekt haben die anderen drei schon alle Aufgaben verteilt. „Braucht ihr mich überhaupt, oder bin ich hier das fünfte Rad am Wagen?“, fragt Mehmet.

Häufige Fragen

Woher kommt „das fünfte Rad am Wagen sein“?

„Das fünfte Rad am Wagen“ ist ein altes Bild für etwas Überflüssiges: Ein Wagen braucht vier Räder, ein fünftes hat keinen Platz. Schon der Spruchdichter Freidank gebraucht es im frühen 13. Jahrhundert.

Wie sagt man „das fünfte Rad am Wagen sein“ auf Englisch?

Im Englischen gibt es „a fifth wheel“ für jemanden, der überflüssig ist. Geht es um eine Person, die mit einem Paar unterwegs ist und sich fehl am Platz fühlt, sagt man meist „a third wheel“.

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