Zum Inhalt springen

Glück auf

Kurz gesagt

Der traditionelle Gruß der Bergleute, ursprünglich der Wunsch, dass sich die Erzgänge auftun mögen; heute auch Ausdruck regionaler Verbundenheit.

Auch gesagt
Glückauf
Glick auf!

Was bedeutet „Glück auf“?

„Glück auf!“ ist der Gruß der Bergleute. Man sagt ihn zur Begrüßung und zum Abschied, unter Tage wie über Tage, und er wird mit denselben Worten erwidert. In ehemaligen Bergbauregionen wie dem Erzgebirge, dem Oberharz, dem Ruhrgebiet und dem Saarland ist er bis heute Alltagsgruß und Zeichen regionaler Herkunft. Er steht in Vereinsnamen und unter Briefen, die mit „Glück auf!“ oder „Mit freundlichem Glückauf“ enden. Viele verstehen ihn heute auch als Wunsch, nach der Schicht gesund wieder auszufahren.

Seit 2018 mit Prosper-Haniel in Bottrop die letzte deutsche Steinkohlenzeche schloss, hat der Gruß im Ruhrgebiet einen wehmütigen Klang. Lebendig bleibt er bei Barbarafeiern, in Knappenvereinen und im Stadion: Das Steigerlied „Glück auf, der Steiger kommt“ wird etwa bei Heimspielen von Schalke 04 und Erzgebirge Aue gesungen. Zur Schreibung: Den Ausruf schreibt man getrennt, „Glück auf!“, das Substantiv zusammen, „ein herzliches Glückauf“, wie Duden und DWDS es verzeichnen.

Woher kommt „Glück auf“?

„Glück auf“ ist älter als der Bergmannsgruß. Das Grimmsche Wörterbuch erklärt die Formel als Bildung nach dem früher bezeugten „Glück zu“, mit ermunterndem „auf“ wie in „wohlauf“. Zu Anfang des 17. Jahrhunderts erscheint sie zunächst als allgemeiner Glück- und Grußwunsch, etwa 1621 in einer Flugschrift über die Kipper und Wipper. Als Gruß der Bergleute ist sie nach den Grimms seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts belegt, zuerst in Sachsen. 1680 heißt es bei Junghans: „glück auff! ist der grusz, damit die bergleute einander grüszen“.

Die Bergleute deuteten das „auf“ auf ihr Handwerk: Die Gänge sollen sich auftun. In einem Bergbuch von 1710 steht, man dürfe nicht „glück zu“ sagen, weil „die klüfft und gänge sich nicht zu-, sondern auffthun müssen“. Die oft zu lesende Angabe, der Gruß stamme schon aus dem späten 16. Jahrhundert, stützen die Belege im Grimmschen Wörterbuch nicht.

Beispiele aus dem Alltag

  • Beim Jubiläum des Knappenvereins in Bottrop begrüßt der Vorsitzende jeden Gast mit Handschlag: „Glück auf!“

  • Uwe aus Annaberg-Buchholz unterschreibt jede Mail an seine Geschäftspartner mit „Glück auf!“, auch wenn sie nach Hamburg geht.

  • Vor dem Anpfiff in Gelsenkirchen stimmt die Nordkurve das Steigerlied an, und Opa Werner singt jede Zeile mit: „Glück auf, der Steiger kommt.“

Häufige Fragen

Warum sagen Bergleute „Glück auf“?

Der Gruß wünscht, dass sich die Erzgänge auftun und die Arbeit unter Tage ergiebig ist. Viele verstehen ihn heute auch als Wunsch, nach der Schicht gesund wieder auszufahren.

Schreibt man „Glück auf“ oder „Glückauf“?

Den Ausruf schreibt man getrennt: „Glück auf!“. Das Substantiv wird zusammengeschrieben: „Sie riefen ihm ein herzliches Glückauf zu.“

Was antwortet man auf „Glück auf“?

Man antwortet ebenfalls mit „Glück auf!“. Der Gruß wird erwidert wie „Moin“ oder „Servus“.

Was ist das Steigerlied?

„Glück auf, der Steiger kommt“ ist das bekannteste deutsche Bergmannslied. Es wird bei Bergmannsfesten und in mehreren Fußballstadien gesungen, etwa bei Schalke 04 und Erzgebirge Aue.

Kurzer Test

Ganzes Quiz

Wie geht das Sprichwort weiter?

Aller guten Dinge …

Ähnliche Sprichwörter

Alle zu Glück und Pech
↑↓auswählen↵öffnen