Wie ein begossener Pudel
Kurz gesagt
Beschämt, kleinlaut und geknickt, etwa nach einer Blamage, einem Tadel oder einer Enttäuschung.
- Auf Englisch
- with one’s tail between one’s legs
- Auch gesagt
- Wie ein begossener Pudel dastehen
- Wie ein begossener Pudel aussehen
Was bedeutet „Wie ein begossener Pudel“?
Wer wie ein begossener Pudel dasteht, wirkt beschämt, kleinlaut und geknickt, so wie jemand, der gerade ausgeschimpft, blamiert oder enttäuscht worden ist. Meist verbindet man die Wendung mit einem Verb: „wie ein begossener Pudel dastehen“, „dasitzen“, „aussehen“ oder „davonschleichen“. Typische Szenen sind der Schüler nach der Standpauke, der Politiker nach der verlorenen Wahl oder der Spieler, der den entscheidenden Elfmeter verschossen hat. Der Ton ist umgangssprachlich, oft ein wenig spöttisch, manchmal auch mitfühlend.
Gemeint ist nicht in erster Linie Nässe, sondern Haltung: hängende Schultern, gesenkter Blick, keine Widerworte mehr. Wer im Regen klatschnass geworden ist, ist „nass wie ein Pudel“ oder „pudelnass“. Das ist ein anderes Bild, das ohne Scham auskommt. In der Wendung mit dem begossenen Pudel stecken dagegen Verlegenheit und ein bisschen Mitleid. Über einen Vorgesetzten oder einen Fremden gesagt, kann sie verletzend wirken, weil sie den anderen klein macht.
Woher kommt „Wie ein begossener Pudel“?
Das Bild ist ein nasser Hund. Der Pudel war ursprünglich ein Wasserhund. Sein Name kommt nach dem Etymologischen Wörterbuch von Pfeifer aus dem Niederdeutschen, gekürzt aus älterem „Pudelhund“ (17. Jahrhundert), und gehört zu landschaftlich „pudeln“, im Wasser plätschern. Der Hund verdankt den Namen seiner Vorliebe fürs Wasser. Ein begossener Pudel mit triefend anliegendem Fell sieht kläglich aus, und dieses Bild überträgt die Wendung auf Menschen.
Wander verzeichnet 1873 in seinem „Deutschen Sprichwörter-Lexikon“ die Formen „Er ist wie ein begossener Pudel“ und „Wie ein begossener Pudel“, für Mecklenburg auch eine plattdeutsche Fassung mit „begâten Pudel“. Wann die Wendung genau entstand, ist nicht belegt. Das verwandte „pudelnass“, eigentlich nass wie ein aus dem Wasser kommender Pudel, datiert Pfeifer ins 18. Jahrhundert.
Beispiele aus dem Alltag
Nach der verpatzten Generalprobe sitzt der Chor wie ein begossener Pudel im Gemeindesaal. Die Leiterin klatscht in die Hände: „Morgen wird’s besser.“
Tim wollte vor seinen Freunden mit einem Trick auf dem Skateboard angeben und landete im Gebüsch. Jetzt steht er da wie ein begossener Pudel.
Der Abteilungsleiter hatte das Projekt groß angekündigt, dann stoppt der Vorstand es in fünf Minuten. Er verlässt den Konferenzraum wie ein begossener Pudel.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen „begossener Pudel“ und „pudelnass“?
„Pudelnass“ oder „nass wie ein Pudel“ heißt einfach sehr nass. „Wie ein begossener Pudel“ beschreibt dagegen jemanden, der beschämt und kleinlaut dasteht, nass muss er dabei nicht sein.
Warum ausgerechnet ein Pudel?
Der Pudel war ursprünglich ein Wasserhund, sein Name hängt mit niederdeutsch „pudeln“, im Wasser plätschern, zusammen. Das Bild vom nassen Pudel lag deshalb nahe.
Wie sagt man „wie ein begossener Pudel“ auf Englisch?
Die nächste Entsprechung ist „with one’s tail between one’s legs“, also mit eingezogenem Schwanz. Auch dort ist das Bild ein beschämter Hund.
Kurzer Test
Ganzes QuizWie geht das Sprichwort weiter?
Hunde, die bellen, …