Himmel, Arsch und Zwirn
Kurz gesagt
Derber Fluch, mit dem man seinem Ärger oder seiner Wut über etwas oder jemanden Luft macht.
- Auf Englisch
- For crying out loud!
- Damn it all!
- Auch gesagt
- Himmel, Arsch und Wolkenbruch
Was bedeutet „Himmel, Arsch und Zwirn“?
„Himmel, Arsch und Zwirn!“ ist ein derber Fluch. Man stößt ihn aus, wenn einem etwas gründlich gegen den Strich geht: Der Schrank lässt sich nicht aufbauen, das WLAN bricht zum dritten Mal ab, die Kinder hören einfach nicht zu. Das DWDS beschreibt ihn als Ausruf des Ärgers und der Wut auf etwas oder jemanden.
Wegen des Wortes „Arsch“ ist der Fluch nichts für feine Gesellschaft, Duden und DWDS kennzeichnen ihn als derb. Zugleich hat er etwas Komisches, weil die drei Wörter so wenig zusammenpassen. Viele benutzen ihn deshalb wie einen Kraftausdruck mit eingebautem Augenzwinkern: Man flucht laut, ohne jemanden direkt zu beschimpfen, denn der Fluch richtet sich an niemanden als Anrede. Der Duden kennt auch die Fassung „Himmel, Arsch und Wolkenbruch!“, die heute selten ist. Scherzhaft entschärft hört man gelegentlich „Himmel, Gesäß und Nähgarn!“.
Woher kommt „Himmel, Arsch und Zwirn“?
Woher der Fluch stammt, ist nicht geklärt. Sein Aufbau folgt aber einem bekannten Muster: Am Anfang steht „Himmel“, das in Flüchen wie „Himmel, Herrgott, Sakrament!“ verhüllend für Gott steht. Darauf folgen weitere kräftige Wörter, die den Ausbruch steigern. Der Duden führt „Himmel, Arsch und Zwirn“ und „Himmel, Arsch und Wolkenbruch“ nebeneinander als derbe Flüche.
Für den Zwirn gibt es nur Vermutungen. Eine Zeitungserklärung, die das DWDS zitiert, verweist darauf, dass „Zwirn“ früher auch als obszönes Tabuwort gebraucht wurde. Eine andere Deutung leitet den Fluch aus der Bauernsprache her: Bei einem Wolkenbruch habe man den Himmel am liebsten mit Zwirn zunähen wollen. Belege gibt es für keine der beiden Erklärungen, ebenso wenig für die Behauptung, der Fluch sei schon im Mittelalter gebräuchlich gewesen. Ein früher literarischer Beleg steht in Anna Seghers’ Roman „Transit“, der während des Zweiten Weltkriegs im Exil entstand.
Beispiele aus dem Alltag
Zum dritten Mal fällt Tobias die Schraube hinter das Regal. „Himmel, Arsch und Zwirn, wer hat sich diese Anleitung ausgedacht?“
Der Bus fährt Leonie direkt vor der Nase weg, der nächste kommt in 40 Minuten. „Himmel, Arsch und Zwirn!“, schimpft sie und ruft ihre Chefin an.
Beim Training hören die D-Jugendlichen zum zehnten Mal nicht auf den Pfiff. „Himmel, Arsch und Zwirn, jetzt kommt mal alle her!“, brüllt Trainer Uwe.
Häufige Fragen
Ist „Himmel, Arsch und Zwirn“ ein Schimpfwort?
Es ist ein Fluch, kein Schimpfwort für eine Person. Wegen „Arsch“ gilt er als derb und passt nicht in förmliche Situationen, beleidigt aber niemanden direkt.
Was hat der Zwirn in dem Fluch zu suchen?
Das weiß niemand sicher. Diskutiert werden eine obszöne Nebenbedeutung von „Zwirn“ und eine bäuerliche Deutung, wonach man den Himmel bei Unwetter zunähen wollte. Belegt ist keine der Erklärungen.
Heißt es „Himmel, Arsch und Zwirn“ oder „Himmel, Arsch und Wolkenbruch“?
Beides ist richtig. Der Duden verzeichnet beide Formen als derbe Flüche, „Himmel, Arsch und Zwirn“ ist heute die weitaus häufigere.
Kurzer Test
Ganzes QuizWie geht das Sprichwort weiter?
Der Ton macht …