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Hinterher ist man immer klüger

Kurz gesagt

Wer den Ausgang einer Sache kennt, sieht leicht, was richtig gewesen wäre, doch vorher fehlte dieses Wissen.

Auf Englisch
Hindsight is twenty-twenty
It is easy to be wise after the event
Auch gesagt
Hinterher ist man meistens klüger
Wer ist hinterher nicht weise?

Was bedeutet „Hinterher ist man immer klüger“?

„Hinterher ist man immer klüger“ heißt: Wenn eine Sache vorbei ist und man ihren Ausgang kennt, sieht man leicht, was man hätte anders machen sollen, nur wusste man das vorher nicht. Man sagt es tröstend, wenn sich jemand über eine Fehlentscheidung grämt, etwa über den Aktienverkauf kurz vor dem Kurssprung, die abgelehnte Wohnung, die nun doch die bessere gewesen wäre, oder die falsche Aufstellung im Pokalspiel. Ebenso dient der Satz als Antwort an Besserwisser, die nach dem Spiel genau wissen, welcher Wechsel gefehlt hat.

Der Satz entlastet: Wer vorher nicht alles wissen konnte, hat nicht unbedingt dumm gehandelt. Er kann aber auch zur bequemen Ausrede werden, wenn die Warnzeichen durchaus zu sehen waren. Statt „hinterher“ hört man auch „im Nachhinein“, statt „klüger“ auch „schlauer“. Der Duden führt den Satz als Beispiel für „hinterher“ in der Form „hinterher ist man meistens klüger“.

Woher kommt „Hinterher ist man immer klüger“?

Der Gedanke ist seit dem 16. Jahrhundert belegt. Antonius Tunnicius nahm 1514 in seine niederdeutsche Sprichwörtersammlung die Frage „We is achterna nicht wys?“ auf, wer ist hinterher nicht weise? Er übertrug sie in einen lateinischen Vers, der auf die Trojaner anspielt, die erst nach dem Fall ihrer Stadt klug wurden: „Troiani sero sapiunt“, die Trojaner werden spät klug. Wander verzeichnet die Frage als „Wer ist hinterher nicht weise?“.

Daneben kennt Wander ein Bild aus der Stadtverwaltung: „Wenn die Herren vom Rathhaus kommen, sind sie am klügsten“, nach Sailer und Simrock. Gemeint sind Ratsherren, denen die beste Lösung erst einfällt, wenn die Sitzung vorbei ist. Die heutige Form „Hinterher ist man immer klüger“ kommt ohne Bild aus. Wann sie sich durchsetzte, ist nicht belegt.

Quellen

Stand:

Beispiele aus dem Alltag

  • Jonas hat seine Aktien eine Woche vor dem Kurssprung verkauft und ärgert sich schwarz. Seine Freundin tröstet ihn: „Hinterher ist man immer klüger.“

  • Nach dem Pokalaus weiß die ganze Stammtischrunde, wer hätte eingewechselt werden müssen. Wirtin Frau Albers stellt die nächste Runde hin: „Hinterher ist man immer klüger, Jungs.“

  • Leonie hat die Wohnung mit Balkon abgelehnt, und die andere ist nun doch zu laut. „Hinterher ist man immer klüger“, sagt sie und hängt die Gardinen trotzdem auf.

Häufige Fragen

Woher kommt „Hinterher ist man immer klüger“?

Der Gedanke steht schon 1514 in der Sprichwörtersammlung von Antonius Tunnicius: „We is achterna nicht wys?“, wer ist hinterher nicht weise? Die heutige Form „Hinterher ist man immer klüger“ hat keinen bekannten Urheber.

Was hat das Rathaus mit „Hinterher ist man immer klüger“ zu tun?

Wander verzeichnet die ältere Wendung „Wenn die Herren vom Rathhaus kommen, sind sie am klügsten“. Sie verspottet Ratsherren, denen die richtige Lösung erst nach der Sitzung einfällt, und meint dasselbe wie „Hinterher ist man immer klüger“.

Wie sagt man „Hinterher ist man immer klüger“ auf Englisch?

Üblich sind „Hindsight is twenty-twenty“, oft „20/20“ geschrieben, und „It is easy to be wise after the event“. Beide sagen, dass der Rückblick schärfer ist als der Blick nach vorn.

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