Wenn das Wörtchen ‚wenn‘ nicht wär, wär mein Vater Millionär
Kurz gesagt
Mit ‚hätte‘ und ‚wäre‘ ändert man nichts: Grübeln darüber, was hätte sein können, bringt nichts.
- Auf Englisch
- If wishes were horses, beggars would ride
- If ifs and ands were pots and pans, there’d be no work for tinkers’ hands
- Auch gesagt
- Wenn das Wörtchen ‚wenn‘ nicht wär, wär ich schon Millionär
- Wenn das Wörtchen ‚wenn‘ nicht wär, wären wir alle Millionär
Was bedeutet „Wenn das Wörtchen ‚wenn‘ nicht wär, wär mein Vater Millionär“?
Der Spruch ist eine scherzhafte Antwort auf Sätze, die mit „wenn“ anfangen: Wenn ich damals Bitcoin gekauft hätte, wenn der Schiedsrichter nicht gepfiffen hätte, wenn es nicht geregnet hätte. Er sagt freundlich, aber deutlich: Das ist reine Theorie. Mit Bedingungen, die nicht eingetreten sind, lässt sich alles behaupten.
Meist wird er augenzwinkernd benutzt, oft schon mitten im Satz des anderen. Wer ihn sagt, will das Grübeln beenden und den Blick auf das lenken, was tatsächlich ist. Als Totschlagargument taugt er aber nur bedingt, denn manchmal hilft gerade die Frage „Was wäre, wenn?“, aus Fehlern zu lernen.
Woher kommt „Wenn das Wörtchen ‚wenn‘ nicht wär, wär mein Vater Millionär“?
Wann die Fassung mit dem Millionär aufkam, ist nicht genau belegt, das Muster ist aber deutlich älter. Karl Friedrich Wander sammelt im 19. Jahrhundert eine ganze Reihe von Varianten: „Wenn das Wenn nicht wär’, wär’ mancher Bauer ein Edelherr“, „Wenn das Wenn nicht wär’, wär’ mancher Bettler ein reicher Herr“ und aus Böhmen „Wenn das Wörtlein Wenn nicht wär’, da wär’ mei Vater a Kaiser“.
Je nach Zeit und Gegend wurde also der Bauer zum Edelmann oder der Vater zum Kaiser. Der Couplet-Sänger Otto Reutter (1870 bis 1931) machte „Wenn das Wörtchen ‚wenn‘ nicht wär’“ zum Titel eines seiner Lieder. Der Millionär als Inbegriff des Reichtums hat Kaiser und Edelherr später abgelöst, und der Reim auf „wär“ machte ihn ideal.
Quellen
- Wander: Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Stichwort ‚Wenn‘
Stand:
Beispiele aus dem Alltag
„Wenn ich 2010 Apple-Aktien gekauft hätte, wäre ich jetzt reich“, sagt Tobias beim Abendessen. Seine Oma lacht: „Wenn das Wörtchen ‚wenn‘ nicht wär, wär mein Vater Millionär.“
Nach dem verlorenen Pokalspiel zählt der Trainer auf, was alles hätte anders laufen können. Kapitän Murat unterbricht ihn: „Coach, wenn das Wörtchen ‚wenn‘ nicht wär …“
„Hätte ich mich nur einen Tag früher beworben, dann hätte ich die Wohnung!“, klagt Elif. Ihre Freundin legt ihr den Arm um die Schulter: „Wenn das Wörtchen ‚wenn‘ nicht wär, wär mein Vater Millionär. Wir suchen weiter.“
Häufige Fragen
Wie lautet der Spruch vollständig?
Die verbreitetste Form ist „Wenn das Wörtchen ‚wenn‘ nicht wär, wär mein Vater Millionär“. Daneben gibt es Fassungen wie „… wär ich schon Millionär“ oder „… wären wir alle Millionär“.
Ist das ein echtes Sprichwort?
Ja, wenn auch ein scherzhaftes. Das Muster „Wenn das Wenn nicht wär …“ ist in Sprichwortsammlungen des 19. Jahrhunderts mehrfach belegt, nur der Millionär ist eine jüngere Zutat.
Wie sagt man das auf Englisch?
Üblich ist „If wishes were horses, beggars would ride“. Etwas altmodischer klingt „If ifs and ands were pots and pans, there’d be no work for tinkers’ hands“.
Kurzer Test
Ganzes QuizWie geht das Sprichwort weiter?
Alle Wege führen …