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Wenn der April bläst in sein Horn, so steht es gut um Heu und Korn

Kurz gesagt

Ein stürmischer April mit Donner soll eine gute Heu- und Getreideernte ankündigen.

Monat
April
Auch gesagt
Wenn der April stößt rau ins Horn, so steht es gut um Heu und Korn
Wenn der April Spektakel macht, gibt’s Heu und Korn in voller Pracht

Was bedeutet „Wenn der April bläst in sein Horn, so steht es gut um Heu und Korn“?

Die Regel „Wenn der April bläst in sein Horn, so steht es gut um Heu und Korn“ deutet einen lauten, ungestümen April als gutes Zeichen. Das Horn steht für Donner und Sturm, so wie ein Hirte oder Jäger laut ins Horn stößt. Wer im April Gewitter grollen hört, darf nach der Regel auf volle Heuböden und eine gute Getreideernte hoffen. Sie gehört zu einer ganzen Gruppe von Frühjahrsregeln, die Gewitter willkommen heißen, etwa „Gewitter im Mai, schreit der Bauer juchhei“. Man zitiert sie, wenn das erste Frühjahrsgewitter über das Land zieht, oft als Trost für einen verregneten Ausflug.

Meteorologisch ist der Gedanke nachvollziehbar, auch wenn die Regel nie systematisch überprüft wurde. Gewitter im April entstehen meist, wenn die Sonne den Boden schon kräftig erwärmt, während in der Höhe noch kalte Luft liegt. Die Schauer bringen Regen in einer Zeit, in der Wiesen und Wintergetreide ihn brauchen. Ein Versprechen für die Ernte sind sie trotzdem nicht: Bis zum Sommer kann viel passieren, von Spätfrost bis Dürre. Andere Regeln sehen den Aprildonner ohnehin anders, etwa „Gewitter vorm Georgiustag, folgt gewiss noch Kälte nach“.

Woher kommt „Wenn der April bläst in sein Horn, so steht es gut um Heu und Korn“?

Die Regel ist im 19. Jahrhundert gut belegt. Wander verzeichnet sie 1867 unter dem Stichwort „April“ in genau dieser Form und verweist auf Karl Simrocks Sammlung „Die deutschen Sprichwörter“ von 1846. Gleich daneben steht die verwandte Fassung „Wenn der April Spectakel macht, gibt’s Heu und Korn in voller Pracht“. Wann und wo der Spruch entstand, ist nicht bekannt.

Auffällig ist, wie viele Aprilregeln Wind, Regen und Unwetter loben. Ein ruhiger, trockener April galt als schlecht für das Futter. Wander führt etwa „Trockner April ist nicht der Bauern Will’; Aprilregen ist ihm gelegen“ an, dazu „Dürrer April stellt die Mühle still“. Gewitter und Schauer waren aus dieser Sicht kein Ärgernis, sondern die Voraussetzung für Gras und Getreide.

Beispiele aus dem Alltag

  • Am Ostermontag grollt über der Schwäbischen Alb der erste Donner des Jahres. Bauer Hägele reibt sich die Hände: „Wenn der April bläst in sein Horn, so steht es gut um Heu und Korn.“

  • Das Training der D-Jugend fällt wegen Gewitter aus. Trainer Mehmet tröstet die Kinder: „Wenn der April bläst in sein Horn, so steht es gut um Heu und Korn. Wenigstens freut sich der Rasen.“

  • Nach dem Hagelschauer schaut Frau Petersen auf ihre zerzausten Tulpen. Ihr Mann liest aus dem Kalender vor: „Wenn der April bläst in sein Horn, so steht es gut um Heu und Korn.“ Sie schnaubt: „Für die Tulpen nicht.“

Häufige Fragen

Stimmt die Bauernregel „Wenn der April bläst in sein Horn“?

Eine statistische Prüfung ist nicht bekannt. Gewitter im April bringen zwar willkommenen Regen, über die Ernte entscheiden aber die Wochen danach, etwa Spätfröste oder Trockenheit im Frühsommer.

Was bedeutet „bläst in sein Horn“?

Das Horn steht für einen lauten, stürmischen April mit Donner und Wind. Eine verwandte Regel spricht vom April, der „Spektakel macht“.

Warum gibt es im April Gewitter?

Im April erwärmt die Sonne den Boden schon kräftig, während in der Höhe noch kalte Luft liegt. Die warme Luft steigt rasch auf, und es entstehen Schauer und Gewitter, oft mit Graupel.

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