Ist der April auch noch so gut, er schneit dem Bauern auf den Hut
Kurz gesagt
Selbst ein freundlicher April bringt meist irgendwann noch einmal Schnee.
- Monat
- April
- Auch gesagt
- Sei der April auch noch so gut, er schickt dem Schäfer Schnee auf den Hut
- Der April war nie so gut, er macht dem Ackermann einen weißen Hut
Was bedeutet „Ist der April auch noch so gut, er schneit dem Bauern auf den Hut“?
Die Regel „Ist der April auch noch so gut, er schneit dem Bauern auf den Hut“ dämpft die Frühlingsfreude. Mag der April noch so warm und sonnig beginnen, irgendwann im Monat fällt doch noch Schnee, und sei es nur ein kurzer Schauer, der dem Bauern auf dem Feld den Hut weiß färbt. Man sagt den Spruch, wenn nach fast sommerlichen Tagen plötzlich Flocken fallen, oder vorbeugend, wenn jemand Anfang April schon die Winterjacke in den Keller räumen will.
Als Beschreibung des Klimas trifft die Regel oft zu. Im April liegt Mitteleuropa an der Grenze zwischen schon warmer Luft im Süden und noch kalter Luft im Norden, und die Luftmassen wechseln häufig. Stößt Polarluft vor, bringen Schauer Graupel und Schnee, gelegentlich bis ins Flachland, im Bergland ist Schnee im April ohnehin nichts Besonderes. Eine Prognose enthält die Regel nicht. Sie fasst eine Erfahrung zusammen, und die ist meteorologisch gut begründet. Gefährlich wird Aprilschnee vor allem für die Obstblüte, wenn danach klare Frostnächte folgen.
Woher kommt „Ist der April auch noch so gut, er schneit dem Bauern auf den Hut“?
Der Spruch ist erstaunlich alt. Wander verzeichnet unter dem Stichwort „April“ die Fassung „Der Aprill war nie so gut, er macht dem Ackermann ein weissen Hut“ und belegt sie mit den Sprichwortsammlungen von Friedrich Petri und Georg Henisch aus dem frühen 17. Jahrhundert. Daneben stehen bei ihm „Sei der April auch noch so gut, er schickt dem Schäfer Schnee auf den Hut“ und Mundartformen aus der Schweiz, aus Trier, Köln und Mecklenburg, in denen der April dem Zaunpfahl einen Hut aufsetzt.
Wer den Schnee abbekommt, schwankt also: Ackermann, Schäfer, Bauer oder Zaunpfahl. Das Bild bleibt gleich. Die heutige Fassung mit dem Bauern ist in Regelsammlungen verbreitet, wann genau sie sich durchgesetzt hat, ist nicht belegt.
Beispiele aus dem Alltag
Mitte April grillt Familie Nowak im T-Shirt im Garten. Drei Tage später rieselt Schnee auf die Gartenmöbel. „Ist der April auch noch so gut, er schneit dem Bauern auf den Hut“, sagt der Vater und holt die Kissen herein.
Svenja will schon Anfang April die Winterreifen loswerden. Der Mechaniker rät ab: „Ist der April auch noch so gut, er schneit dem Bauern auf den Hut. Komm in drei Wochen wieder.“
Auf dem Wochenmarkt verkauft Gärtnerin Hanna die ersten Tomatenpflanzen und mahnt zur Geduld: „Ist der April auch noch so gut, er schneit dem Bauern auf den Hut. Stell sie erst nach den Eisheiligen raus.“
Häufige Fragen
Stimmt die Bauernregel „Ist der April auch noch so gut“?
Die Regel vom Aprilschnee trifft meistens zu. Kaltluftvorstöße mit Schnee- und Graupelschauern gehören zum typischen Aprilwetter in Mitteleuropa, auch nach warmen Tagen. Eine Vorhersage ist die Regel aber nicht, sie beschreibt eine häufige Erfahrung.
Warum schneit es im April noch?
Im April liegt Mitteleuropa an der Grenze zwischen schon warmer Luft im Süden und noch kalter Luft im Norden. Stößt Polarluft vor, kann es in Schauern bis ins Flachland schneien.
Wie alt ist die Regel vom Schnee auf dem Hut?
Der Gedanke ist mindestens 400 Jahre alt. Schon Sprichwortsammlungen des frühen 17. Jahrhunderts verzeichnen, dass der April dem Ackermann einen weißen Hut macht.
Kurzer Test
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