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Ist bis Dreikönig kein Winter, so kommt keiner mehr dahinter

Kurz gesagt

Hat es bis zum 6. Januar noch keinen richtigen Winter gegeben, soll auch danach keiner mehr kommen.

Auch gesagt
Ist bis Dreikönig kein Winter, kommt keiner mehr dahinter
Kam bis Dreikönig der Winter nicht, kommt er auch bis Ostern nicht

Was bedeutet „Ist bis Dreikönig kein Winter, so kommt keiner mehr dahinter“?

Die Regel „Ist bis Dreikönig kein Winter, so kommt keiner mehr dahinter“ macht den Dreikönigstag am 6. Januar zum Stichtag: Wer bis dahin weder Frost noch Schnee erlebt hat, soll mit einem milden Rest des Winters rechnen. „Dahinter“ meint die Zeit danach. Man hört den Spruch in milden Wintern, wenn es nach Weihnachten regnet statt schneit. Für Pendler klingt er wie ein Versprechen, für Kinder mit neuem Schlitten wie eine schlechte Nachricht.

Ganz unbegründet ist die Regel nicht. Großwetterlagen halten sich oft wochenlang, und ein Winter, der bis Anfang Januar von milder Westluft bestimmt war, bleibt das häufig auch. Agrarzeitungen und Wetterportale nennen eine Trefferquote von rund 80 Prozent, sagen aber nicht, auf welche Auswertung sich die Zahl stützt. Vorsicht ist trotzdem angebracht: Nach Daten des Deutschen Wetterdienstes liegen die im Mittel kältesten Tage des Jahres erst zwischen dem 17. Januar und dem 1. Februar. Der Hochwinter kommt also nach Dreikönig, und ein später Kälteeinbruch bleibt jederzeit möglich. Vor der Kalenderreform von 1582 fiel der Dreikönigstag auf den heutigen 16. Januar und lag damit schon näher an dieser kalten Phase.

Woher kommt „Ist bis Dreikönig kein Winter, so kommt keiner mehr dahinter“?

Der 6. Januar ist das Fest der Erscheinung des Herrn, volkstümlich Dreikönig oder Heilige Drei Könige. Mit ihm enden die zwölf Nächte nach Weihnachten, in denen man nach altem Glauben das Wetter des neuen Jahres ablesen konnte. Eine verwandte Regel sagt das ausdrücklich: „Von Weihnachten bis zum Dreikönigstag aufs Wetter man wohl achten mag.“

Wander verzeichnet 1870 unter dem Stichwort „Januar“ die schlichte Fassung „Wenn bis zum 6. Januar kein Winter ist, kommt keiner“ mit der Herkunftsangabe Mühlhausen. Die gereimte Form mit „dahinter“ steht in heutigen Regelsammlungen, wann sie entstand, ist nicht belegt. Daneben kursieren Abwandlungen wie „Kam bis Dreikönig der Winter nicht, kommt er auch bis Ostern nicht“. Andere Regeln zum selben Tag gelten dem Wein, etwa „Ist Dreikönig hell und klar, gibt’s viel Wein im neuen Jahr“.

Beispiele aus dem Alltag

  • Am 7. Januar zeigt das Thermometer in Freiburg zwölf Grad. Der Hausmeister trägt die Schneeschaufel zurück in den Keller: „Ist bis Dreikönig kein Winter, so kommt keiner mehr dahinter.“

  • Paul hat zu Weihnachten einen Schlitten bekommen und wartet seitdem auf Schnee. Sein Opa seufzt: „Ist bis Dreikönig kein Winter, so kommt keiner mehr dahinter. Versprechen kann ich dir aber nichts.“

  • In der Skihütte am Feldberg wird diskutiert, ob sich der Saisonpass noch lohnt. „Ist bis Dreikönig kein Winter, so kommt keiner mehr dahinter“, meint Lena. Ihr Bruder zeigt aufs Handy: „Ab Mittwoch kommt Ostwind.“

Häufige Fragen

Stimmt die Bauernregel zu Dreikönig?

Die Dreikönigsregel trifft teilweise zu. Milde Wetterlagen halten sich oft lange, genannt wird eine Trefferquote um 80 Prozent, deren Quelle aber offenbleibt. Weil die kältesten Tage im Mittel erst Ende Januar kommen, ist ein später Wintereinbruch trotzdem gut möglich.

Wann ist Dreikönig?

Dreikönig ist am 6. Januar. Kirchlich heißt das Fest Erscheinung des Herrn oder Epiphanias, in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt ist es ein gesetzlicher Feiertag.

Was bedeutet „dahinter“ in der Regel?

„Dahinter“ meint die Zeit nach dem 6. Januar. Wenn der Winter bis Dreikönig ausgeblieben ist, soll er nach der Regel auch später nicht mehr kommen.

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