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Ist der Januar hell und weiß, wird der Sommer sicher heiß

Kurz gesagt

Ein sonniger, schneereicher Januar soll einen heißen Sommer ankündigen.

Monat
Januar
Auch gesagt
Ist der Januar hell und weiß, wird der Sommer gerne heiß

Was bedeutet „Ist der Januar hell und weiß, wird der Sommer sicher heiß“?

Die Regel „Ist der Januar hell und weiß, wird der Sommer sicher heiß“ schließt vom Winter auf den Sommer: Scheint im Januar oft die Sonne und liegt dazu Schnee, soll ein heißer Sommer folgen. „Hell“ meint klare, sonnige Tage, „weiß“ eine Schneedecke. Beides zusammen gibt es meist bei kaltem Hochdruckwetter. Die Regel gehört zu den bekanntesten Januarregeln. Sobald es im Januar schneit, taucht sie in Wetterberichten, Agrarzeitungen und Gesprächen über den nächsten Sommerurlaub auf, meist mit einem Augenzwinkern.

Als Vorhersage taugt sie wenig. Wetterportale und der Meteorologe Jörg Riemann nennen eine Trefferquote von etwa 60 Prozent: In drei von fünf Fällen sei auf einen hellen, weißen Januar ein zu warmer Juli und August gefolgt. Welche Auswertung dahintersteht, wird nicht offengelegt. Selbst wenn die Zahl stimmt, liegt sie nicht weit über dem Zufall. Dazu kommt der Klimawandel: Die meisten Sommer der letzten Jahrzehnte waren in Deutschland ohnehin wärmer als das Mittel der Jahre 1961 bis 1990, ganz gleich, wie der Januar ausfiel. Über Regen sagt die Regel nichts. Ein warmer Sommer kann auch ein nasser sein.

Woher kommt „Ist der Januar hell und weiß, wird der Sommer sicher heiß“?

Wander verzeichnet die Regel 1870 in seinem Deutschen Sprichwörter-Lexikon unter dem Stichwort „Januar“ mit der Ortsangabe Koblenz, und zwar fast genau in der heutigen Form: „Ist der Januar hell und weiss, wird der Sommer sicher heiss.“ Ältere Belege sind nicht bekannt, wann und wo die Regel entstand, lässt sich nicht sagen.

Wander stellt daneben Januarregeln, die etwas anderes behaupten, etwa „Ist der Januar gelind, sich guter Frühling und heisser Sommer findt“. Den Widerspruch erklärt er nüchtern mit den verschiedenen Klimaverhältnissen der Länder, in denen solche Sprüche entstanden sind. Zu einer verwandten Regel zitiert er eine Karlsruher Beobachtungsreihe über 56 Jahre und hält fest, die Regel sei unsicher. Heute ist neben „sicher heiß“ auch die vorsichtiger klingende Fassung „gerne heiß“ verbreitet.

Beispiele aus dem Alltag

  • Mitte Januar liegt in Kassel eine Woche lang Schnee unter blauem Himmel. Beim Schneeschippen ruft Nachbar Kröger über den Zaun: „Ist der Januar hell und weiß, wird der Sommer sicher heiß. Ich schau schon mal nach Badeseen.“

  • Tante Renate schickt ein Foto vom verschneiten Garten in den Familienchat und schreibt dazu: „Ist der Januar hell und weiß, wird der Sommer sicher heiß!“ Ihr Sohn antwortet: „Dann kauf ich jetzt den Ventilator, solange er billig ist.“

  • Bei der Agrarberatung fragt ein Landwirt, ob er nach dem schneereichen Januar mit Dürre rechnen muss. Die Beraterin lächelt: „Ist der Januar hell und weiß, wird der Sommer sicher heiß, sagt die Regel. Über Regen sagt sie gar nichts.“

Häufige Fragen

Stimmt die Bauernregel „Ist der Januar hell und weiß“?

Die Regel vom hellen, weißen Januar trifft nur bedingt zu. Genannt wird eine Trefferquote von etwa 60 Prozent für einen zu warmen Juli und August, die zugrunde liegende Auswertung ist aber nicht veröffentlicht. Das ist nur wenig besser als Zufall.

Was bedeutet „hell und weiß“ in der Bauernregel?

„Hell“ steht für viel Sonnenschein, „weiß“ für eine Schneedecke. Gemeint ist ein klarer, kalter und verschneiter Januar.

Heißt es „sicher heiß“ oder „gerne heiß“?

Beide Fassungen sind verbreitet. Wanders Sprichwörter-Lexikon verzeichnet 1870 die Form „wird der Sommer sicher heiß“, heute liest man oft auch „wird der Sommer gerne heiß“.

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