Ist der Mai kühl und nass, füllt’s dem Bauern Scheun und Fass
Kurz gesagt
Ein kühler, regnerischer Mai soll eine reiche Ernte bringen: volle Scheunen mit Getreide und volle Fässer mit Wein.
- Monat
- Mai
Was bedeutet „Ist der Mai kühl und nass, füllt’s dem Bauern Scheun und Fass“?
Die Regel tröstet über ein Wetter, das kaum jemand mag. Ist der Mai kühl und verregnet, ärgern sich Ausflügler und Gartenbesitzer, die Landwirtschaft aber profitiert: Die Scheune füllt sich mit Getreide und Heu, das Fass mit Wein oder Most. Man zitiert sie gern, wenn das lange Wochenende im Mai buchstäblich ins Wasser fällt, oft mit einem Augenzwinkern. „Scheun“ steht verkürzt für Scheune, „füllt’s“ für „füllt es“.
Der Kern ist landwirtschaftlich richtig. Im Mai wachsen Getreide, Kartoffeln und Grünland besonders stark und brauchen viel Wasser. Anhaltender Landregen füllt die Bodenspeicher, gemäßigte Temperaturen bremsen die Verdunstung. Ein heißer, trockener Mai kann dagegen schon im Frühjahr Trockenschäden bringen, wie die Gegenregel sagt: „Ist der Mai recht heiß und trocken, kriegt der Bauer kleine Brocken.“ Kühl darf allerdings nicht frostig heißen, denn späte Nachtfröste schaden Blüten und jungen Pflanzen. Gemeint ist außerdem stetiger Regen, nicht ein einzelner Wolkenbruch.
Woher kommt „Ist der Mai kühl und nass, füllt’s dem Bauern Scheun und Fass“?
Wann und wo die Regel entstanden ist, ist nicht belegt. Sie gehört zu den am häufigsten zitierten Mai-Regeln und steht in fast allen Sammlungen von Bauernregeln, oft neben verwandten Sprüchen wie „Mairegen bringt Segen“. Die Wörter verraten ihre bäuerliche Herkunft: Die Scheune war der Speicher für Getreide und Heu, das Fass stand für Wein, Most oder Bier aus der Ernte.
Anders als viele Lostagsregeln knüpft sie nicht an einen einzelnen Tag an, sondern an einen ganzen Monat. Das macht sie robuster. Der Meteorologe Jörg Riemann bestätigte 2025 gegenüber dem Magazin myHOMEBOOK, dass es im Mai Regen braucht, damit im Sommer reichlich geerntet werden kann. Verregnet dürfe es sogar bis Mitte Juni sein, „dann stimmt die Bauernregel erst recht“. Zu warm werden dürfe es dabei aber nicht.
Beispiele aus dem Alltag
Am 1. Mai regnet es bei elf Grad, die Wanderung des Kegelclubs fällt aus. „Ist der Mai kühl und nass, füllt’s dem Bauern Scheun und Fass“, sagt Werner und bestellt noch eine Runde.
Kim ärgert sich über den verregneten Monat, weil ihr Basilikum auf dem Balkon nicht wächst. Ihr Vater, Landwirt im Nebenerwerb, sieht es anders: „Ist der Mai kühl und nass, füllt’s dem Bauern Scheun und Fass.“
In der Winzergenossenschaft schaut man nach dem trockenen April erleichtert auf die Regenwolken. „Ist der Mai kühl und nass, füllt’s dem Bauern Scheun und Fass“, sagt der Kellermeister.
Häufige Fragen
Was bedeutet „Scheun und Fass“?
„Scheun“ ist die verkürzte Form von Scheune, in der Getreide und Heu lagern. Das Fass steht für Wein, Most oder andere Getränke aus der Ernte. Beides zusammen meint eine reiche Ernte.
Stimmt die Bauernregel „Ist der Mai kühl und nass“?
Im Kern ja. Ausreichend Regen im Mai ist für Getreide, Kartoffeln und Grünland wichtig. Zu kalt darf es aber nicht werden, denn späte Fröste schaden den Pflanzen.
Was ist das Gegenteil dieser Bauernregel?
Die Gegenregel lautet „Ist der Mai recht heiß und trocken, kriegt der Bauer kleine Brocken“. Ein heißer, trockener Mai bringt danach eine magere Ernte.
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