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Gegessen wird, was auf den Tisch kommt

Kurz gesagt

Am Tisch wird nicht gemäkelt: Wer mitisst, isst, was gekocht wurde, und bekommt kein Extragericht.

Auch gesagt
Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt

Was bedeutet „Gegessen wird, was auf den Tisch kommt“?

Die meisten kennen den Satz von den Eltern, und zwar genau in dem Moment, in dem der Rosenkohl auf dem Teller liegt. Gemeint ist: Hier ist kein Restaurant, Sonderwünsche gibt es nicht. Wer kocht, entscheidet, und alle anderen essen mit.

Im übertragenen Sinn benutzt man den Satz, wenn sich jemand mit dem abfinden muss, was ihm vorgesetzt wird: dem Dienstplan, dem Urlaubsziel, dem Kompromiss im Verein. Heute klingt er oft halb ironisch, weil viele Familien die strenge Regel nicht mehr so durchziehen. Ernährungsfachleute raten ohnehin eher, Kinder probieren zu lassen, statt sie zum Aufessen zu zwingen.

Woher kommt „Gegessen wird, was auf den Tisch kommt“?

Woher der Satz stammt und seit wann er so formuliert wird, ist nicht belegt. Er ist eher eine Hausregel als ein klassisches Sprichwort und wird vor allem in Familien weitergegeben, oft zusammen mit Sätzen wie „Der Teller wird leer gegessen“.

Die Regel passt zu Zeiten, in denen Essen knapp und teuer war und Wegwerfen als unanständig galt. Auch die Form verrät ihren Zweck: Das vorangestellte „Gegessen wird“ ist ein unpersönliches Passiv, das keinen Widerspruch vorsieht, ähnlich wie „Jetzt wird geschlafen“ oder „Hier wird nicht gestritten“. Wer so spricht, erklärt nichts, sondern ordnet an.

Quellen

Stand:

Beispiele aus dem Alltag

  • „Ich mag aber keine Linsen“, mault der sechsjährige Ben. Sein Vater stellt den Teller hin: „Gegessen wird, was auf den Tisch kommt. Probier wenigstens drei Löffel.“

  • Im Zeltlager gibt es am dritten Tag zum dritten Mal Nudeln mit Tomatensoße. Die Betreuerin zuckt mit den Schultern: „Gegessen wird, was auf den Tisch kommt. Der Koch ist auch nur ein Mensch.“

  • Der Betriebsrat hätte lieber eine andere Lösung gehabt, aber die Konzernzentrale hat entschieden. „Gegessen wird, was auf den Tisch kommt“, sagt die Abteilungsleiterin im Meeting und verteilt die neuen Dienstpläne.

Häufige Fragen

Ist „Gegessen wird, was auf den Tisch kommt“ noch zeitgemäß?

Als strenge Regel eher nicht. Viele Fachleute empfehlen, Kinder probieren zu lassen, statt sie zum Aufessen zu zwingen. Als Grundsatz gegen ständige Extrawürste am Familientisch hat der Satz aber weiter Anhänger.

Ist das überhaupt ein Sprichwort?

Im weiteren Sinn ja: ein fester Satz mit allgemeinem Anspruch. Genau genommen ist es eher eine Hausregel, die von Eltern an Kinder weitergegeben wird.

Wie sagt man das auf Englisch?

Ein festes englisches Sprichwort gibt es nicht. Eltern sagen etwa „You’ll eat what you’re given“ oder „This isn’t a restaurant“.

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Bier auf Wein, das lass sein, …

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