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Den Teufel mit dem Beelzebub austreiben

Kurz gesagt

Ein Übel mit einem Mittel bekämpfen, das selbst ein ebenso großes oder noch schlimmeres Übel ist.

Auf Englisch
the cure is worse than the disease
Auch gesagt
Den Teufel durch Beelzebub austreiben
Den Teufel mit Beelzebub austreiben

Was bedeutet „Den Teufel mit dem Beelzebub austreiben“?

„Den Teufel mit dem Beelzebub austreiben“ heißt: ein Übel beseitigen wollen und dafür ein anderes, oft schlimmeres in Kauf nehmen. Der Duden nennt als Beispiel, Einwegbecher durch Alubecher zu ersetzen. Man sagt es über Schulden, die mit einem noch teureren Kredit getilgt werden, über Schmerzmittel, deren Nebenwirkungen neue Beschwerden machen, oder über Politik, die ein Problem löst und dabei ein größeres schafft. Die Wendung ist eine Warnung oder eine Kritik im Nachhinein. Wer sie gebraucht, hält das gewählte Mittel für verfehlt.

Verbreitet ist die Wendung in Kommentaren, Leserbriefen und politischen Reden. Neben „mit dem Beelzebub“ sind „mit Beelzebub“ und „durch Beelzebub“ gebräuchlich, der Duden führt alle Formen. Ähnlich gebaut, aber anders gemeint ist „Feuer mit Feuer bekämpfen“: Dort wird das harte Mittel bewusst gewählt und soll wirken. Den Teufel mit dem Beelzebub treibt man dagegen meist aus Kurzsicht aus, und erst hinterher zeigt sich, dass es schlimmer geworden ist.

Woher kommt „Den Teufel mit dem Beelzebub austreiben“?

Die Wendung geht auf einen Streit im Neuen Testament zurück. Als Jesus einen Besessenen heilt, behaupten die Pharisäer: „Dieser treibt die Dämonen nicht anders aus als durch Beelzebul, den Obersten der Dämonen“ (Matthäus 12,24, Lutherbibel 2017; ähnlich Lukas 11,15 und Markus 3,22). Die Lutherbibel von 1912 hat noch die Form, die in die Redewendung einging: „Er treibt die Teufel nicht anders aus denn durch Beelzebub, der Teufel Obersten.“ Jesus hält dagegen, der Satan könne sich nicht selbst austreiben: „Wenn nun der Satan den Satan austreibt, so muss er mit sich selbst uneins sein; wie kann dann sein Reich bestehen?“ (Matthäus 12,26).

Der Name geht nach dem Duden auf Baal-Sebub zurück, den Gott der Philisterstadt Ekron (2. Könige 1,2), wörtlich „Herr der Fliegen“. Wander verzeichnet „Den Teufel durch Beelzebub austreiben“ mit der Erklärung „ein Uebel durch ein anderes vertreiben“ und daneben, als Rat gemeint, „Man muss den Teufel mit Beelzebub austreiben“. Der Duden erklärt heute „durch ein anderes, schlimmeres“. Die Steigerung steckt im Bild: Beelzebub ist der Oberste der Teufel.

Beispiele aus dem Alltag

  • Mia will ihren Dispo mit einem Ratenkredit zu zwölf Prozent ablösen. Ihr Bruder rechnet nach: „Damit treibst du den Teufel mit dem Beelzebub aus.“

  • Gegen die Wühlmäuse hat sich der Nachbar eine Katze angeschafft, die jetzt die Amseln jagt. „Den Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben“, seufzt Frau Wagner.

  • Die Stadt will die Staus mit einer Umgehungsstraße durchs Naturschutzgebiet lösen. Im Gemeinderat ruft Herr Schulte: „Das heißt, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben!“

Häufige Fragen

Wer ist Beelzebub?

Beelzebub ist im Neuen Testament der Oberste der Dämonen. Der Name geht nach dem Duden auf Baal-Sebub zurück, einen Gott der Philisterstadt Ekron, und bedeutet wörtlich „Herr der Fliegen“. Die Lutherbibel 2017 schreibt nach dem Griechischen „Beelzebul“.

Woher kommt „den Teufel mit dem Beelzebub austreiben“?

Die Wendung stammt aus Matthäus 12,24 und Lukas 11,15. Dort werfen die Pharisäer Jesus vor, er treibe die Dämonen durch Beelzebub aus, also mit Hilfe ihres Obersten. Jesus weist das als widersinnig zurück.

Heißt es „mit dem Beelzebub“ oder „durch Beelzebub“?

Beides ist richtig. Der Duden führt „den Teufel mit [dem]/durch [den] Beelzebub austreiben“, Wander verzeichnet vor allem „durch Beelzebub“, das näher an Luthers Bibeltext liegt.

Wie sagt man „den Teufel mit dem Beelzebub austreiben“ auf Englisch?

Eine feste Entsprechung mit dem Teufel gibt es nicht. Am nächsten kommt „the cure is worse than the disease“, also: Das Heilmittel ist schlimmer als die Krankheit.

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